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::: von "cid" :::

Es war ein absolut geiler Trip...

Ich hab schon oft daran gedacht, meine Geschichte zu veröffentlichen, hab aber leider nie was gefunden! Ich habe nie mit –H- [Heroin] was am Hut gehabt, deswegen hab ich vielleicht weniger schlimme Erfahrungen gemacht, aber ich möchte das was ich daraus gelernt hab sehr gern veröffentlichen! Es ist schwierig alles in Worte zu fassen. Deswegen wird dieser Text mehr ein Anriss sein, als die „ganze Geschichte“ !!

Also, als ich 15 war hab ich mich nachmittags immer mit meinen Freundinnen getroffen. Wir waren so ne richtige Mädchenclique und alles war Tipp top. Irgendwann mal auf einer Fete haben wir über Drogen gesprochen, also das einige von uns ja gerne mal kiffen würden. Dann haben wir das Thema aber eigentlich wieder vergessen, bis wir auf der nächsten Fete im Dorf waren und ich betrunken war und einfach jemanden gefragt habe ob ich mal einen rauchen könnte. Er sagte direkt: „Ja klar“ also gingen wir in sein Auto und ich rauche das erste Mal gras. PUR!!! Ich war ganz schön durch den wind. Bin dann schnell in unser Zeltlager und hab geschlafen.

Na ja nix passiert, außer das ich auf den Geschmack gekommen bin. Direkt in der nächsten Woche hab ich mir in der Schule ohne großen Aufwand etwas Dope besorgt. Anfangs hab ich das mit meiner Freundin geteilt und wir haben Stickies geraucht also ganz klein angefangen. Dadurch, das ich mir in der Schule was besorgt hab sind die Jungs aufmerksam auf mich geworden und haben mich mal einen Abend eingeladen. Als ich den Abend bei den 5 Jungs war, hab ich erstmal richtig geraucht.

Irgendwie war das auch ziemlich cool. So nahm das alles dann seinen Lauf. Ich war immer öfter bei den Jungs und hab immer mehr geraucht. Bis ich zum Schluss sozusagen der Motor in der Clique war. Ich hab immer alle animiert, jeden tag dope besorgt und am Wochenende zugesehen das wir irgendwo hin konnten zum rauchen. Meine Freundinnen hab ich immer mehr vernachlässigt! Dann ging das ganze weiter auf der Schule schnell hab ich Kontakt zu den anderen geknüpft und hab mich auch mit denen getroffen die „druff“ waren. Also auf „E“ oder „LSD“. Irgendwann bin ich mit einem zusammen gekommen der auch chemische Drogen nahm. Da hab ich noch so um die 60 kg gewogen. Dann sind wir zusammen ins Kino gegangen und er hat mir eine Pille angeboten ich habe sie dankend genommen.

Es war ein absolut geiler Trip. Er war auf Pilzen und wir hatten Unmengen spaß. So ging das ständig weiter bis ich eines Abends bei ihm war er mir ein „ticket“ gegeben hat und sich dann von mir getrennt hat. Dann hab ich das ticket genommen und bin zu meinen Jungs gefahren. Ich war mittlerweile 16 und bin mit einem Roller gefahren. Das war der längste Trip den ich hatte, der ging in etwa 18 stunden. Meine Eltern bemerkten nichts, auch meine Freunde verstanden es nicht! Ab da war ich voll drauf. Hab alles zu mir genommen jede Minute wann und was nur ging. PEP, LSD, E, PILZE, HASCH, HOLZROSENSAMEN; Gewicht: 55 kg.

Jedes Wochenende waren wir in irgendwelchen Technodiscos und waren nie vor 6.00 am zuhause. Schule lief so nebenher. Ich wundere mich, dass ich das alles trotzdem so gut gemacht hab. Na ja, irgendwann hab ich mich mit den Jungs gestritten und dann bin ich in eine andere Clique, die auch verkauft haben. Manchmal hab ich auch was verkauft, aber eher selten. Stattdessen hab ich mit KOKS angefangen. Gewicht: 50 kg. Die Jungs mit denen ich ab nun unterwegs war waren alle meistens auf -H- [Heroin] da mein Onkel aber an –H- gestorben ist, hab ich da die Finger von gelassen. GOTT SEI DANK!!

So ging das ganze 3 Jahre weiter. Ich war mal hier, mal dort. Traf mich wieder mit den „alten“ Jungs und verstand mich wieder mit meinem Ex –Freund. Ich verlor immer mehr an Gewicht. Hab mal Ferienjob bei meinen Papa in der Firma gemacht. Bevor ich meine Schicht um 6.00 am begann, hab ich immer PEP bei uns auf dem Küchentisch gezogen. Meine letzte zeit bestand eigentlich nur aus Pep ziehen. Immer mehr und geschlafen hab ich auch schon lange nicht mehr. Bis ich irgendwann mit 18 ungefähr nur noch 42 kg gewogen hab. Dann wurden meine Freundinnen aufmerksam und sprachen meine Eltern an. Als ich dann den Dienstag aus der Schule kam, saß meine Mama in der Küche und weinte. Ich fragte, was los sei und sie sagte nur, dass sie von meiner Drogensucht wüsste. Ich solle sofort einen Urintest machen (sie hatte schon alles vorbereitet) ich verschob das alles auf den nächsten Tag und begann Unmengen an Tee in mich reinzuschütten. Hatte meine Jungs schon angerufen, sie sollen acht geben, denn meine Mutter sagte mir, das sie die Polizei verständigt hätte und das die jetzt nach meinen Freunden gucken würden. Ja Tee ohne Ende, kohle Tabletten und nachts Essig getrunken und man glaubt es nicht. Es half. Der Test ergab ein wenig THC und etwas Amphetamine. Gut so. So konnte ich behaupten, dass ich nicht viele Drogen nahm.

Das war das Stoppen des Konsums. AUFHÖREN bedeutet was anderes. Bei mir zog sich das Aufhören fast über ein Jahr hin. Meine Eltern haben so gut reagiert, meiner Meinung nach konnten sie es nicht besser (für mich) machen.

„Mach was du willst, seht zu das du dein Leben wieder in den Griff bekommst“ Das war das einzige was meine Eltern dann zu mir gesagt hatten. Und ab da ignorierten sie mich. Kein guten morgen kein gute Nacht, kein „wie war’s in der Schule“ kein „willst du auch was essen“!! Ich ging täglich in die schule und danach hab ich mich in mein Zimmer gesetzt und geschrieben. Konnte ja auch mit keinem reden, weil mich eh keiner verstanden hat. Mittlerweile ist aus dem anfangs einem Heft, vier geworden. Es ist jetzt fast 5 Jahre her und ich habe immer noch Probleme damit. Mit den Sachen die ich meinen Eltern meinen Freunden meinem Körper angetan hab. Meine Leber mein Magen alles total kaputt.

Es dauerte ein ¾ Jahr bis ich wieder normal essen konnte und bis ich wieder zunahm. In der Zwischenzeit haben meine Eltern mich 2 Wochen aus der Schule genommen und wir sind in einen Familien Ski Urlaub gefahren. Da hab ich viel mit meiner Mama geredet. Das war wichtig und tat gut, denn ab da wusste ich, das da doch jemand ist, der zu mir steht obwohl ich Mist gebaut habe. Weil Freunde hatte ich keine mehr. Meine Freundinnen wollten nichts mit mir zu tun haben und mit den Drogenleuten wollte ich nix zu tun haben. 2 davon sind tot. –H- !! Weitere 2 sind tot, weil sie einen Autounfall nach einem Discobesuch –kein kommentar- hatten. Ich war also alleine, aber zu der Zeit erkannte ich, was es heißt FAMILIE zu haben.

Ich konzentrierte mich nur noch meine Familie, mein Bruder unsre Katze und war viel bei meiner Oma. Eines Abends rief ein Freund an, den ich seit meiner Geburt kenne und mit dem ich aufgrund meines Drogenkonsums auch nichts zu tun hatte. Er fragte ob ich mit ihm weggehen will. Ich ging mit ihm nach Frankfurt in eine Disco und erzählte ihm alles. Aber da war eine verdammt gute und intensive Freundschaft geboren. Er hat mich sozusagen resozialisiert… Ich habe dann mein Abitur gemacht, als nervliches Wrack. Aber ich habe es bestanden und danach ein soziales Jahr gemacht. Dort hab ich meinen 2. Freund kennen gelernt mit dem ich 2 Jahre zusammen blieb. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten Gefühle aufzubauen geschweige denn zuzulassen. War so sehr verletzlich. Seitdem ich wieder getrennt bin, lebe ich alleine. Einerseits schön andererseits hab ich damit auch ein großes Problem. Na ja egal das ist ein anderes Thema. Mittlerweile hab ich wieder ein normales Gewicht und ich studiere, habe wieder sehr viele Freunde und bin wieder mit meinen damaligen Freundinnen befreundet. Auch die stehen zu mir egal was ich denen angetan hab. Man lernt, was es heißt FREUNDE zu haben. Außerdem hab ich gelernt auf meinen Körper zu hören. Ich achte viel mehr auf mich, was ich früher nie getan habe.

Ich gehe sehr offen mit dem Problem DROGEN um, denn ich denke das ist mittlerweile ein dominierendes Problem unserer Gesellschaft. Die Konsumenten werden immer jünger und ich denke dass die Aufklärung noch lange nicht dem Endstadium nahe ist. Ich finde es gut, das es so eine Site wie diese hier gibt, wo man sich auch austauschen kann und einfach erzählen kann weil man denkt ja eh das keiner die eigenen Erfahrungen verstehen kann. Ich denke von mir, dass ich die ganze Sache sehr gut überstanden habe. Es hat viel Kraft gekostet aber die ist es WERT aufzubringen denn ich genieße mein Leben viel mehr als vorher. Ich lebe bewusster. Und das will ich hier auch noch mit auf den Weg geben. Man kann auch vom Leben ein „high“ bekommen und es ist auf jeden Fall lebenswert. Egal, was man für Probleme hat. In Worte fassen (aufschreiben?) und ANPACKEN!!!! Es kostet Kraft und Energie aber meiner Meinung nach hat die jeder Mensch.

Es gibt noch so viel zu erzählen, leider würde das den Rahmen sprengen. Aber ich hoffe, meine Message ist rübergekommen. Es ist ein schwieriges und hartes Thema, aber ich rede gern darüber weil man sehr viel daraus lernen kann. Wenn ich mein Leben noch mal leben müsste würde ich nichts anders machen. Was ich daraus gelernt habe will ich nie missen...

Ich wünsche allen ein schönes Leben macht was draus und ich hoffe für alle, das ihr das auch so schafft wie ich.

[Cid, vielen Dank für Deinen Beitrag. Du hast Recht, schreiben hilft. Es enthült die Wahrheiten, denen man, in guten wie in schlechten Zeiten gerne aus dem Weg geht. Möge aud Deinen vie Heften ein Roman werden. [Anton, Team Sonderglocke]

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