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Berderline

::: von "Borderline" :::

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Nach der Ausbildung habe ich es in 2 Suchtkliniken versucht, Drogenabhängige usw. das war nicht gut für mich, ich war in 1 Jahr jetzt 12 mal im Krankenhaus, zur Entgiftung, aber für die bin ich zwar auch süchtig aber vor allem Borderline, und jetzt fühle ich mich richtig verarscht, auch von mir selbst, ich habe so viel versucht, und die Ärzte sagen, ja wenn ihr Reha-Antrag durch ist, dann können sie bei uns entgiften.

Bis der durch ist, habe ich mich selbst entgiftet. Ich hasse dieses Gift, es ist nur ein Äquivalent, für das alte kranke Leben, ich kränke mich selbst mit der Sucht, ich bin verzweifelt. Pfleger sagen mir, ja ich kann besser mit Alkoholiker umgehen als mit Borderline und Medikamenten. Ich kann mit allem nicht mehr umgehen, Ich stecke voll drin, im Moment doch ich bin stur, und ich muss leben.

Ich stehe vor einem Scherbenhaufen, und je mehr man in die Krankenhäuser geht, desto kränker werde ich. Ich muss raus aus dem alten System, ich bin sehr verzweifelt im Moment, ich habe wirklich auch einen Schaden erlitten, den kann ich nicht leugnen. Aber ich habe noch ein Leben.

Ich bin traumatisiert von der Psychiatrie, von den Männern, von der ganzen Gewalt, und habe jede Nacht Albträume, die immer versuchen, das Chaos von gestern, von früher, der Schuld meiner Eltern, mein blöder kranker Ehrgeiz, zu verarbeiten. Ja, ich bin bitter geworden, und meine Not schreit zum Himmel, aber ich bin nicht die Einzige die so etwas erlebt hat. Und ich sage ehrlich es reicht mir, bis ans Ende meiner Tage, ich bin Borderline und das ist meine Art, mein Wesen was ich nie zulassen durfte, denn wer will schon so was, aber ich bin Borderline, eine Grenzgängerin, die nie mit ihrem eigenem Wesen klar kam, war ja alles nur krank ist.

Nein, ich bin auch noch sehr gesund, und dass ich am liebsten behinderte Kinder pflegen und versorgen will, ihnen eine Heimat geben, einfach mal lieben dürfen, oder es wieder lernen.

Ich war oft in Not, das stimmt ich war auch viel allein, aber ich bin nicht ganz verlassen. Das glaube ich Apropo, meine Suchtherapeutin will mir helfen, dass ich ein halbes Jahr eine Therapie machen kann, Therapie auf einem Bauernhof, mit Arbeit, Pflanzen, Tieren, und ein paar Menschen, die nicht immer nur schlecht von mir denken.

Soviel ich auch denke, das Grübeln ist ja auch schon Zwang, und der Alkohol macht nur müde und krank. Also, Bauernhof, ein halbes Jahr, ohne jede Art von Sucht, und Arbeit und ein bisschen Heimat für eine kurze Zeit, bis ich wieder Kraft habe, oder mehr zu meiner Identität komme, denn im Grunde war es ein verlorener Sieg, man darf auch mal schwach sein, und trotzdem leben, ich muss nicht immer die Beste sein, nie mehr in meinem Leben, das Beste, gibt es nicht, es geht real auch um Kompromisse und ob die Rentenversicherung mir die Therapie bezahlt.

Ich denke an Kühe, an Pflanzen, an Menschen. Und ich denke an Gott, der alles weiß, besser als die Ärzte, und ich bin meiner Therapeutin sehr dankbar, nach allem was ich ihr zugemutet habe, und sie arbeitet seit 9 Monaten umsonst für mich, ich mache Marmelade und Brot für sie, kaufe eine Pflanze, die Frau ist mir teuer, ich liebe sie dafür, dass sie es mit mir durchhielt, Ich hoffe, dass das mit dem Bauernhof klappt. Ich habe etwas besseres verdient als ein krankes Leben, und ich muss mir selber helfen und lasse mir helfen von Menschen die bodenständig sind, ja ich liebe diese kummervolle, liebe, dumme, gute Erde, und alles vergeht, wenn man einen neuen Anfang macht.

Damit ist meine Geschichte zu Ende bis heute, aber sie geht weiter, und es gibt auch eine Zukunft, aber über die kann ich im Moment nicht bestimmen, ich kann nur hoffen.

ENDE

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*Namen geändert


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