::: von "Karina" :::
Erinnerungen...
Wie jede Geschichte fängt diese auch mit einem Anfang an. Es sind meine Erinnerungen aus meiner Kindheit, da wo ein kleines Mädchen mit langen schwarzen Haaren und einem südländischem Aussehen zu sehen ist. Heute wenn ich mich daran erinnere kommen Traurigkeit gezeichnet durch Tränen in mir hoch. Ich fühlte mich oft so, als wäre ich gar nicht gewollt, dann mit sieben Jahren da wo mein Onkel dachte er nimmt sich meiner ein wenig an wurde die Welt noch unverständlicher für mich.
Er machte Dinge, wo ich genau wusste, dass das nicht in Ordnung war. Mein erster Selbstmordversuch mit Herztabletten meiner Oma veranlasste meine Eltern allerdings immer noch nicht dazu wach zu werden. Es gab allerdings etwas was mir ganz viel Wärme und Spass brachte. Es waren die Pferde, ich redete mit ihnen, streichelte sie und schlief bei ihnen.
Ein Faszination die bis heute noch besteht. Zwischendurch entdeckte ich das dieses Gefühl von Hungern mich beschäftigt und so fühlen lässt als ob ich eine Macht hätte. Meinem Onkel war das egal ob ich dünn oder dick gewesen wäre. Er ließ sich immer wieder mal bei mir im Kinderzimmer blicken. Angeblich wollte er seine Mutter die bei uns wohnte besuchen.
Durch eine Untersuchung bei einem Arzt wurden meine Eltern darauf aufmerksam gemacht, dass ich zu dünn wäre und in eine Klinik müsste, um wieder auf die Beine zu kommen. Ich war gerade 12 Jahre doch ich war mit dem Alter zu verbittert und zu ängstlich um alles zu erzählen. Reden wollte ich da nicht mehr. Dann kam in meinem 13 Lebensjahr der erste Joint was ich total witzig fand, ziemlich schnell hatte ich Menschen entdeckt die keine Anforderungen an mich stellten, sondern selber so drauf waren wie ich.
Sie zogen mich an, meine Freizeit bestand nur noch aus ihnen und den Pferden. Nichts anderes gab es mehr außer meinem Onkel. Dem wurde ich so langsam zu alt, zu fraulich, nicht mehr das kleine Kind, sondern das Mädchen was nur noch auf Konfrontation aus war. Viel zu gefährlich für ihn. So kam auch bald das Heroin ins Spiel.
Noch sehr genau kann ich mich an den ersten Schuss mit meinen jungen 14 Jahren erinnern. In dem Moment entdeckte ich für mich mein Überlebenselexier, das was mich hart machen sollte. Heute 22 Jahre später sehe ich eine Frau die dadurch sehr viel erlebt, gesehen und geprägt wurde. In vielen Jahren meiner Sucht schaffte ich es andere und mich selber zu belügen.
Ich wurde immer wieder mit dem Tot konfrontiert, doch sterben wollte ich nicht, denn es gab da eine Hoffnung in mir die sagte, es wird bestimmt irgendwann anders. Ja, es wird anders, doch nur wenn ich dafür Veränderungen vornehme. Lange Jahre habe ich gebraucht, um das zu raffen. Der Weg bis hierher wo ich jetzt stehe hat Kraft gekostet und lange Zeit gebraucht, die Entscheidung bleibt immer bei mir. Ich habe mich entschieden ohne Drogen leben zu wollen, ich muss mich immer wieder entscheiden, was auch Verantwortung bedeutet. Mein Leben habe ich somit selber in der Hand. Ich will Leben. Leben bedeutet mittlerweile für mich, Gefühle erleben und zu spüren, Es hört sich so einfach an, doch das ist es gar nicht, denn da kommen auch die negativen zu. Die Entscheidung bleibt bei mir, ich will Drogenfrei leben. Nur so, erfahre ich was Leben ist.
[Liebe Karina, vielen Dank für Deinen Beitrag. Du wurdest mit dem Tod konfrontiert und hast Dich nun fürs Leben, für Gefühle und für die Liebe entschieden. Wir haben tagtäglich die Möglichkeit eine Richtung einzuschlagen. Zwischen Glück und Unglück liegen nur kurze Entscheidungsmomente. Tagein, Tagaus. Was letztendlich richtig ist wissen wir nicht, doch der Tod oder Schmerz kann es wohl nicht sein. Vielleicht müssen wir lediglich einen Schalter umlegen und das Glück einfach permanent zulassen. Wir Alle sitzen doch im Grunde im gleichen Boot, lassen wir den ganzen Bullshit um uns herum und widmen wir uns den Dingen, nachdem sich unsere Herzen ganz stark sehen; Du bist nicht Allein... Anton, Team Sonderglocke]
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