Von: "Ricky"
Hallo, mein Name ist Ricky, ich bin 24 Jahre jung und möchte meine Geschichte hier mal los werden.Ich bin Suchtkrank, aber clean seit ca 4 Monaten und bin sehr stolz auf jeden Tag den ich es weiterhin bin. Wieso ich überhaupt "drauf gekommen" bin?!?
Hier meine Geschichte, für jeden die sie interresiert.
Meine Drogenkarierre fing an da war ich gerademal 12 Jahre alt. Mein Vater meinte Dinge mit mir machen zu müßen, die ein Vater nicht mit seiner Tochter macht. Ich glaube ihr wißt was ich meine!!Naja, jedenfalls hing ich damals schon mit viel Älteren ab, die cool waren und Dope nahmen. Meine erste Droge war Crystal und dann kamen schnell Speed, Koks,Schmerztabletten, X-tasy, LSD usw. hinzu.
Anfangs noch sehr sehr wenig und selten. Als dann meine Mutter starb und ich in ein riesiges schwarzes Loch fiel, meine Familie mich verantwortlich für den Tod meiner Mama machte, und mir damit die Zeit zum trauern nahm, weil ich Spießruten in unserem Dorf lief. Da die ihre Theorie ja im Dorf breitgetreten hatten und meine Mama sehr beliebt war, und wie es nun mal auf dem Dorf ist...!! (Bedarf glaub ich keiner weiteren Worte). Niemand wünschte mir zur Beerdigung meiner Mama Beileid, nur um mal deutlich zu machen, was meine Familie damit angerichtet hatte!!
Jedenfalls, ich war 16 Jahre alt und man glaubt man ist erwachsen, heute weiß ich das man es nicht ist. Ich habe mir Schuldgefühle einreden lassen und verlor mich so in einer Welt, die keine Schmerzen oder Probleme barg. So dachte ich!!! Allerdings ist alles nur Schein in dieser Scheiß Welt. Dann wurde ich Schwanger und bekam auch eine süße kleine Princes, die ich 6 Monate nach ihrer Geburt zu meiner Schwester gab, weil ich so mit Selbstmitleid und Drogen beschaffen beschäftigt war, das ich nix Schönes und Anderes zu ließ.
Ich rutschte immer tiefer, Ich verlor meinen Job, und um an Geld ran zu kommen ging ich anschaffen. Erst noch für gutes Geld, dann kam der Tag an dem ich zum erstenmal Heroin versuchte und gleich klatschen blieb. Von da an ging es nur noch bergab. Ich verkaufte täglich meinen Köroer und meine Seele, und das manchmal an Ausländer für grademal 5 Euro. Bald verlor ich dann auch meine Wohnung und alles was ich besaß. Ich rutschte so tief, ich schlief in Asylheimen und wechselte ständig die Männer.Der der am spendabelsten war, der durfte ran. Ich wurde ein riesen Charakterschwein und nur auf mich bezogen. Ich raucht anfangs Heroin, als aber die Dosis zu hoch wurde begann ich gleich mit dem Fixen.
Ich war eine von den richtig krassen. Ich spritzte überall hin. In Hals, Arme, Beine sogar in die Augen.Dann fand ich die Leiste und spritzte mir eine Trombose nach der anderen. Ich konnte kaum noch laufen und war alt und abgefuckt. Am 5.7.05 hatte ich mir dann eine Überdosis Heroin und Kokain gespritzt und wachte auf der Intensivstation auf. Allerding lernte ich nix daraus, ganz im Gegenteil.
Es wurde nur noch schlimmer. Ich war zeitweise so depresiv,ich haßte denjenigen der den Arzt gerufen hatte. Mein einziger Wunsch war der Tod. Aber es stirbt sich nun mal nicht so schnell. Ich hatte zwischendurch natürlich mal Lichtblicke und machte unzählige Entgiftungen mit, die aber nix brachten.
Dann sperrte mir das Arbeitsamt das Geld und ich mußte täglich 200,-€ verdienen und es wurde immer mehr. Ich war dann schon durch Kumpel informiert wurden, das die Polizei nach mir suchen würde und ein Haftbefehl raus war. Also war ich auf der Flucht! Und das ne sehr lange und kräfte zehrende Zeit. Nach 6 Monaten hasche spielen mit der Kripo, waren meine Kräfte am End. Ich hatte eine akute Trombose im linken Bein ( mein Unterschenkel war 9 cm und mein Oberschenkel 11 cm dicker als das andere Bein) und konnte nicht mehr.
Mein Kopf und mein Körper waren am Ende. So wurde ich am 7.2.06 verhaftet und in U-Haft gesteckt. Dort mußte ich einen kalten Entzug machen, ob ich wollte oder nicht. Eine Wärterin sagte mal zu mir, ich solle mich nicht so haben. Man stirbt nicht daran, es tut nur weh. Und glaubt mir es tat weh!! Der tod ist nicht viel schlimmer.
Ich kam von meiner JVA in ein Haftkrankenhaus und war dann 3 monate in Haft. Um so cleaner ich wurde um so interresanter fand ich die Welt um mich herum. Ich sah wieder Dinge die wärend meiner Sucht belanglos geworden waren. Das Wetter interessierte plötzlich wieder und ich wollte komischerweise endlich eine Erkältung haben (aus welchem Grund auch immer!!). Als ich dann Verhandlung hatte und ich fast in mir zusammen fiel als der Richter mich mit 10 monten auf 3 Jahre Bewährung raus ließ, spürte ich den Drang entlich was zu reißen.
Allerdings merke ich noch sehr das mein Leben mal durch andere Dinge bestimmt wurde, ich habe meinen Körper so zerstörrt, dass es unmöglich (aus ärztlicher sicht) ist für mich zu arbeiten. Und ich will doch arbeiten. Naja, jetzt muß ich (Auflage vom Gericht) eine Langzeittherapy machen und regelmäßig einen Bewährungshelfer besuchen. Ich kämpfe jeden Tag mit der Versuchung und bin am Ende eines jeden Tages stolz, nicht wieder rückfällig geworden zu sein. Ich bin jetzt weit aus meiner Gegend weggezogen und habe auch einen neuen Mann an meiner Seite, der nichtmal das Wort Drogen schreiben kann. Zum Glück!!!
Er weiß aber alles über mich und hilft mir wo er kann. Ich bin froh das es ihn gibt, denn mit ihm sind viele unbekannte Probleme (oder ignorierte Probleme wärend meines Rausches) kleiner. Ich danke Gott das ich noch lebe und danke allen die an mich glauben oder geglaubt haben. DANKE!!! Ich hoffe alle Probleme, ob meine oder eure lösen sich und das ohne Drogen oder Alk!!! LG an alle die einen haben wollen. Ricky
[Liebe "Ricky", vielen Dank für Deinen Mut so offen über Deine Sucht zu berichten. Alles Liebe... Anton - Team Sonderglocke]
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