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Suchtstoff Cannabis

Heil- und Nutzpflanze mit Tradition

Cannabis (dies ist der sowohl der Oberbegriff für die Pflanzen, als auch für die daraus gewonnenen Drogen) ist eines der ältesten bekannten Rauschmittel, die es gibt - wobei es damals hauptsächlich zur Fertigung von Kleidern und zur Anwendung als Heilmittel angebaut wurde.

"Damals" heisst in diesem Fall etwa 3000 Jahre vor Christi (in China).

In der Naturmedizin wurde Cannabis zur Linderung von Entzündungen, Schmerzen und Muskelverspannungen eingesetzt.

Im Laufe der Zeit hat sich die Verbreitung der Pflanze über Indien in den Mittleren & Nahen Osten und schließlich nach Europa und Amerika ausgeweitet.

Medizinische Anwendung fand sie bei der Behandlung von Lepra, Durchfall und Fieber, sowie als Betäubungs- und Beruhigungsmittel.

Besonders in Indien wurde vermehrt auch von der berauschenden Wirkung des Cannabis Gebrauch gemacht und in spirituelle Handlungen einbezogen.

Auch in den islamischen Ländern gewann die Rauschwirkung der Pflanze zunehmend an Bedeutung.

In Europa wurden die Pflanzenfasern zunächst hauptsächlich zur Stoffproduktion verwendet, doch als im 19. Jahrhundert die Rauschwirkung mancher Cannabis-Pflanzen auch hierzulande bekannt wurde, nahm der Missbrauch dieser Stoffe rasant zu und es kam zum Anbau- und Konsumverbot.

Doch der illegale Markt hält sich bis heute und tatsächlich sind die aus Cannabis gewonnenen Drogen die nach Alkohol und Nikotin am weitesten verbreiteten Rauschmittel in Deutschland: 2,1 Mio. Konsumenten im Jahr 1997, davon 270000 regelmäßig Konsumierende (Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen).

Konsum

Die Rauschmittel werden zum einen aus den getrockneten Stengeln, Blättern und Blüten der weiblichen Cannabis-Pflanzen gewonnen (Marihuana - grünlich, teeähnliches Aussehen), zum anderen aus dem gepressten Harz des indischen Hanfs (Haschisch - braunschwarze, bröckelige Substanz).

Die häufigste Konsumform ist das Rauchen des "Grases", pur oder mit Tabak gemischt und in Form von Joints oder speziellen Pfeifen (schnelle Wirkung).

Gelegentlich wird das Mittel als Zutat in Keksen oder Tee der Verdauung zugeführt (verzögerte Wirkung).

Wie kommt's zum Rausch?

Verantwortlich für die berauschende Wirkung ist das in den Pflanzen enthaltene Tetrahydrocannabinol, kurz THC, welches sich an passende Rezeptoren im Gehirn bindet und eine Reaktion der inneren Entspannung und Ausgeglichenheit hervorruft (siehe Wirkung).

Dass es solche Rezeptoren in unserem Nervensystem gibt, liegt daran, dass unser Körper THC-ähnliche Moleküle (Anandamide) in geringen Mengen selbst produziert.

Der vollständige Abbau des THC im Körper dauert vergleichsweise lange (mind. 12 Tage u. bis zu 4 Wochen).

Wirkung

Wie die Droge auf den Einzelnen wirkt, hängt zum einen von der Qualität des Stoffes ab, zum anderen von der Grundstimmung und der Persönlichkeit des Konsumenten, sowie den äußeren Einflüssen zum Zeitpunkt des Konsums.

In der Regel kommt es zu einer Stimmungsaufhellung und einem Gefühl der Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit. Vorhandene Emotionen - positiv oder negativ - werden verstärkt wahrgenommen.

In geringen Dosen tritt in der Regel eine euphorisierende Wirkung ein ("Lachflashs"), in größeren Mengen kann dies ins Gegenteil umschlagen, so dass Angstzustände und sogar Halluzinationen auftreten können.

Mit dem Rausch einher geht meist ein Aufmerksamkeits- und Konzentrationsverlust, Gedächtnisstörungen (bruchstückhafte, assoziative Gedankensprünge), sowie eine veränderte Ausrichtung der Wahrnehmung auf Nebenreize.

Körperlich kann es zu erhöhtem Puls & Blutdruck, starkem Durst / Appetit, geröteten Augen und Übelkeit kommen.

Gefahren & Langzeitfolgen

THC verursacht bei regelmäßiger Aufnahme eine psychische Abhängigkeit.

Diese wird bei Verzicht auf die Droge durch Symptome wie "innere Leere", Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen und Unruhe deutlich.

Bei Konsumenten mit sehr starkem Konsum stellt sich auf Dauer gelegentlich eine Haltung der Gleichgültigkeit, Antriebs- und Interesselosigkeit mit übertriebener Selbstbezogenheit ein, was nicht selten zu einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld oder dem Berufsleben führt (sog. "Amotivationales Syndrom").

Cannabis gilt zwar als "leichtes" Rauchmittel, dient jedoch nicht selten als Einstiegsdroge, zumal die Toleranz bei regelmäßigem Konsum abnimmt.

Die Möglichkeit von auftretenden Psychosen als Langzeitfolgen von dauerhaftem Cannabis-Missbrauch wird vermutet, ist aber nicht erwiesen.

Körperliche Folgen, vor allem beim Rauchen von Joints, sind Teerablagerungen in der Lunge und somit der Gefahr schwerer Lungenkrankheiten.

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