Cannabis und XTC
::: von "A" :::
Erläuterung: XTC = Ecstasy
Suchtbericht von A.
Bei mir fing es 1995 an als ich 13 Jahre war. Ich war auf einer Gesamtschule. Irgendwann in der Pause kam eine Schulkameradin zu mir mit einem Tütchen und fragte mich was das da in dem Tütchen ist. Ich sagte zu ihr, das ich es nicht weiss, sie sollte es mir mal mitgeben und ich frage nach der Schule einen Kollegen, was ich auch tat. Der Kollege sagte zu mir, dass das Gras ist. Ich wusste nicht was er damit meine und fragte ihn, was man damit machen kann. Er sagte: rauchen!
Ich fragte ihn, wie ich das rauchen soll und was dann passiert. Er sagte, das man das in ein Blättchen drehen muss, näheres erläuterte er nicht. Also haben wir dann irgendwann zu dritt ein paar Tage später das Gras versucht in eine Tüte zu drehen und haben es geraucht. Was uns erwarten würde, wussten wir nicht. Wir hatten alle drei einen Lachkrampf davon bekommen und einen riesen Hunger. Das man von dem Zeug so gut lachen kann, fanden wir toll, also rauchten wir alles auf. Damit war das Thema erledigt und die Neugier geweckt.
Zumindest bei mir.
Ich habe mir dann Infobroschüren besorgt über Haschisch und andere härtere Drogen. Das Thema fande ich ab diesem Zeitpunkt sehr interessant. Irgendwann im Sommer waren wir zu dritt am Baggerloch schwimmen. Neben uns sassen ältere Jungs aus der Nachbarschaft, mit denen wir uns auch verstanden. Sie rauchten Bong und wir guckten zu. Damals wussten wir noch nicht, dass das Gefäss "Bong" heisst und wir bezeichneten es als "Vase". Unsere Neugier war geweckt, was die da wohl machen, also fragten wir einfach mal nach. Nachdem sie uns erklärten was die da rauchen und wie man das raucht, haben sie uns gefragt, ob wir auch mal wollen. Nach langem überlegen sagten wir ja. Die Jungs sagten: aber nur wenn ihr uns was von eurem Trinken abgebt. Sie hatten also scheinbar Durst.
Wir willigten den Tausch ein. Während die Jungs unser Trinken austranken, teilten wir uns zu dritt einen Kopf. Jeder konnte einmal dran ziehen. Gemerkt haben wir alle drei nichts bis auf einen trocknen Mund. Da die Jungs alles flüssige austranken, hatten wir nichts mehr und sind dann nach Hause.
Danach wurde das kiffen regelmässiger, bis dahin, wo wir jeden Tag rauchten. Ich habe mir immer mal einen Zehner geholt, der auch lange hielt. Wir hatten dann immer mit mehreren draussen im freien gekifft. Mal durch eine Dose, mal durch ein Tetrapack, Klorolle, selbstgebaute Bong aus einer Colaflasche, Erdloch oder direkt Eimer im Stadtparker See. Zu der Zeit war es auch noch keine Gewohnheit bzw. Sucht. Es hat einfach Spass gemacht und war lustig. Kiffen hat mich dann 12 Jahre begleitet, täglich und immer mehr. Die Leistungen in der Schule fielen allmählich. Auch meine Eltern merkten, das irgendwann nicht stimmt und fragten mich immer, warum ich so rote Augen hätte. Eine Lüge hatte ich immer parat. Meine Mutter war Alkoholikerin und jeden Abend stinkbesoffen als ich nach Hause kam. Darunter habe ich sehr gelitten, aber ich würde es heute nicht als den Grund für meine Drogensucht bezeichnen.
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