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Die Suchtbeauftragte der Bundesregierung hat Sonderglocke ein Lob für vorbildliches Engagement im Suchtbereich ausgesprochen. Der Orginalbrief als PDF: Suchtbeauftragte der Bundesregierung
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Suchtprägung - mein Leben ist von Sucht geprägt

Über die letzten 2 Jahre habe ich recht häufig Alkohol getrunken; etwa 2-3 mal pro Woche 1/2 bis 3/4 Flasche Rum. Anfangs nur mit Freunden, doch in letzter Zeit auch immer öfter alleine. Abends gemütlich in Ruhe vorm Fernseher oder Computer oder dabei einfach nur Musik hören und entspannen und dieses gewisse "in Watte gepackte" Gefühl genießen.

Dabei habe ich mich selbst ertappt, wie ich morgens noch dachte "heute mal eine Pause machen" und dann Abend kam dieses gewisse Kopfgefühl (nicht körperlich) über mich und ich bin dann doch noch mal schnell losgegangen und habe mir Alkohol gekauft. Dieses widersprüchliche Verhalten hat mir Angst gemacht und mir zu denken gegeben, ob ich alkoholgefährdet bin. An diesem Punkt möchte ich noch sagen, dass ich berufstätig bin und auf der Arbeit noch nie getrunken habe.

Nun ja, ich denke vor kurzem habe ich 2 "Schüsse vor den Bug" bekommen. Vor etwa 3 Monaten hatte ich Vorhofflimmern und war 3 Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. Die Arrhythmie ist ohne Medikamente verschwunden. Diagnose "Holiday Heart" - es war an meinem 1. Urlaubstag; Alkohol nicht ausgeschlossen, da 2 Tage vor dem Flimmern Alkohol getrunken wurde.

Jetzt gerade letzte Woche hatte ich nach einer Feier eine Panikattacke. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Von einer Sekunde auf die andere überkam mich ein Gefühl, dass ich nicht beschreiben kann, ich habe mich einfach nur schrecklich unwohl gefühlt und es kam mir der Gedanke, dass nur zu Sterben mich jetzt von diesem Gefühl befreien hätte können. Ich bin daraufhin mit meiner Frau im Park spazieren gegangen, dort kam mir alles so unwirklich vor und ich dachte, ich könnte jeden Moment aus einem Alptraum aufwachen.

Schon seit längerem denke ich über mein Alkoholproblem nach und bin dabei mein Leben durchgegangen und es kommt mir so vor, als würde sich "Sucht" komplett durch mein Leben ziehen.

Vor gut 15 Jahren habe ich angefangen regelmäßig Sport zu machen. Nach anfänglichen Erfolgen wollte ich immer mehr. Ich hatte eine sehr durchtrainierte Figur und eine gute Kondition. Mein ganzes Leben war auf Sport ausgerichtet: Essen, Freizeit, .... einfach alles. Einen Tag ohne Training und ich hatte ein schlechtes Gewissen.

Irgendwann habe ich dann zu Anabolika gegriffen um noch mehr zu erreichen. Jetzt, im nachhinein betrachtet, war das ziemlich dumm, aber damals eben "ok".

Vor etwa 10 Jahren habe ich angefangen nebenbei zu arbeiten - am Computer im Internet. Dort hatte ich relativ schnell großen Erfolg und ich habe meine ganze Zeit nur noch vor dem Computer verbracht: 12h/Tag keine Seltenheit. Diese Arbeit und der Erfolg hat wieder mein ganzes Leben bestimmt. Laptop mit in den Urlaub...

Jetzt ist es anscheinend der Alkohol und mit dem Essen habe ich auch Probleme. Ich habe irgendwie immer Angst nicht satt zu werden. Koche große Mengen, im Lokal wird eine große Portion bestellt, dann esse ich soviel, dass mir der Bauch weh tut und ich mich eine Stunde nicht bewegen kann. Ich weiß sehr wohl, dass ich langsam essen sollte, da mein Sättigungsgefühl nach etwa 15 Minuten einsetzt. Aber mein Kopf spielt da nicht mit - die Vernunft setzt anscheinend aus.

Tja, wie oben schon geschrieben finde ich, dass ich mindestens eine Sucht immer habe, sei es Alkohol, Essen, Sport, Arbeiten, .... Etwas in Maßen machen ist mir anscheinend Fremd.
Burn-Out hatte ich bisher auch schon 2 mal.

Nun noch etwas zu mir: ich bin 37 Jahre alt, männlich, Berufstätig mit meinem Beruf bin ich z.Zt. sehr unzufrieden und fühle mich häufig überfordert. Mit dem was ich dort zu sehen bekomme habe ich keine Probleme. Ich denke halt nur, dass ich den Anforderungen von der technischen Seite her nicht gewachsen bin. Verheiratet bin ich auch seit 2 Jahre und das sehr glücklich. Meine Frau ist das einzig Gute, wenn ich mich bzw. mein Leben momentan selbst betrachte.

Ich denke, dass irgendwas mit mir nicht stimmt und ich schon immer nach irgendwas süchtig war. Gerne würde ich mal etwas in Maßen machen und kontinuierlich und nicht nur extrem und dann für relativ kurze Zeit...

Mein Hausarzt hat mir eine Überweisung zum Neurologen geben; frühester Termin in 2 Monaten. Dabei frage ich mich ob dies überhaupt die richtige Fachabteilung für mich ist.

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