::: von "Drogenopfer" :::
"Auch Kiffen mach süchtig "
So nachedm ich mir ein paar Geschichten durchgelesen habe muss ich zwar sagen dass ich mir ein bisschen wie ein kleines Licht vorkomme nichtsdestotrotz aber doch meinen Senf dazugeben will.
Zuallererst: Ich habe nie gefixt, hatte nie etwas mit Crack, XTC, Speed oder dergleichen zu tun, obwohl ich beiweiten genug Möglichkeiten dazu hatte. Ich war lange Zeit Cannabisabhängig (und glaube es immer noch zu sein).
Jetzt werden einige sagen:\"Ach du Scheisse Cannabis ist in meinen Augen keine Droge!\" oder \"Davon kann man doch nicht abhängig werden!\" MAN KANN!!!!
So: Angefangen hat das denke ich als ich aus einer wohlbehüteten Kleinstadt in ein echt mieses Viertel gezogen bin. Das war so mit 13. Von Drogen hatte ich zu der Zeit noch nicht einmal was gehört geschweige denn Kontakt damit gehabt. Doch das sollte sich schnell ändern. Nachdem ich in der Siedlung, in die ich gezogen war erste Freundschaften geschlossen hatte und auch die ersten paar mal bei ein paar Leuten gepennt hatte, wurden so die ersten Geheimnisse getauscht. Ein Typ, der übrigens noch heute einer meiner besten Freunde ist, erzählte dann ganz stolz dass sein Bruder in seinem Zimmer immer Spliffs rauchen würde und dokumentierte dies gleich mit einem ziemlich grossen, braunen Stück Peace.
Prollig lies er das Stück durch die Runde gehen und jeden daran riechen. Seit dem Zeitpunkt war er für alle nur noch der Drugnigga und er war stolz auf seinen Namen. Natürlich hatte er auch gleich das nötige Blättchen von seinem Bruder mitgehn lassen. Und so rauchten wir zu sechst eine in meinen Augen riesige Tüte und ausnahmslos alle wurden high. Das war echt der Trip meines Lebens und ein Zustand dieses Ausmasses wurde in meinem Leben nur noch einmal erreicht.
Wie dem auch sei, fortan versorgte uns der Drugnigga mit unseren Drogen, erst spärlich, dann immer regelmässiger. Und es schien nicht aufzufallen, da sein Bruder doch in anderen Dimensionen dachte. Zwischenzetlich kam mein Cousin vorbei und brachte mich seinem Gras näher, was ich aber im Gegensatz zu der Polle meines eigentlichen Lieferanten nicht so sehr schätzte. Einmal übernachtete ich bei dem "Drogenschwarzen" und er zeigte mir das Zimmer seines Bruders. Beim Durchstöbern der Verstecke zeigte sich seine Routine die er entwickelt hatte. Nach ein paar Verstecken wurde er schliesslich fündig und beorderte mich zum Schrank. Als ich sah was er da gefunden hatte, blieb mein Herz stehn: Ein Klotz Peace in der Grösse einer Game Cube-Verpackung (mir fällt grad nix anderes ein). Sofort griff meine gierige Hand danach und machte sich ein paar Bobbel ab.
Es hätte ewig so schön weiter gehn können, der Neger versorgte uns mit Drogen, wir wurden breit und alle waren glücklich. Doch natürlich war das nicht so. Denn der Bruder des Drogenniggas bekamm finanzielle und somit zwischenmenschliche Probleme und so war er auf einem Sparkurs und sein Bruder wurde von ihm beim Drogenklau erwischt und kamm mit ein paar blauen Flecken an den Armen aus dem Haus. Ich zückte in weiser Vorraussicht meine Blättchen (Ich ging nicht mehr ohne aus dem Haus), doch der Neger winkte ab: "Mein Bruder hat mich erwischt. Das wird heute nix." Also waren wir gezwungen den Tag clean zu verbringen.
Fortan schien der Bruder unseres Lieferanten sein Zeug entweder noch viel besser versteckt zu haben oder gar keines mehr zu besitzen, jedenfalls gingen wir immer öfter leer aus. Also mussten andere Quellen her. Doch auf offener Strasse bekommt man Drogen nicht umsonst, und da keiner von uns wirklich flüssig war, mussten leider Gottes meine Eltern herhalten. In der Clique war ich dadurch zum Helden mutiert und das Wichtigste: Es konnten wieder Drogen beschafft werden. Dadurch lernte ich viele neue Leute kennen, auch welche von meiner eigenen Schule. Und so wurden neue Kifferbekanntschaften geschlossen. So lernte ich auch meine spätere Freundin kennen, die, obwohl sie ständig zugequalmt wurde, nicht kiffte.
Mit 15 rauchte ich meine erste Bong und das war dann der Trip der meinem ersten ziemlich gleichkam. Von dem Zeitpunkt an wurde nur noch Bong geraucht. Egal wo egal wann. Wir gaben unseren Kifferplätzen coole Namen wie Secretsmokerplace kurz SSP. Es wurde Standard in der Schule zu Kiffen.
Mit 16 versuchte ich Kiffen mit Alkohol zu verbinden, was aber meisstens nach hinten losging und so sagte ich dem Alkohol ab worauf ich ziemlich stolz war, kifte aber umsomehr.
Eines muss man sagen: Wenn es darum ging zu Kiffen war alles immer 100% organisiert. Nur als derjenige, der die Bong besass von der Schule geschmissen wurde (wegen Drogenkonsum) waren wir darauf angewiesen andere Rauchmöglichkeiten zu entwickeln und da keiner Geld für eine Bong übrig hatte weil Drogen an sich halt wichtiger waren rauchten wir in der Schule durch eine Plastikflsche + Alufolie. Zu dieser Zeit fiel es auch auf dass Geld aus der Haushaltskasse meiner Eltern fehlte, doch natürlich "is es keiner gewesen". Die Noten in der Schule gingen langsam zurück und die Lehrer wurden schon aufmerksam auf mich.
Als ich eines Abends richtig zugedröhnt nach Hause kam beorderte mich mein Vater ins Wohnzimmer und beäugte mich missmutig. "Sag mal kiffst du?" fragte er mich und in dem Moment wurde mir schwarz vor Augen und ich sackte zusamm. Als ich im Krankehaus aufwachte, sah ich meine Mutter neben meinem Bett penn. Da wurde mir zum ersten mal bewusst was ich mir und meiner Umgebung damit antue. In einem langen Gspräch versprach ich menen Eltern mit dem Kiffen aufzuhörn. Und ich war fest entschlossen das durchzuziehn. Doch dann kam wieder die Schule. Die ersten beiden Tage konnte cihc mich um die Kiffer winden, aber am dritten fragte mich jemand : "Ey wir gehn in den Wald paffen willst nich mitkomm?" Und natürlich ging ich mit.
Die zehnte Klasse war der Horror. Die Lehrer wussten alle von meinen Eltern dass ich kiffe bzw. gekifft hab. Und so wurde ich bei jeder falschen Antwort schikaniert und musste schlussendlich die zehn wiederholn, was ich aber nich den Lehrern in die Schuhe schieben will. Aber erst stand noch die Abschlussfahrt nach Italien an. Ein ziemlich reichern Schnösel aus meiner Klasse hatte mir vor der Fahrt zugezwinkert und gesagt er hätte eine Überraschung für mich. Die überraschung bestand in einer fast randvollen Reisetasche Peace und einem riesigen Gerät von Bong. Und so wurde der Italien Urlaub verharzt. Mittlerweile war der Zustand in dem ich mich nach dem Kiffen befand aber nichts besonderes mehr sondern eher Routine. Das Schlimmste aber: Während ich stoned war konnte ich keinerlei Konversation führen. Ich bekam keinen Ton raus. Ich hatte übelsten Verfolgungswahn, ob ich breit war oder nich.
Die zweite zehnte Klasse meisterte ich trotz meines Konsums recht gut. Auf der Abschlussfahrt (Wir fuhren paddeln vonwegen Abenteuer und so...) hatte ich natürlich einen kleinen Vorrat mitgenommen. Doch dieser war ziemlich schnell aufgebraucht und so musste ich umsteigen. Ich liess mir von meinem Zeltgenossen 2 Aspirin geben und versuchte daraus eine Tüte zu bauen. Leider war die Wirkung mehr als erbärmlich und so musste ich die Abschlussfahrt ausharren und freute mich immer mehr auf das Ende. Als ich endlich nach Hause kam rannte ich in mein Zimmer und suchte meinen Notfall-Bobbel und mixte ihn mehr schlecht als recht auf und befriedigte meine Sucht.
Wie schon gesagt war mein zehner Abschlusszeugnis nicht allzuschlecht. Und so spendierten mir meine Eltern für die Sommerferien eine Reise mit mienen Kollegen. Ich meinte ich wolle nach Österreich und natürlich waren meine Eltern einerstanden und überliessen mir die Organissation. In Wirklichkeit fuhr ich mit 3 Leuten nach Holland und dröhnte mich da 3 Wochen zu. Das war meine Art der Belohnung.
Anfang der 11. Klasse wurde ich von meinem Mathe Lehrer dabei erwischt wie ich grade eine 3-Kippen-Mische bearbeitete. Zum Glück war das nur mein Mathe Lehrer, der mich nicht verurteilte sondern auf mich einredete. Es folgten keine weiteren Dissziplinarverfahren seinerseits, wofür ich ihm sehr dankbar war, denn zu der Zeit hatten meine Eltern wieder Vertrauen in mich gefasst. Dies hatte auch damit zu tun, dass ich nich mehr auf ihr Geld angewiesen war sondern gelernt hatte, aus den Drogen Gewinn zu scheffeln. Und die Kurse waren so gut dass ich mir trotz meines massigen Konsums einiges leisten konnte. Ich schätze meine tägliche Dosis auf an schlechten Tagen minimum 20 Köpfe. Am Wochenende machte ich alleine schonmal 20 g platt und erntete nur immer noch mehr Applaus von meiner Clique.
Zum Einschlafen brauchte ich immer mindestens 2 Köpfe, zumindest redete ich mir das ein. Zu der Zeit kam ich mit meiner Freundin zusammen. Ihre Regeln waren ziemlich einfach: Erstens war sie strikt dagegen das Zeug zu verticken, zweitens sah sie es auch nich gerne wenn ich zur Bong griff. Also musste ich mit der Tickerei aufhören. Mein Konsum ging ein wenig zurück, in der Schule kiffte ich nur noch in den Freistunden und während der Anwesenheit meiner Freundin sehr sehr selten. Da ich mir aber einen guten Namen auf der Strasse gemacht hatte bekam ich nahezu überall Dope umsonst und wurde regelmässig zum Kiffen eingeladen. Mein Elfer Zeugnis war dementsprechend schlecht, ich wurde aber trotzdem in die 12 versetzt. In diesen Sommerferien verliess mich meine Freundin und ich fiel in ein Loch, fing wieder an zu Verkaufen.
Meine Fehlstunden, die schon in der 11 beachtlich waren, häuften sich zusehens und gipfelten damit dass ich die Kursfahrt nach München blau machte, weil ich nicht mehr genug Drogen klären konnte. Als ich zur Zeugnisvergabe dann auftauchte -natürlich hackebreit- applaudierte mein Kurslehrer und schickte mich zur Rektorin. Diese machte mir klar das ich von der Schule fliege. Mein Kommentar:"Das wurde auch Zeit!" Als ich meinen Eltern. die die ganze Zeit an mich geglaubt hatten, die "freudige Nachricht erzählte, waren sie natürlich äusserst begeistert und mein Vater schmiess mich für eine Woche raus. Aber das war mir eigentlich egal, solange ich meine Drogen hatte. In dieser Zeit wurde das Kiffen dann richtig eklig, ich benutzte meisstens ein Eisteepacket, füllte es mit Wasser aus einer Pfütze und suchte mir eine Colaflasche, meisstens eine die schon benutt wurde und ekligen Schmand am Mundstück hatte. Aber Qualm is Qualm. So vegetierte ich ein Jahr dahin, ohne Job , keine Schule, kein Geld. Aber doch meisstens Drogen. Irgendwoher bekam ich sie immmer. Ob ich einen 8-Klässler verprügeln musste oder auf meiner alten Schule auftauchte.
Nach diesem Jahr drängte mein Vater mich zu einer Massnahme die vom Arbeitsamt veranstalte wurde, ein Jahr andauerte und als Sammelbecken für gescheiterte oder -wie ich- Drogenopfer. Natürlich zäumte das meinen Drogenkonsum nicht grade ein, vor allem weil ich fürs dort Rumsitzen auch noch Geld bekam. Aber dort bemühte ich mich eine Ausbildungsstelle zu bekommen, naja ich wurde vielmehr dazu gezwungen. Zwar tat ich immer nur das Minimum, doch trotzdem bekam ich ein Praktikum. Diese Chance wollte ich wahrnehmen und ich zwang mich meine Sucht in den Griff zu bekommen.
Das gelang mir aus meiner Sicht recht gut. Vor und während der Arbeit kiffte ich ga nicht danach allerdings dann umso mehr. Nach 4 Wochen wurde Praktikum verlängert und man sagte mir dass ich noch 2 Monate dieses Praktikum machen müsse und dann ein Ausbildungsstelle hätte. Endlich ein Erfolg. Doch natürlich kommt Hochmut vor dem Fall und ich dachte ich könne es mir leisten auch während meines Praktikums zu kiffen. Das flog ziemlich schnell auf und so wurde ich dort und auch von der Massnahme verbannt. Das war der Punkt wo ich mir die Frage stellte wie ich diese Chance versauen konnte. Heute bin ich weit weggezogen und habe durch meine Cousine eine Ausbildungsstelle bekommen. Meine jetzige Freundin weiss über mein "Schicksal" bescheid und hat aufgehört zu Kiffen. Im Moment bin arbeitslos, finanziere mit Hartz IV meine Wohnung, die ich mir mit einem Kollegen aus der 10. Klasse teile. Noch ist die Versuchung ab und zu da, grade auch weil da wo ich jetz wohne auf massig Drogen im Umlauf sind doch ich wohne jetz seit November 05 hier und bin noch nich schwach geworden. Desweiteren sind die Kommunikationsprobleme, die ich obe erwähnt habe verschwunden. Ich sehe positiv in die Zukunft.
Zum Schluss: Ich danke meiner Familie, vor allem meinem Vater, mit dem ich immer über diese Sachen reden konnte und dieses zum Schluss auch getan habe und immer noch tue. So gut wie alle Kollegen, mit denen ich damals zu tun hatte habe ich den Rücken gekehrt, ausser dem Drugnigga, der auch aufgehört hat. Nur hat der das Übel viel früher erkannt als ich. Ab und zu, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, kommen die alten Leute noch an und dann setz ich mich dazu, ohne aber zu kiffen. Mittlerweile bin ich so gefestigt dass ich das halte.
[Drogenopfer: wir danken Dir sehr für diese aufrechte Geschichte und wünschen Dir, dass Du sauber bleibst... Liebe Grüße, Team Sonderglocke]
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