Gräfelfinger Geschichten,
oder wie die Kuh vom Eis kam
::: von "Schreier" :::
Therapie: nur um der Strafe zu entgehen ich war zu derzeit auch in Gräfelfing als diese Sache von euch entstanden ist (www.sonderglocke.de und die fetten Jahre sind vorbei!?). Ich wollte anfangs eigentlich nur Therapie machen um meiner gerechten Strafe für das was ich verbrochen habe zu entgehen, nach den ersten 4 Wochen, fand ich es ganz gut auf Therapie und dachte wirklich ich könnte es schaffen danach drogenfrei zu leben, doch ich wurde eines besseren belehrt.
nach 4 Monaten rückfällig Ich und einige anderen Leute wurden ca. nach 4 Monaten der Therapie rückfällig also sozusagen so ab dem Vollausgängerstatus, aber anstatt die Sonderglocke zu drücken oder mit einen Therapeuten zu reden, verfrachtete ich mich immer mehr wieder in die Sucht zurück, ich war jeden Tag ca. 1 /12 Monate lang auf Heroin, als ich mal keins hatte, war ich dann mittlerweile sogar wieder affig (entzügig), ich dachte die Leute müssten dass doch merken, die haben doch alle selber mal was genommen, doch keiner merkte es.
Drogen während der Therapie Ich ging jeden aber um 21Uhr auf mein Zimmer, ballerte (spritzte) mir mein zeug und chillte dann im Zimmer. Ich saß dicht bei den Sonderglocken, Konferezen, ich bediente die Teamer und die anderen Patienten (dicht) im Arbeitsbereich Service und so weiter und so fort.
Heimfahrt > Hauptbahnhof > erster Schuss Doch eines Tages ging ich dann auf meine lang ersehnte Heimfahrt und an diesen Tag sollte dann alles auffliegen. Ich fuhr in der früh an den Hauptbahnhof, kaufte mir erstmal 3 Bier die ich dann genüsslich trank und fuhr heim zu meinen „Eltern“ in meiner Heimatstadt angekommen, traf ich erstmal ein paar Kollegen. Ich holte mir von denen ein bisschen Zeug und fuhr dann nach Hause zu meinen Eltern. Ich war grade dabei, mir einen Hit zu machen, als das Handy klingelte und Ingrid meine Therapeutin dran war und mir sagte es sind gerade 9 Leute rausgeflogen und ich solle sofort zurückkommen und alles aufklären, ich hätte bis 19 Uhr zeit. Ich sagte Ihr ich werde Sie gleich zurückrufen.
Wieder voll drauf Ich rief Sie dann nach 10 Minuten zurück und sagte Ihr ich komme nicht wieder. Sie erzählte mir irgendwas, das sie die Hand für mich ins Feuer gelegt hätte und ich Sie entäuscht habe, mir war das derzeit egal ich war ja schließlich wieder drauf.
Nach Abbruch der Therapie Ich blieb dann das Wochenende bei meinen Eltern, erzählte denen wie gut es auf Therapie ist und fuhr Montag wieder nach München, dort hob ich mein restliches Geld von 2000.€ ab und verballterte alles in ca. 2wochen, ich gab richtig gas, Heroin, Kokain… Als ich dann kein Geld mehr hatte schloss ich Handyverträge ab und machte so wieder Ca 1000€ insgesamt um mir damit Zeug zu kaufen. Schließlich stand dann eines Tages, ca. 4 Wochen nach Abbruch der Therapie die Polizei in meiner Münchner Wohnung und verhaftete mich.
7 Wochen im Knast Ich saß dann ca. 7 Wochen in Stadelheim, dort hatte ich anfangs eine scheiß zeit, der Entzug war richtig hart und ich hatte kein Geld, Gott sei Dank kannte ich einige Leute die mir Taback und sonstige Sachen gaben.
endlich wieder clean Auch hatte ich viel Zeit zum nachdenken in Stadelheim (Gefängnis) und mir wurde klar ich will nie wieder so enden wie vor dem Knast. Als ich dann entlassen wurde, hab ich mir erstmal wieder einen Schuss gegeben, doch mein Kopf hat sich dagegen gewehrt und mir mitgeteilt dass das nicht so wieder anfangen darf. Ich rief daraufhin meinen Vater an und bat Ihn mich zuhause aufzunehmen. Ich zog dann 2 tage nach meiner Entlassung wieder bei meiner Familie ein. Jetzt 6 Monate später, habe ich wieder eine Arbeit (in meinen erlernten Beruf It-Systemadministrator/Netzwerkadministrator) verdiene gutes Geld
und bin clean.
Das einzige Problem was ich habe, dass ich 3000€ Schulden habe, aber das ist egal denn ich Lebe endlich und mir geht es gut.
Mein Fazit ist: Man kann es nur schaffen drogenfrei zu leben, wenn man seine Familie hat oder jemanden den man Liebt der/die einen dabei unterstützen und helfen.
Ich danke euch für das lesen meines Textes und freue mich über jedes Feedback
Gruß euer Schreier
[Lieber Schreier, wir danken Dir sehr für diese Geschichte. Die Liebe scheint im übrigen tatsächlich ein Allheil- und Hilfsmittel zu sein. Wir kümmern uns so oft, um alle unmöglichen Dinge und vergessen dabei das Wesentliche: die Liebe. Hoffen wir, dass wir diese Erkenntnis nicht so schnell wieder vergessen ;-). LG Anton/Team Sonderglocke
P.S. Wir suchen sogar dringenst einen
Systemadministrator/Netzwerkadministrator]
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