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::: von "Tupelo" :::

Sucht ist nicht gleich Sucht

Bevor jemand nach lesen meines Textes mit dem grandiosen Argument "Sucht sei Sucht" daher kommt oder, daß alles nur vom "eigenen Willen" abhängt dem möchte ich vorab sagen, daß das erste ein nichtssagender Spruch ist -genauso könnte man sagen Farbe sei Farbe oder Auto ist Auto- und daß eine Sucht num Mal die Eigenschafft hat den eigenen Willen zu blockieren.

Wer dies abstreitet weiß nicht wirklich was Sucht bedeutet!
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, daß der Auslöser einer Sucht durchaus eine körperliche Krankheit sein kann! Leider wird auch dies oft abgestritten.

Meine Kritik richtet sich auch gar nicht gegen die Ärzte, die mich sozusagen anpushten haben, sondern gegen die die mich über einen langen Zeitraum als Simulanten angesehen haben.

Denen die mir das Opioid schließlich verabreichten blieb nichts anderes mehr übrig, weil sich alles dermaßen verschlimmert hatte und deshalb kein anderes Mittel mehr anschlug.Sie trifft kein Vorwurf!

Neben den erstgenannten gibt es noch eine zweite Spezies die ich für meinen gesundheitlichen Zustand verantwortlich mache, nämlich die welche sich in den Entzugsanstalten "Suchtärzte", "Therapeuten" oder -für mich unfaßbar- "Sozialarbeiter" nennen!

Aber auch da möchte ich keinen Rundumschlag machen. Und daß ich nur von den negativen Seiten berichte, liegt einfach daran, daß die Leute die ihren ärztlichen, therapeutischen oder sozialen Auftrag ernst genommen haben mir zwar helfen wollten, aber letztendlich nicht konnten oder durften!

Im Grunde gibt es nur ein einziges Problem:
Warum sehen diese Leute nicht ein, daß ein Opioid-Entzug nicht mit einer Alkohol-Entgiftung vergleichbar ist und wesentlich länger dauert?

Diese Zeit wurde mir nie gegeben. Statt dessen mäkelte an mir herum -"Sie hätten sich ja den Beipackzettel im Krankenhaus durchlesen sollen und sind somit selbst an der Abhängigkeit schuld"- und faselte man etwas von fehlender Motivation meinerseits.

Es geht also nur um Zeit!

Noch eines ist wichtig: an meiner Krankenkasse liegt dies nicht!
Ausschließlich die Entzugsanstalten hatten kein Interesse mich länger zu behandeln.

Dazu kann ich nur sagen, daß, als ich einmal eine Untersuchung anführte aus der hervorging, daß man bei Opioiden pro Suchtjahr einen Monat reine Entgiftung (Therapie, ob notwendig oder nicht bleibt hier unberücksichtigt) anrechnen muß, regelrecht der Teufel los war und man mir wieder die altbekannten Phrasen vorwarf.

Warum ich mich trotzdem immer wieder in deren Fänge begebe?
Weil die mit denen ich Vorgespräche führte immer viel Verständnis hatten und mich deshalb hoffen ließen, daß auch sie gelernt haben. Leider konnte ich mich nie auf diese berufen, weil mir immer(!) andere Behandler zugeteilt wurden.
Über das Warum mag sich jeder seine Gedanken machen.

Und noch eines:
Ich teile diese oft vorhandene gegenseitige Abneigung unter den Abhängigen, Alkoholkranke gegen Junkies, Medikamentenabhängige gegen Kiffer usw., nicht!

Niemand ist besser oder schlechter in seiner Sucht - nur anders!!!

[Lieber Tupelo, wir danken Dir für Deinen Beitrag und wünschen Dir alles Gute in Zukunft. LG Anton/Team Sonderglocke]

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