Achtung: Zu diesem Thema erhielten wir gerade einen interessanten Beitrag von Karl-Heinz K. Die kritische Vernetzung von Ärzten, Pharmaindustre und Krankenkassen. Zum Tatsachenbericht Lesen Sie auch: Sucht auf Rezept
Suchtstoff Schmerzmittel
Tabletten mit Suchtwirkstoff
Bei den im Folgenden beschriebenen Schmerzmitteln, handelt es sich um stark wirksame Medikamente, deren Hauptwirkstoffe Opiate oder Opioide sind, z.B. morphiumhaltige Arzneimittel. Diese Wirkstoffe wurden bereits vor Tausenden von Jahren aus den Samen des Schlafmohnes gewonnen und als Arznei- und Rauschmittel verwendet, beispielsweise in China, Persien und Ägypten. Als jedoch der Missbrauch dieser stark süchtig machenden Stoffe stetig zunahm, wirkten viele Regierungen dieser Entwicklung durch Gesetze entgegen, die den Anbau und Konsum verbieten.
In Deutschland gelang es im Jahre 1806 erstmals, den Hauptwirkstoff des Opiums, das Alkaloid Morphin, zu isolieren. Es wurde daraufhin als stark wirksames Schmerzmittel vermarktet, mit der Folge, dass die Abhängigkeit nach diesem Mittel sich unter den Konsumenten rasch verbreitete. Weitere Forschungen brachten das "Heroin" zutage, welches damals ebenfalls als Medikament in Umlauf kam, aber in seinen Folgen noch weitreichender war als das Morphium. So suchte man immer weiter nach neuen Substanzen mit schmerzstillender, jedoch nicht suchterzeugender Wirkung. Ein Ergebnis dieser Forschung war beispielsweise das Methadon / Levomethadin, welches heute sowohl in der Schmerzmedizin, als auch in der Substitutionstherapie bei Heroinabhängigen Verwendung findet. Das Suchtpotenzial gänzlich auszuschalten, gelang jedoch nicht.
Anwendungsgebiete und illegaler Markt
Opiumhaltige Schmerzmittel werden im medizinischen Bereich nur bei sehr starken Schmerzen, z.B. bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen in Form von Kapseln, Tabletten, Tropfen, Saft, Zäpfchen oder Injektionslösung verabreicht. Die therapeutische Dosis liegt bei 10 mg, die höchste Tagesdosis bei 100 mg liegt.
In der Drogenszene spielen diese Mittel häufig als illegal beschaffte Ersatzstoffe eine Rolle, beispielsweise bei einer bestehenden Heroinabhängigkeit. Das Heroin selbst hat sich auf dem illegalen Drogenmarkt zu einem Selbstläufer entwickelt, seit es in der Arzneimittelbranche aufgrund der verheerenden Folgen gänzlich vom Plan genommen wurde (siehe Suchtstoff Heroin).
Wirkung
Wie der Name schon sagt, haben die opiumhaltigen Medikamente eine stark schmerzstillende Wirkung. Es können jedoch, abhängig von der jeweiligen Substanz und Dosis, auch noch zahlreiche andere Effekte hervorgerufen werden. So werden durch die Präparate nicht nur körperliche, sondern auch seelische Schmerzen betäubt. Gefühle von Angst, Spannung und Unlust werden beseitigt und es stellt sich ein Gefühl von Euphorie, Zufriedenheit und Angstfreiheit ein. Die euphorisierende Wirkungen kann sich bis zum ekstatischen Erleben steigern (mit zunehmender Gewöhnung treten diese als angenehm empfundenen Zustände jedoch, auf Kosten des Bewusstseins, immer mehr in den Hintergrund). Häufig kommt es darüber hinaus zu Hemmungen der Motorik und Störungen des Bewusstseins.
Wie wirkt es?
Die Schmerzmittel wirken direkt im zentralen Nervensystem. Sie besetzen die Rezeptoren der körpereigenen Opiate (Endorphine und Enkephaline), welche ihrerseits bei Schmerzen vom Körper ausgeschüttet werden. Durch Besetzung der Rezeptoren kommt es zur Schmerzhemmung. Ein Absetzen des Schmerzmittels bewirkt wiederum das Freiwerden jener Rezeptoren mit der Folge, dass nicht nur die Hemmung jener Zellen unterbrochen ist, sondern dass diese sogar ins Gegenteil umschlägt. Schlagartig werden übermäßig viele erregende und schmerzvermittelnde Botenstoffe ausschüttet. Die Folge sind unangenehme Entzugssymptome: Schwitzen, Frieren und Zittern bis hin zu starken Gliederschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Schlaflosigkeit.
Risiken
Das größte Risiko der Schmerzmittel liegt in ihrem sehr hohen Suchtpotenzial. Eine körperliche Abhängigkeit entwickelt sich in kürzester Zeit. Manchmal verläuft die Wirksamkeit auch anders als gewollt - dann kann es statt der euphorisierenden Effekte zu Angst, Unlust, Panik, motorische Erregung und Dysphorie kommen. Weitere unerwünschte Nebenwirkungen sind: Abfall der Atemtätigkeit, Übelkeit und Erbrechen, schwere Verstopfung, Koliken und Pupillenverengung. Die Dosierung von opiumhaltigen Schmerzmittel ist sehr schwierig, so dass immer die Gefahr einer Überdosierung besteht. Sie äußert sich in einer Lähmung des Zentralen Nervensystems. Besonderer beeinträchtigt ist dabei das Atemzentrum, was zum Erstickungstod führen kann.
Langzeitfolgen
Eine ärztlich kontrollierte Verabreichung von Opioiden führt in der Regel kaum zu anhaltenden Folgeschäden. Bei dauerhaften missbräuchlichen Konsum hingegen können ernsthafte Folgen auftreten, z.B.:
- chron. Vergiftung mit der Folge hirnorganischer Schäden (können sich körperlich, geistig und psychisch zeigen)
- Magen-Darm-Störungen
- Hautausschläge
- Potenzstörungen
- starken körperliche Verwahrlosung
- Beschaffungskriminalität, Prostitution und zunehmende soziale Verelendung und Isolation

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sg/si'ba
Tabettensucht
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