::: von Jupiter :::
Der Weg ist das Ziel
3
Verstohlen zum Fußballfeld nebenan blickend, mampfte er nun trotz allem voller Genuß seinen großen grünroten Apfel. Er sah schon recht riesig aus in seinen kleinen ungeschickten Händen. Und er aß ihn ziemlich hastig.
Ich lief also weiter und kümmerte mich nicht mehr um ihn. Sein Verhalten signalisierte mir, in seinen Gedanken war nichts verloren. Schön.
Mittlerweile war etwas Zeit verstrichen und ich joggte nun auch vorläufig nicht mehr. Man sollte ja alles im Leben ruhig angehen. Oder nicht?
Ab und zu sah ich Jason mit seinem Großvater die Straßen unseres kleinen Viertels entlang gehen. Enkelchen Jason trug natürlich immer sein Skateboard im Arm oder kurvte vor Opas Augen damit umher. Wenn die beiden mir über den Weg liefen, amüsierte ich mich heimlich darüber, denn jetzt waren öfters zwei Apfelverschlingende unterwegs.
Es schien, als würde der Opa von Jason ihm oft hilfreich beim Üben zur Seite stehen. Was für ein drolliges Paar sie doch abgaben.
Eines späten Nachmittag gegen 17.00 Uhr war ich, müde von der Arbeit, auf dem Heimweg und die zwei gingen an mir freudig aufgewühlt vorbei. Ich hörte die Worte, die aus dem Mund des kleinen Jason hervorsprudelten. Ja, und nun verstand ich auch diese euphorische Stimmung der beiden Skateboardbegeisterten. Der Ehrgeiz von Jason schien sich, unüberhörbar nach geraumer Zeit ausgezahlt zu haben. Gegenseitig machten sie sich staunende Grimassen nach. Höchstwahrscheinlich die der Halbwüchsigen am eingehends erwähnten Stadtparkrand.
Somit entschloß ich mich augenblicklich, nur der Neugierde halber, wieder in meine Sportkluft zu steigen und in meinem alten Territorium zu joggen. Eigentlich brauchte es keinen zweiten Anlauf, zum Leidwesen meiner Kondition, denn schon am nächsten Tag traf ich Jason auf dem Profigelände und es war wundervoll wie alle ihn dort anfeuerten und bewunderten. Selbstverständlich kam der Opa von Jason auch hierher, zwar ein wenig im Hintergrund, aber doch als moralische Unterstützung anwesend.
Zurück zu mir. Nun meine Zigarette war gleich auf geraucht und ich war noch hier. Naja ich war kein begnadeter Skateboardfahrer und hatte schon gar keine Lust, morgen das Rauchen aufzugeben und das Joggen wieder zu beginnen. Aber zumindest habe ich ein trostspendendes Hobby, in dem
4
ich hoffentlich talentiert genug bin, um vielleicht eines Tages mit dem Apfel in der Hand statt einer Zigarette meinem Ziel, mehr Freiheit, entgegen zu segeln. Wer weiß.
Ende
[Kommentar Sonderglocke: Doch Jupiter, irgendwann, wenn die Zeit reif ist vielleicht?! "Mit dem Apfel in der Hand" ließe sich auch die Zeit im Flughafen besser totschlagen, als in diesen Raucherzellen. Was Nachteile hat, hat angeblich auch Vorteile lese ich in klugen Büchern?! Den Vorteil bei Dir sehe ich in Deiner herrlichen Sprache; bei Jupiter: Schreib!...LG, Anton
Die Autorin möchte anonym bleiben]
Sponsor/Werbung
Wie weit gehen Sie für Ihre neue Liebe?
Weiter

Weitere Autorinnen und Autoren gesucht.
Schreibt uns Eure persönliche Geschiche. Ihr bleibt anonym. Helft mit! Die Gesellschaft braucht Euer Feedback. Ihr seid die Experten!
User, Exuser, Süchtige, Drogenabhängige, Alkoholiker, Spielsüchtige, Leute mit Essstörungen, Medikamentenabhängige, Süchtige und Abhängige dieser Welt: beteiligt Euch an diesem Forum. Hier gibt es weitere Informationen |