Ich war 14...
::: von "Sunshyne" :::
Meine beste Freundin, 1 Jahr jünger als ich, und ich waren oft gemeinsam unterwegs. Wir gingen auf Parties und sie lernte Ihren zukünftigen Freund kennen. Er genauso alt wie ich und immer auf Achse. Wir trafen uns oft nachmittags an der Schule, unserem "Intreffpunkt". Irgendwann kam K. (ihr Freund) das erste Mal mit Zigaretten zur Schule. Mittlerweile waren wir nicht mehr nur zu dritt, es hatten sich noch 5 weitere zu uns gesellt. Natürlich wollte keiner so dastehen, als hätte er nicht den Mum an einer Zigarette zu ziehen und außerdem ist das doch so wahnsinnig cool. Nach diesem Tag gab es keinen Nachmittag mehr ohne Zigaretten.
Nach einer Weile wurde es K. zu langweilig und er kam mit ein paar Dosen Bier zu unserem mittlerweile täglichen Nachmittagstreff. Um nicht als Looser dazustehen tranken natürlich alle mit und wir besprachen unsere Wochenendpläne. Das folgende Wochenende sollte in unserem Jugendzentrum eine Party steigen und wir waren natürlich alle vollauf begeistert. An diesem Samstag fuhren wir dann zu dieser Party, tranken Bier. Nach einer Weile waren wir alle gut angetrunken und einer der Burschen packte auf einmal ein Päckchen aus. Ich war mir nicht sicher was das nun war.
Jedenfalls begann er dann sich einen "Joint", wie er sagte zu drehen und gab ihn dann großzügig wie er war rum. Nach kurzem zögern zogen auch meine Freundin und ich am Joint und fühlten uns großartig, denn wir hatten ja jetzt was getan, was unsere Eltern unter Garantie nicht befürworten würden. Der Abend endete und wir gingen in den darauf folgenden Wochen immer öfter an die Schule und ins Jugendzentrum um zu rauchen, Bier zu trinken oder zu kiffen. Die Schule wurde uns egal und unsere Leistungen sackten immer weiter ab.
Bis zu jenem Abend an dem K. irgendwas "billiges" zum kiffen von irgendeinem Typen gekauft hatte, was angeblich so richtig reinhauen sollte. Ich rauchte natürlich auch und übergab mich. Ich war an einem Punkt an dem ich mir dachte, was ich hier eigentlich machte. Meine schulischen Leistungen waren so schlecht, dass ich Schule wechseln musste. Meine Mutter wollte, dass ich den Kontakt zu diesen Leuten abbreche. Ich habe es aus trotz nicht getan, kiffte aber nahezu nicht mehr. Dadurch wurde ich in den Augen von meinen "Freunden" natürlich immer uninteressanter.
Nach ein paar Wochen in meiner neuen Klasse lernte ich dann meinen späteren Freund kennen. Wir trafen uns oft, ich machte immer weniger mit meiner Clique. Irgendwann einmal sagte er mir, er habe keine Lust mit einem Mädel zusammen zu sein, dass auch nur annähernd etwas mit Drogen zu tun habe. Dank ihm brach ich den Kontakt zu meiner Clique nahezu gänzlich ab und wenn ich heute sehe, was aus dem Großteil geworden ist, dann kann ich ihm nur dankbar dafür sein.
Zwei Monate später hatten wir Klassentreffen, von meiner ehemaligen Klasse. Meine damalige beste Freundin und ihr Freund waren auch da. Wir zelteten. Zu späterer Stunde meinte sie ich solle doch mal mitkommen. Wir gingen ins Zelt und sie holte aus ihrer Hosentasche ein Tütchen mit zwei weißen Pillen. Ich fragte sie was das sei und sie meinte ganz gelassen "Extasy" und ob ich auch eine haben wolle. Ich verneinte, fragte sie warum sie das mache und bekam nur die Antwort, dass das Feeling super sei und ich sollte es doch auch mal versuchen. Ich konnte ihr nicht ins Gewissen reden. Irgendwie glaube ich war es schon da so weit, dass sie ohne einen größeren Einschlag in ihrem Leben nicht mehr "rauskommt".
Heute, vier Jahre später, wenn ich sie sehe, werde ich sehr traurig, denn ich hatte viel Spaß mit ihr, in Zeiten in denen wir noch ganz normale Mädels waren. Sie tut mir Leid, denn sie ist "fertig", hat immer Augenringe, ist immer, wenn ich sie sehe auf Drogen und ist immer noch mit K. zusammen ohne den das alles, da bin ich überzeutgt, nicht begonnen hätte. Dieser war mittlerweile 2 mal im Knast und hat drei Lehrstellen geschmissen. Ich wünsche mir so für sie, dass sie von dem Typen loskommt und irgendwann einmal wieder ein normales Leben führt...
[die Autorin möchte anonym bleiben, ihr Name ist der Redaktion bekannt]
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