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Suchtstoffe: Amphetamine

Vom Medikament zur Droge

Amphetamin ist ein synthetisch hergestellter Stoff, welcher im Jahre 1887 von der Arzneimittelindustrie entwickelt und zunächst zur Bekämpfung von Schnupfen und später, nach Weiterentwicklung des Ausgangsstoffes zu Methamphetamin, auch gegen Lungenerkrankungen und Leistungsschwäche eingesetzt wurde.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden weitere 40 Zulassungen zur medizinischen Anwendung von Amphetaminen erteilt, obgleich die therapeutische Wirksamkeit nicht erwiesen war.

Als man sich schließlich über das hohe Suchtpotenzial dieser Medikamente und die massiven Nebenwirkungen (z.B. Vergiftungserscheinungen und Amphetaminpsychosen) bewusst wurde und die Verordnung dieser Präparate gesetzlich einschränkte, entwickelte sich, besonders in der Disco- und Partyszene, ein wachsender illegaler Markt, welcher bis heute "boomt".

Im Jahre 1914 wurde erstmals das Amphetaminderivat MDMA synthetisiert, welches heute als die Droge "Ecstasy" bekannt ist und damals als Appetitzügler und zur Behandlung psychischer Erkrankungen (USA, Schweiz) angewandt wurde.

Seit Beginn der 90er Jahre ist der Stoff auch in Deutschland weitverbreitet und gilt als eine der bekanntesten "Partydrogen".

Die Amphetamine und ihre Abkömmlinge finden sich auch heute noch als Teilsubstanzen in manchen Medikamenten, z.B. Appetitzügler, Grippe- und Asthmamittel sowie Medikamente zur Behandlung von ADHS.

Konsum

Amphetamine werden vorwiegend in Pulverform oder als Tabletten über die Nase oder den Mund, genommen und teilweise auch in gelöster Form in die Blutbahn injiziert.

Die am weitesten verbreiten Präparate sind "Speed" (Mischung aus Amphetamin, Methamphetamin, Ephedrin, Coffein und Verschnittstoffen) und Ecstasy (MDMA).

Letztere werden meist in Form von Kapseln oder Tabletten, gelegentlich auch als Zäpfchen, in den Körper gebracht.

Die Tagesdosis von Speed liegt bei 5-40 mg.

Eine Ecstasy-Tablette enthält je nach Zusammensetzung zwischen 50-250 mg MDMA und der Konsum beschränkt sich meist auf eine Tablette pro Abend, wobei auch deutlich höhere Zahlen bekannt sind.

Wirkung im Gehirn

Amphetamine führen zur Ausschüttung der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin, welche eine höhere Leistungsfähigkeit ermöglichen.

Ecstasy und hohe Dosen von Amphetaminen verursachen weiterhin eine massiven Ausstoß von Serotonin (sog. "Glücksbotenstoff") und verhindern für längere Zeit die Wiederaufnahme des Transmitters in die Sendezelle.

Gefühlte Wirkung

Amphetamine in einer Dosis zwischen 5-20 mg zeigen sich in erhöhter Aufmerksamkeit, Antriebssteigerung, größerem Selbstvertrauen, Euphorie und Rededrang.

Gleichzeitig werden natürliche (und lebenswichtige) Empfindungen wie das Schlafbedürfnis und das Hungergefühl unterdrückt.

Körperlich zeigt sich der Amphetaminkonsum in einer Erweiterung der Bronchien, erhöhtem Puls und Blutdruck, sowie leicht erhöhter Körpertemperatur.

Hohe Dosen führen zu starken Erregungszuständen.

Diese zeigen sich (zusätzlich zu o.g. Symptomen) körperlich in beschleunigter Atemfrequenz, Zittern, Unruhe, Schlafstörungen, vermindertem Durstgefühl und erhöhter Empfindsamkeit auf Berührungen bei verringerter Schmerzwahrnehmung.

Ecstasy verursacht durch die Ausschüttung von Serotonin ein Gefühl innerer Zufriedenheit und Selbstakzeptanz.

Die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit wird verbessert, Angstgefühle und psychische Probleme unterdrückt.

Sinneseindrücke werden verstärkt wahrgenommen, während Schmerzempfinden und das Hunger- und Durstgefühl ausbleiben.

Die Einnahme halluzinogener Amphetamine verändern die Sinneswahrnehmung, das Denken, Fühlen und die Stimmung. Typisch ist das sogenannte "assoziative Gedankenspringen".

Risiken

Die individuelle Wirkung von Amphetaminen hängt jeweils stark von der Umgebung, Ausgangsstimmung, "Reinheit" des Stoffes und von der eingenommenen Dosis ab.

So kann es anstatt der gewünschten Wirkung auch zu Aggressionsgefühlen, Verfolgungswahn und sogar zu Amphetaminpsychosen (selten) kommen.

Zeichen einer Überdosierung sind: Zittern, Brechreiz, hohe Temperatur, Hirnblutungen mit plötzlichen halbseitigen Lähmungen, starke Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit, Herzstillstand.

Bei Ecstasy ist, da das Durstgefühl unterdrückt und gleichzeitig die Aktivität gesteigert ist, die Gefahr eines massiven Flüssigkeitsverlust besonders groß.

Wird dieser nicht ausgeglichen, so kann es zu lebensgefährlicher Überhitzung und Austrocknung kommen.

Weitere körperliche Nebenwirkungen sind: akute Mundtrockenheit, Übelkeit und Schwindel, körperliches Missempfinden, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit, Unruhe, Koordinationsstörungen, Verfolgungswahn.

Nach Abklingen der Wirkung von Amphetaminen stellen sich meist Gefühle der Depression, körperliche Erschöpfung, Gedächtnisstörungen, Reizbarkeit, Angstzustände, Schlaf- und Konzentrationsstörungen ein.

Auch problematisch ist der Mischkonsum von Amphetaminpräparaten und anderen Drogen, da die Wechselwirkungen nicht absehbar sind.

Langzeitfolgen in Stichworten

Körperliche Folgen

  • Leber: Entzündung, Versagen
  • Herz: Funktionsstörungen, Stillstand
  • Gehirn: Infarkt, Hirnschäden (z.B. gestörter Serotonin-Stoffwechsel aufgrund chron. Ecstasykonsums)
  • Nieren: Versagen
  • Muskeln: Krampfleiden

Psychische Folgen

  • Angsterkrankungen
  • Depressionen

Soziale Folgen

  • Verlust von Kontakten
  • sozialer Rückzug

Abhängigkeit

Amphetamine führen sehr schnell zu einer psychischen Abhängigkeit.

Um die zu Beginn als positiv empfundene Wirkung zu intensivieren, wird oft von der oralen Einnahme zu schneller wirkenden Aufnahmearten (Rauchen, Injektion) gewechselt, was jedoch auch die Wirkung verändert (Gedankenfixierung, monotone Bewegungen etc.).

Weiterhin stellt sich auf Dauer eine Toleranz ein, welche eine Dosiserhöhung herbei führt.

Ecstasy hat ein geringeres Abhängigkeitspotenzial, ist jedoch für jene Menschen gefährlich, welche die psychische Entlastung der Droge suchen.

Für diese Konsumentengruppe stellt es nämlich sehr oft eine Einstiegsdroge für andere, stark abhängig machende psychostimulierende Substanzen wie Kokain dar.

Bei Absetzen von Amphetaminen stellen sich Entzugssymptome ein:

Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Unruhe, Stimmungsschwankungen, Angststörungen, Depressivität u.a.

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