Lebensbericht Frank
Ich wurde mit 3 Jahren in ein staatliches Heim eingewiesen. Meine Mutter galt als „asozial“ – mein Vater war ständig auf Montage. Mit 14 Jahren hatte ich meinen ersten Vollrausch. Seit meinem 18. Lebensjahr hatte mich der Alkohol schon fest im Griff.
Ich verlor mit meiner Arbeit 1991 auch den letzten Halt und stürzte ins Bodenlose. Erstaunlicherweise war immer irgendwie Geld für „Nachschub“ da- aber Miete zahlen? Warum? Stromrechnung? - War höchstens gut für den Ofen. So kam 1995/ 96 was kommen musste.
Es drohte der Verlust der Wohnung. In diesem erbärmlichen Zustand war es ein PFARRER, der mich zum ersten Mal auf mein Problem aufmerksam gemacht hat. Er lud mich zu sich und seiner Familie ein – und Sie haben am Mittagstisch für mich (ich hatte mir vorher Mut angetrunken) gebetet. Bevor ich auf der Strasse gelandet wäre, hat er Verbindung zu einem Obdachlosenheim aufgenommen. Ich hörte immer öfter von diesem Jesus und von Gott und das die Sucht auch schon in der Bibel beschrieben wird.
(Sprüche 23; 29flg. „ Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen?
Wo sind Wunden ohne jeden Grund? …)
Dieser Pfarrer und seine Familie – ich danke dem Herrn, dass er mir dies Menschen in den Weg gestellt hat- stellte auch den Kontakt zur Suchtberatungs- und Behandlungsstelle im Diakonischen Werk Marienberg her. Aber es sollte noch eine ganze Zeit dauern, bis ich eingestehen konnte: “Ich brauche Hilfe, Allein schaffe ich es nicht; bis mein Herz „JA“ gesagt hat zu Jesus Christus. Ich danke dem Herrn, dass Er mir diese Menschen an die Seite gestellt hat.
"Danke Herr, dass du mich nie aus den Augen verloren hast, auch wenn ich von dir so lange nichts wissen wollte. Herr ich bitte dich, segne alle, die mich auf meinem Weg aus der Sucht begleitet haben. Amen"
Für mich stand ja fest, dass ich nicht zu den Alkoholikern gehöre. Ich konnte ja teilweise ohne den Stoff auskommen. Was mir zu der Zeit nicht klar war ist die Tatsache, dass es viele Formen der Abhängigkeit gibt. Am 15.05.1997 gegen 08.00Uhr habe ich den letzten Schluck Alkohol getrunken, bevor ich zur Entgiftung und der sich anschließenden Langzeittherapie gefahren wurde.
Selbst im Anfangsstadium der Therapie war ich noch überzeugt, ich gehöre eigentlich gar nicht dort hin. Es war ein schmerzlicher, aber dafür umso tief greifender Prozess der Vergangenheitsaufarbeitung. Im „Heidehof“ Sohland, der evangelischen Fachklinik wurden wir außer von Therapeuten auch von einem Pfarrer begleitet.
Hier lag ich dann auch zum ersten Mal in meinem Leben unter dem Kreuz Jesu.
Ich durfte ihm alles erzählen, all meinen Lebensmüll bei ihm abladen und mir wurde die Vergebung meiner Sünden zugesprochen. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen läuft mir eine „Gänsehaut“, wenn ich an diesen Augenblick zurückdenke.
Ich habe eine zweite Chance erhalten.
Ein Leben mit unserem Herrn Jesus Christus. Nun soll keinen glauben, dass jetzt alles leichter geworden wäre. Nein, die Schulden, die sich während meiner „aktiven“ Zeit angehäuft hatten, mussten abgetragen werden. Gemeinsam mit vielen Helfern an meiner Seite - die der Herr in seinen Dienst gestellt hat, konnte ich die sich aufbauenden Probleme lösen.
Der Herr segne einen jeden Einzelnen.
Ich habe mich sehr intensiv mit dem Wort unseres Herrn auseinandergesetzt und absolvierte eine Zurüstung zum Verkündigungsdienst. Während der Zeiten der Arbeitslosigkeit begann ich ein Fernstudium "praktische Psychologie", habe eine Ausbildung zum Seelsorger durchlaufen und die Zusatzausbildung "Seelsorge- Online" absolviert.
Das Fernstudium habe ich mit Diplom (Note: Gut) beendet. Um mit Petrus und Johannes (Apg.4; 20) zu sprechen:
„Wir können´s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“
– ich konnte auch nicht anders, als z.B. in Jugendkreisen Zeugnis von der Gnade unseres Herrn Jesus Christus an mir zu berichten. Am Ostersonntag 2001 im Festgottesdienst wurde ich dann im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft.
Er hat mich -ZUM DIENST BEFREIT-
[der Autor möchte anonym bleiben]
|