Verschuldete Angehörige
Zahlreiche Familien haben nicht nur mit der Suchterkrankung eines Familienangehörigen zu kämpfen, sondern müssen zusätzlich zu dieser Belastung ebenso mit Schuldenproblemen kämpfen. Es fängt meist schleichend an. Der Süchtige benötigt in der Regel Geld für sein Suchtmittel oder fällt durch die Suchterkrankung im Berufsleben für längere Zeit aus. Das finanzielle Loch wird häufig von (noch) arglosen Familienangehörigen und Freunden gestopft. Die anfänglich kleinen Beträge wachsen schnell zu einer beachtlichen Summe und der hilfsbereite Freund, die Mutter oder der Partner des Süchtigen überziehen nicht selten Ihre eigenen Konten, nehmen Darlehen auf um dem Süchtigen finanziell unter die Arme zu greifen.
Die Suchterkrankung macht immun gegen unbezahlte Mieten, sich stapelnde Rechnungen und bunte Briefe der Gläubiger. Solange eine Anlaufstelle für den Süchtigen finanziell gegeben ist, muss er sich und seinen Lebensstil nicht ändern. Helfen Angehörige und Freunde jedoch nicht hat dies häufig noch größere Schulden für den Süchtigen zur Folge, da sich noch mehr unbezahlte Rechnung stapeln, oder Gläubiger bei gar nicht eingehenden Zahlungen auch rechtliche Schritte einleiten.
Ein weiterer gravierender Aspekt sind die aus Verfahren resultierenden Strafen, Bußgelder und Schadenersatzansprüche. Gerade bei vorliegender Beschaffungskriminalität kann ein Süchtiger dessen einziges Interesse dem Suchtmittel dient irgendwann auch auf einen Berg Schulden zurück blicken. Helfende Angehörige und Freunde, reiten sich nicht selten selbst in die Schuldenfalle, in dem Bemühen von dem Süchtigen das Schlimmste abzuwenden und Schadensbegrenzung zu betreiben.
Sollten Sie sich als Betroffener hier wieder erkennen, hilft Ihnen jetzt wohl nur eines. Suchen Sie sich zweifach Unterstützung. Zum einen empfehlen wir dringend einen Termin bei der Suchtberatung, die sich dem Suchtproblem und Ihnen als Angehörigen oder auch selbst Betroffenem annehmen wird und zum anderen einen Termin bei der Schuldenberatung.
Beides zusammen birgt die Chance für Sie aus diesem Teufelskreis auszusteigen und die einzige wirkliche Hilfe, die Sie als Angehöriger für den Süchtigen leisten können zu erkennen und vor allem auch im nächsten Schritt zu leben.
Bei einer Suchtberatung wird man Ihnen die dafür erforderlichen Schritte für Sie als Angehörigen mitteilen und Sie auf diesem Weg unterstützen. Die Schuldenberatung wiederrum wird sich Ihren finanziellen Schwierigkeiten annehmen und mit Ihnen zusammen einen Weg aus der Schuldenfalle ausarbeiten.
Unabhängig davon durch wen Sie sich in Ihrem Umkreis aufgrund einer Suchterkrankung, dazu verleiten haben lassen Schulden auf sich zu nehmen: Sie haben ebenso eine Verantwortung für Ihr eigenes Leben und das Ihrer restlichen Familie.
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Stand: 01.05.2007
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Bei Fragen können Sie sich an eine Schuldnerberatung wenden, siehe: Schuldnerberaterverzeichnis |