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Von "Toxy"

Hallo,

ich möchte mich nun auch mal vorstellen. Eigentlich wollte ich dies erst dann machen, wenn ich ein schönes Avatar habe, aber das haut auf die Schnelle nicht so hin, da ich keine Ahnung habe, wie ich eigene Zeichnungen als Ava nutzen kann. Naja, macht nix, kann mein Ava ja immre noch ändern. Auf euch aufmerksam geworden bin ich über einen Link im medizin-forum, oder wars bei psychic.de,...hmm, weiß nicht mehr so genau.

Bevor ihr meine Geschichte lest, will ich mich schon mal im voraus dafür entschuldigen, dass ich nicht sehr viel über meine Angstsymptome geschrieben habe. Es fällt mir noch ziemlich schwer, warum werdet ihr verstehen, wenn ihr meine Geschichte gelesen habt. Hier meine Geschichte:

Ich wuchs als älteste Tochter zweier Alkoholiker zusammen mit meiner sechs Jahre jüngeren Schwester im Ruhrgebiet auf. Meine Eltern jobten ab und zu, aber überwiegend lebten wir von staatlicher Unterstützung. Die finanziellen Verhältnisse in denen ich aufwuchs waren also sehr bescheiden. Mein Vater unternahm manchmal Diebestouren um uns Kleidung und ähnliches, was wir uns von der Sozialhilfe nicht leisten konnten, zu beschaffen oder um Elektrogeräte zu stehlen, die er anschließend weiter verkaufte um uns vom Erlös Lebensmittel (und Alkohol) zu kaufen.

Manchmal bekamen wir von dem Vater (trockener Alkoholiker) meiner Mutter etwas Geld zugesteckt, jedoch nicht so oft, da er meinen Vater nicht akzeptierte, weil dieser Ausländer (Ukrainer) war. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch mein Opa väterlicherseit, und beide Großeltern mütterlicherseit. Alle drei Alkohol- oder Tablettenabhängig. Laut meiner Beurteilungen aus der Grundschulzeit, war ich früher zwar selbstbewußt aber schon immer unsicher und ängstlich. Wen wunderts bei den Umständen?

Nach der Grundschule kam ich aufs Gymnasium und dort fingen die eigentlichen Probleme richtig an. Mit meinen dortigen Klassenkameraden hatte ich einfach nichts gemeinsam und ich war ihnen in jeder Beziehung haushoch unterlegen. Und dadurch, dass meine Eltern immer mehr tranken, fühlte ich mich sowieso schon besch***** genug. Durch die Sucht meiner Eltern kam meine Erziehung sehr zu kurz.

Ich wurde nicht auf das Leben vorbereitet, indem man mir Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl vermittelte. Mir wurde nie gesagt, was richtig und was falsch ist, ich wurde nie gelobt, bekam keine Anerkennung und körperliche Nähe war von jeher ein Fremdwort. Mein Vater, der an und für sich ein emotionaler Mensch war und von dem es in meine ersten Lebensjahren noch Streicheleinheiten gab, wurde irgendwann von meiner Mutter dazu angehalten, dies bleiben zu lassen, mit dem Argument, ich sei für sowas zu alt und es gehöre sich ab jetzt nicht mehr. Ich muss so ca. 9 Jahre alt gewesen sein.

Mit diesen Defiziten ausgestattet befand ich mich nun also, zudem noch in abgetragener Kleidung aus einer caritativen Kleiderkammer, inmitten von "normalen", Markenkleidung tragenden und aus gutsituiertem Hause stammenden Fünfklässlern! Eine nicht grade gute Ausgangsposition, wie ich finde.

Die eiskalte und alkoholgeschwängerte Atmosphere zuhause und die Hänseleien meiner Klassenkameraden in der Schule führten dazu, dass meine schulischen Leistungen von sehr gut bis gut auf ausreichend bis mangelhaft sanken. Ich fühlte mich permanent schlecht, weil ich bei den Erzählungen von tollen Urlauben, Geschenken, Markenklamotten, usw nicht mitreden konnte.

Natürlich konnte ich zuhause nicht über meine Probleme reden, versuchte ich es mal, bekam ich nur zu hören, da müsse ich eben durch Punkt. Ich wurde immer stiller und zog mich in mich zurück. Abends weint ich mich oft in den Schlaf und wenn meine Eltern volltrunken anfingen zu streiten und die Wohnungseinrichtung zu demolierten, nahm ich meine kleine Schwester und verschwand über den Balkon (wir wohnten zum Glück in der Parterre) in Nachthemden und zu Fuß zu meinen 2 Kilometer entfernt wohnenden Großeltern. Dort schliefen wir dann und mein Opa informierte morgens meine Mutter, damit sie uns abholen konnte.

Wieder zuhause, wo wir sahen, was alles zu Bruch gegangen war, wurde kein Sterbenswort über die vorabendlichen Ausraster verloren. Niemand informierte uns warum sowas passierte, es wurde einfach nicht mehr darüber gesprochen. Wir wurden mit unserm Kummer total alleine gelassen und nur dazu angehalten, darüber kein Wort nach außen dringen zu lassen. Was in der Familie passiert, geht keinen etwas an, hieß es immer. Und man solle niemandem vertrauen und niemandem seine Tränen zeigen. Über Gefühle zu reden oder sie zu zeigen war verpönt, zu weinen sowieso.

Ich schwänzte immer häufiger die Schule, weil ich den Hänseleien nicht entgegensetzen konnte und brachte meine Mutter dazu, mich die Schule wechseln zu lassen. Als ich also in der 7. Klasse des Gymnasiums war, wechselte ich auf eine Realschule. Von dieser erhoffte ich mir, in den Klassenverband integriert zu werden und mich dort nicht mehr so minderwertig zu fühlen.

Doch auch auf der Realschule wurden meine Hoffnungen nicht erhört. Auch dort gab es niemanden, der aus einer ähnlichen familiären und finanziellen Situation kam. Zudem fing es in dem Alter langsam an, dass sich alle für das andere Geschlecht interessierten. Doch bei mir lagen die Karten ziemlich schlecht. Da ich nicht nur, wie schon gesagt, keine moderne Kleidung trug und ziemlich still war sondern zudem auch noch furchtbar schlecht Zähne hatte und ein richtiger Trauerkloß war, verliebte sich natürlich niemand in mich.

Ich war mittlerweile mitten in der Pubertät und über die damit zusammenhängenden Probleme konnte ich immer noch mit niemanden reden. Zwar hatte ich immer mal eine etwas engere Freundin, aber dank der Einimpfung meiner Mutter bzw Eltern, bloß nichts von seinen Gefühlen oder der familiären Situation zu erzählen, sprach ich auch mit diesen Freundinnen nicht darüber.

Ich war grade ca ein Jahr auf der neuen Schule und 14 Jahre alt, da starb mein Vater an den Folgen seiner Leberzirrhose. Auch darüber wurde nicht gesprochen, jeder sah zu, wie er alleine damit fertig wurde. Meine Mutter verbrachte Monate zugedröhnt im Bett und ich ging erstmal bis auf weiters nicht mehr in die Schule. Meine Mutter kümmerte sich nicht um mich sondern beauftragte mich täglich, ihr im Supermarkt Wodka zu kaufen, betrank sich und versank im Selbstmitleid.

Ich hatte Schuldgefühle wegen dem Tod meines Vaters, da ich mir vor nicht allzu langer Zeit gewünscht hatte, dass meine Eltern sterben sollten. Zudem fehlte er mir, da ich zu ihm eine etwas stärkere Bindung hatte als zu meiner Mutter. Ich war total traurig und durcheinander und es gab niemanden der mich getröstet hätte oder mit mir über alles geredet hätte.

Ich fing an mich herumzutreiben und lernte Jugendliche und Punks kennen, die aus Heimen kamen und/oder Alkohol und Drogen nahmen. Von ihnen wurde ich in ihrer Mitte aufgenommen und ich hatte endlich einmal das Gefühl, dass ich irgendwo dazu gehörte. Zwar wurde dort auch nicht über Gefühle geredet, aber da ich es ja auch nicht anders kannte, fühlte ich mich bei ihnen wohl. Ich begang damit, Alkohol zu trinken, Klebstoff zu schnüffeln, zu Kiffen, Tranquillizer einzuwerfen, klaute, verlor meine Jungfräulichkeit und prostituierte mich. Ich war fast permanent breit von irgendwelchen Sachen, denn dadurch wurde ich immer lockerer im Umgang mit anderen, hatte keine Ängste mehr und fühlte mich wohler als clean.

Zur Schule ging ich gar nicht mehr und immer öfter blieb ich mehrere Nächte von zuhause weg. Manchmal nahm ich meine Schwester, die immer fürchterlich weinte, wenn ich mal zuhause vorbei sah und wieder gehen wollte, mit. Wir übernachteten dann bei einem meiner Freier oder bei Kumpels im Keller. Ich wurde einige Male beim Klauen und beim Einbrechen erwischt und wurde zwei Mal zu vier Wochen Jugendarrest verurteilt.

Als ich 16 Jahre alt war, wurde mein Treiben bemerkt und das Jugendamt schaltete sich ein. Als ich aus dem letzten Arrest entlassen werden sollte, holte mich mein Vormund vom Jugendamt dort ab und brachte mich nahtlos in ein geschlossenes Mädchenheim im Bergischen. Dort blieb ich für zwei Jahre bis ich 18 wurde.

Die Zeit dort war im Nachhinein betrachtet sehr erholsam. Ich fühlte mich wohl und machte auf der heiminternen Schule meinen Hauptschulabschluss nach. Danach wollte ich meinen Realschulabschluss nachholen und da es auf der heiminternen Schule nicht möglich war, wurde ich auf einer öffentlichen Schule angemeldet. Nach der ersten Woche wollte ich da aber nicht mehr hin, weil ich mich dort wiedereinmal so vollkommen anders als alle anderen empfand. Ich fand auch keinen Anschluss, war sehr still und in mich gekehrt. Also brach ich die Schule ab und meldete mich für eine schulische Ausbildung zur Kinderpflegerin an.

Doch auch dort war es wieder dasselbe und ich brach auch dieses Mal ab. Die Erzieher konnten nichts machen, weil ich ja nicht bereit war mit ihnen über mich zu reden. So verließ ich das Heim kurz darauf als ich 18 wurde und kehrte zurück ins Ruhrgebiet. Allerdings nicht nach hause, sondern in eine eigene Wohnung zusammen mit meinem damaligen Freund. Während der Heimzeit hatten sich die Erzieher darum gekümmert, dass ich eine Zahnsanierung durchführen ließ und kümmerten sich darum, dass ich anständige Kleidung bekam. So kam es, dass auch ich endlich einen festen Freund fand, der mit mir zurück ins Ruhrgebiet zog.

Dort lief dann alles fast so weiter, wie vor zwei Jahren. Ich trank und kiffte (während meines Heimaufenthaltes war dies nur äußerst selten vorgekommen) und irgendwann probierte ich Heroin. Diese Droge gab mir ein Gefühl, dass ich gar nicht kannte und das ich heute als Geborgenheit bezeichnen würde. Es wärmte mich innerlich und machte mich gleichzeitig unheimlich cool. Nichts machte mir angst, meine Schüchternheit war wie weggeblasen und ich nahm alles sehr leicht.

Was in den nächsten Jahren passierte will ich nicht weiter ausführen, denn es ist die klassische Drogenkarriere, die man schon x-Mal gehört oder gelesen hat. Zu dem Heroin kamen noch der Konsum von Benzos, Speed, Kokain, LSD, Ecstasy und Opium und natürlich Alkohol, viel Alkohol. Meine Ängst waren zwar immer noch da, aber die Drogen halfen mir meist, sie voll und ganz zu verdrängen. Nur manchmal, wenn ich nicht breit genug war, schlugen sie durch und trieben mich dazu, mir zweimal das Leben nehmen zu wollen.

Nach mehreren Psychatrieaufenthalten und Entzügen war ich irgendwann psychisch total am Ende. Ich war mittlerweile 26 Jahre alt, hatte meine Wohnung verloren, wohnte bei einem Bekannten außerhalb des Ruhrgebiets in einer Großstadt und mir ging es so schlecht wie nie zuvor. Ich entschloss mich nun endlich eine stationäre Therapie zu starten. Schlimmer als mein Leben jetzt war, konnte nichts mehr sein.

Ich machte also eine Drogenentwöhnung, die alles in allem (inklusive Nachsorge, betreutem Wohnen usw) über 28 Monate dauerte. Dort lernte ich meinen heutigen Ehemann kennen, der ebenfalls Ex-Junkie ist, und wir nahmen uns gemeinsam eine Wohnung.

Er ist das Beste, was mir jemals passiert ist und dank seiner gefühlsbetonten, liebevollen Art und seiner Hartnäckigkeit hat er mich dazu ermutigt, genau zu hinterfragen, was mit mir "nicht stimmt". Zwar habe ich während der Drogentherapie viele neue Einsichten gewonnen und neue Verhaltens- und Denkmuster erlernt, aber an meiner eigentlichen Angst, habe ich bisher nicht gearbeitet. Bis vor kurzem war ich immer noch damit beschäftigt, meine Drogensucht zu bewältigen.

Doch nun, da sie eingedämmt ist, merke ich, dass immer noch etwas nicht stimmt, und dass die Sucht eigentlich nur ein Symptom für meine eigentliche Problematik war bzw ist. Heute, wo ich ohne meine Krücken (Drogen) durch die Welt gehe, kommen so viele Schwierigkeiten auf mich zu, die ich nicht zu bewältigen in der Lage bin. Ich habe erst vor kurzem das Krankheitsbild der sozialen Angst entdeckt.

Und nachdem mir von diversen Psycho-Docs die verschiedensten Diagnosen gestellt wurden (Boderline-Syndorm, Depressionen, Psychose,...), ich mich jedoch mit keiner davon identifizieren konnte, war es für mich eine riesige Erleichterung, als ich gewahr wurde, dass es viele Menschen gibt, denen es genauso geht wie mir und dass es dafür einen Namen gibt! Ich habe davon in meiner Drogentherapie nichts erzählen können, höchstens hab ich es mal angerissen, denn der Schwerpunkt der Therapie lag nun mal bei der Drogenentwöhnung und ich traute mich nicht, auch noch etwas zu meinen Ängsten zu erzählen. Zumal es mich eh schon eine mordmäßige Überwindung kostete überhaupt etwas von mir preiszugeben.

Jetzt hoffe ich in meiner Stadt einen geeigneten Therapeuten zu finden und dass ich die Angst genausogut wie meine Drogensucht in den Griff bekomme. Ich bin derzeit arbeitslos (habe aber während meiner Therapie einen Berufsabschluss nachmachen können) und meine Angst behindert mich, mir eine Arbeitsstelle zu suchen. Ich wünsche mir mehr als alles andere, dass sich das in naher Zukunft ändert. Die schlechte Lage des Arbeitsmarktes ist mir zwar bekannt, aber ich denke, ich würde einen Job finden. Zumal ich da keine hohen Ansprüche habe, ich würd meinetwegen auch Putzen gehen oder so. Wenn da nur nicht die Angst wäre, mich irgendwo vorzustellen...

Meine Geschichte ist ziemlich lang geworden und vielleicht hätte ich mir manches sparen können und stattdessen mehr über meine Symptome schreiben sollen. Aber ich musste das alles einfach einmal loswerden. Und bevor ich jetzt wieder anfange lange darüber nachzudenken ob ich mich wirklich mit dieser Geschichte vorstelle und ich es dann doch bleiben lasse, weil ich zu dem Entschluss komme, dass ich wohl das Thema verfehlt habe (dies ist übrigens ein Teil meiner Angst), stell ich sie jetzt einfach rein, hoffe dass ich euch nicht gelangweilt habe (was auch Teil meiner Angst ist) und bedanke mich bei euch für das Lesen meiner Geschichte und verspreche, dass ich bald etwas von meinen Ängsten erzählen werde. toxy

[Anm. d. Red.: Liebe Toxy, wir danken Dir sehr für Deinen Beitrag. Deine Geschichte hat uns ganz und gar nicht gelangweilt; im Gegenteil. Im übrigen freuen wir uns auch für Dich: Es ist oft hilfreich, wenn man sich seine eigene Geschichte von der Seele schreibt...Wir wünschen Dir alles Gute. Bleib gesund und tapfer. Anna -Team Sonderglocke P.S. Kannst Du Dich nochmal bei uns melden, Toxy? ]

 

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