::: von "Toxic Typ " :::
"Stoff für ein Buch"
Ich könnte ein ganzes Buch schreiben, soviel „Stoff“ habe ich.
Naja aber ich probiere mich kurz zu fassen.
Meine Sucht begann als ich wegen einem Selbstmordversuch in einer geschlossenen Nervenheilanstalt gesessen habe, (Ich war 16 Jahre alt) und ich einen Kerl kennenlernte, der mich in die Welt der Drogen eingeführt und aufgeklärt hat.
Ich hatte damals ziemlich viele Probs und war deshalb sehr empfänglich für jede Art der Betäubung meiner Sinne.
Angefangen habe ich mit Medis (Dia, Rohypnol, Ephedrin), zwischendurch Poppers inhaliert, bin dann erst zum Kiffen gekommen und hatte mit THC „meine“ super-Droge gefunden.
So war mir das Kiffen immer das wichtigste und ich hab mehr Stress gemacht wenn ich nix zum Kiffen hatte wie ein Junk ohne Mat.
Allerdings kam wieder eine Zeit in der ich Arbeit, Freundin, etc. verlor und wieder neben dem Kiffen her wieder harte Sachen nahm. Speed, Koks, LSD, Heroin, Cocktails, in rauhen Mengen, ohne machte mein Leben gar kein Spaß und kein Sinn mehr. Dann aber eines Tages hatte ich so die Schnauze voll und hab ein paar mal versucht einen Entzug zu machen.
Nach einigen malen (was die Hölle war) schaffte ich es wirklich gnadenlos, und ich war zum ersten mal in meinem Leben richtig konsequent, und hab des echt durchgezogen. Hab nur noch gekifft, sonst nix. Hab sogar n richtigen Hals auf alles andere gekriegt und hab harte Sachen nur noch gehasst.
Hab dann irgendwann geheiratet, meine Frau hatte schon ein Kind das ich sehr sehr liebte und ich schon deswegen nichts hartes mehr nahm. Wir bekamen dann noch ein Kind zusammen, ich baute ein Haus, hatte ein geilen Mercedes (mein Traum) hatte einen supercoolen Job, gut verdient, und alle die mich von früher her kannten glotzen nur noch dumm. Ich war total stolz auf mich, das tat mir so gut, weil ich sehr starke Minderwertigkeitsgefühle habe und ich dachte echt ich hätte es geschafft.
Dann aber haben meine Frau und ich immer mehr gestritten und ich hab mal von nem Früheren Kumpel ein „Schuss“ bekommen an einem Tag an dem ich total am Boden war. Über einen Zeitraum von 2-3 Jahren nahm ich zuerst einmal in einem halben Jahr was, dann in einem viertel Jahr usw., usw bis wir uns dann trennten. Dann fing ich an Metha zu nehmen.
Erst 2 meter, dann 4, 5, 8, 10, 20. Nun bin ich seit 2 Jahren auf 20 meter Metha, hab jeden Respekt vor mir selber verloren, habe schwere Depris, fühl mich dumm, sinnlos, abgestürzt usw. Ich hätte nie gedacht das ich jemals nochmals mit harten Sachen anfange. Mit Kiffen hab ich schon vor einem Jahr aufgehört, hab ein paar mal probiert ein kalten Entzug zu machen aber ich schaffs ned. Und wenn einer weiß wie ein Metha Affe ist der wird wissen wiso ich es nicht schaffe. Dagegen ist ein Heroin Entzug ein minni-scheissdreckle.
Am liebsten würd ich mir die Kugel geben, weil ich so blöd bin, und weil ich nicht schaffe davon weg zu kommen. Hier in dem Kaff wo ich wohn, bekommt man Null Unterstützung zum aufhören. Ich schäme mich so vor meinen Kids. Natürlich weiß niemand wie es mir wirklich geht und was mit mir los ist, klar mir sieht man ja auch den „Süchtigen“ nicht an, aber wenn ich keine Kinder hätte, ich glaub ich würde mit dem sinnlosen Leben endgültig schluss machen??
Ich weiß es echt nicht.
Leider war das jetzt nur eine Kurz/Schnell Form meiner Geschichte,sie wäre bestimmt ehrlich wie auch alle anderen Geschichten hier sehr sehr interessant und wir alle hier die „Ihre“ Geschichte, „Ihr“ Leben aufgeschrieben haben hätten es verdient von dem Scheiss weg zu kommen. Wir sind keine assozialen Penner, wie der Staat es hinstellt. Wir sind teilweise Opfer der kaputten Gesellschaft, vor Allem aber Menschen, wie Du und Ich, nur halt mit einem tödlichem Problem.
Ihr da draussen, helft eueren Freunden wenn ihr merkt das sie in die Sucht abrutschen und wendet euch nicht von Ihnen ab. Sonst seid ihr Mitschuld??? (Sorry)
Ich wünsche euch allen alles Gute und das ihr`s schafft!! Ihr wisst schon was!
[Lieber Toxic Typ, wir danken Dir sehr für diese Geschichte. Du hast Recht wir sind keine asozialen Penner sondern das Produkt dieser Gesellschaft, allerdings hilft dieses Wissen nicht die Sucht zu überwinden. Der Methadonentzug ist ein unendlich schwieriger Kraftakt, doch es ist möglich auch davon loszukommen. Das man gerade in ländlichen Gegenden ein Geächteter ist, bleibt eine traurige Tatsache, doch überleg Dir was wichtiger ist: Dein Ruf oder Dein Leben? Wir schreiben Dir eine seperate Mail. Nicht alle Infos gehören hier her. Liebe Grüße, Anton/Team Sonderglocke]
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