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Lulu, der kleine Delphin

von Jupiter

* * * * * * *

Gedacht ist diese kleine Geschichte für all diejenigen unter uns, die ihr kleines Kinderherz bis hin in das Erwachsenenalter in sich bewahren konnten und dies als besonders wertvoll und stärkend empfinden. Sie handelt von einem neugierigen und aufgeweckten Delphinkind namens Lulu. Lulu und seine Eltern leben zusammen mit ihrer Gruppe und noch anderen Meeresbewohnern in den Tiefen des Ozeans. Lulu spielt mit seinen Freunden und erlebt so manchen schönen Tag in seinem noch so unbeschwerten Leben. Doch Lulu ist wißbegierig und ein wenig eigenwillig. Und so wird er eines Tages mit einer ernsten Sache konfrontiert, die ihm alle Kräfte abverlangt.

1.

“Ach Lulu jetzt hör schon endlich auf, ständig zu fragen, warum ist dies so und das so, du lernst schon noch alles mit der Zeit. Du bist klein und kannst schön alles langsam angehen!“

„Aber warum denn?“, schrie der kleine Delphin wieder.

„Oh Mann, jetzt reichts aber!“

Lulus Onkel Mero war heute nicht so gut drauf und deshalb nervte es ihn, Lulus Fragen zu beantworten.

„Los, geh zu den anderen kleinen Quälgeistern!“ „Oh Mero, du weißt doch, daß sie mich so unendlich langweilen mit ihren kindischen Spielereien!“, fährt Lulu aufgeregt dazwischen. Mero schaut wütend drein und erwidert: „Mir egal! Mach was du willst, aber halt mich da raus! Und mach ja nichts Unerlaubtes, hörst du!“

Lulus Mundwinkel hingen einen Augenblick nach unten und er machte ein trotzig trauriges Gesicht. Doch urplötzlich schoß es ihm in den Kopf, seine Eltern mochten es ganz und gar nicht, wenn er zu den Felsen an der Bucht weit draußen schwamm, weil man dort viel zu nah an die Menschen herankam.

Entsprechend machte sich Lulu schnurstracks unerlaubter Weise auf den Weg.

Seine Augen strahlten. Er war voller Neugierde und euphorisch, wollte unbedingt einen Menschen sehen. Eines von diesen anderen Wesen.
Sie lebten nicht wie Lulu und seine Verwandten im Wasser. Oh, nein. Nur manchmal waren sie doch im Wasser und sie schwammen auch, aber anders, dachte Lulu.

Lulu mußte zugeben, daß ihn das alles ziemlich verwirrte und er verstand auch nicht, daß, obwohl die Menschen auch schwammen, er nicht das konnte, was sie konnten, nämlich Laufen.

Wann immer er so ein Wesen mit seinen Blicken erhaschte, war er überglücklich darüber.

Inzwischen machte sich seine Mutter, Shala, schon ziemliche Sorgen und hoffte, daß er nicht wieder die Regeln mißachtete.

Aber nun das hielt Lulu, ohne darüber momentan Kenntnis zu haben, nicht im Geringsten davon ab, weiter zu schwimmen, um eine Menschengestalt zu suchen, selbst, wenn er sich denken konnte, daß sich seine Mutter um ihn wieder einmal sorgte. Er merkte gar nicht, wie die Zeit verging. Mittlerweile war er angekommen, doch seine Laune schwenkte schlagartig in Enttäuschung um. Heute war kein besonders schönes Wetter. Eine bedeutende Tatsache.

Immer wieder schwamm er hin und her, spielte etwas mit den anderen kleinen bunten Fischen, um dann neuen Mutes wieder aufzutauchen.

2.

Lulu war ein wunderschönes Delphinjunges. Sein Strahlen nahm alle für sich ein. Und er war wohl ständig guter Laune, zumindest schien es immer so. Doch so oft Lulu heute aus dem Wasser lugte, konnte er nichts entdecken, was auch nur in irgendeiner Weise an einen Menschen erinnerte.

Lulu wurde nun wieder langsam traurig. Er hatte es sich so gewünscht. Jetzt mußte er ohne Entdeckung wohl den ganzen langen Weg zu seiner Familie zurück schwimmen.

Anzumerken wäre an dieser Stelle, daß der Weg dorthin tatsächlich nicht all zu lang war, es Lulu aber immer so vorkam, sobald er auf dem Rückweg nicht herum phantasieren konnte, über das, was er eventuell gesehen hatte.

Sicher würde es Ärger geben bei seiner Ankunft im Lager, denn es war doch schon ziemlich spät geworden und man mußte auch immer vorsichtig sein auf dem Weg, denn kleine Gefahren oder besser ein ganzer Haufen an Gefahren lauerten schließlich auch im Meer für den kleinen Delphin.

„Und das alles ohne eine einzige Neuentdeckung. Wie frustrierend.“, dachte Lulu so bei sich.

Als er zu Hause ankam, schien niemand wirklich groß Notiz von ihm zu nehmen. Das wunderte Lulu und dem wollte er natürlich auf den Grund gehen. Da gab es doch keine Frage.

Der gute Onkel Mero sah ihn als erstes, aber es kam nur ein enttäuschendes Kopfschütteln und eine Bewegung mit seiner rechten Flosse von ihm, sonst kein Wort. Still schwamm er dann davon. Wie auch könnte es anders sein, Lulu münzte es sofort auf sich. Ihm war ja bewußt, was er da wieder getrieben hatte. „Mama!“, rief er: „Warum sind alle auf einmal so niedergeschlagen?“, fragte er sie bittend, ihm eine Antwort zu geben. Insgeheim hoffte er doch, daß er keine Schuld daran tragen würde.

„Ach Lulu, da bist du ja. Schön!“ Ihre Stimme klang sehr leise und bedrückt: „Weißt du Lulu, unser Onkel Sato, der Älteste von uns allen, es geht ihm nicht gut.“
„Na und?“, fragte er sie mit fordernder Stimme. Die Mutter sah ihn an, sie mußte sich ein kleines Lächeln heraus quälen: „Lulu, er ist alt, sehr alt und sollte er sterben müssen, werden wir hier alle traurig darüber sein. Er fiel ihr ins Wort: „Achso!“, murmelte Lulu, unwissend, um die tatsächlichen Hintergründe, vor sich hin, denn er konnte nicht ahnen, was seine Mutter gerade meinte.

Er wollte es wissen, wollte dazu aber eigentlich seinen Onkel Mero fragen. Doch es schien, als wolle er ihm heute keine Fragen mehr beantworten.
Also mußte sich seine Neugier entweder doch an seine Mutter richten oder: `Ach, was`, sprach er mit sich selbst, `ich frage sie nach dem Abendessen.`

Wie jedesmal vor dem letzten Mahl des Tages hörte man langsam, wie alle sich in die Gesänge der schönen Säugetiere mit einstimmten.

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