Die Suchtbeauftragte der BundesregierungLob von der Bundesregierung
Die Suchtbeauftragte der Bundesregierung hat Sonderglocke ein Lob für vorbildliches Engagement im Suchtbereich ausgesprochen. Der Orginalbrief als PDF: Suchtbeauftragte der Bundesregierung
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Amphetamine & Marihuana

::: von "Bergzitrone" :::

Ich bin Amphetamin und Marihuana-süchtig. Wenn ich überlege wie das alles angefangen hat, fällt mir immer wieder auf, dass manchmal so kleine Dinge die passieren oder manchmal auch fast schon Zufälle in  der Geschichte einer oder meiner Sucht eine Rolle spielen/spielten.

Meine Eltern sind echt in Ordnung aber sie möchten auch Ordnung. Sie haben mehr Geld als andere und sind angesehen. Meine Mutter ist Lehrerin und mein Vater Anwalt Vielleicht fing ich deshalb mit 14 an zu kiffen, weil ich anders sein wollte, rebellieren wollte einfach nicht so sein wie meine Eltern und nicht so sein wie andere Kinder die halt "ordentlich" und "anständig" sind.

Bald kiffte ich täglich, doch meine Eltern haben es lange nicht gemerkt und meine Schulnoten konnte ich lange stabil halten. Irgendwann als meine Mutter merkte dass etwas nicht stimmte fing sie an sich unheimlich Sorgen zu machen und weinte manchmal nachts. Ich ging in eine Therapie wo ich zwar über viele Schwierigkeiten sprach aber die Drogen nicht erwähnte.

Bald hielt ich es zuhause kaum noch aus. Meine Eltern gucken mich immer so leidend und enttäuscht an. Ich wollte ihnen keine Sorgen oder Angst machen und erzählte deshalb wenig von mir. Schließlich zog ich in eine betreute WG wo ich einen Mitbewohner kennenlernte der PEP nahm. Ich hatte inzwischen einen großen Ehrgeiz Leistung zu bringen. Meinen Eltern zu zeigen dass ich etwas schaffen kann dass sie stolz auf mich sind. Mein Mitbewohner erklärte mir wie PEP wirkte dass es  die Konzentation steigern würde, wach machte, und ich wurde heiß darauf.

Heiß darauf mehr zu schaffen, besser zu sein. Aus ein paar mal probieren wurde täglicher mehrfacher Konsum. Ich hatte wirklich das Gefühl ich wäre besser doch heute weiß ich dass die Leute um mich herum mich als einfach total überdreht  und nicht mehr "normal" erlebten. Nach ca. einem knappen halben jahr voller pep, und sehr wenig Schlaf brach bei mir eine Drogenindizierte Psychose aus. Ich  schlief und aß noch weniger und war noch überdrehter. Ich redete wirres Zeug hatte Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Aber ich konsumierte weiter.

Ab da auch wieder ab und zu Cannabis um "runter" zu kommen. Es wurde immer schlimmer. Schließlich nachdem ich auf Grund meiner Hallos Engelstrompete aß wurde ich mit einer schweren vergiftung auf die Intensivstation eingewiesen. Ich war abgemagert, ausgetrocknet und durcheinander. Nach der körperlichen Behandlung wurde ich in eine psychiatrische Klinik verlegt wurde "entgiftet" und auf Medis eingestellt.

Ich hatte danach in meiner WG auflagen ich dufte keine drogen mehr nehmen und bin aufgrund mehrfachem Konsums fast rausgeflogen. Nach zweieinhalb Jahren dort wohne ich jetzt im betreuten Wohnen (nur stundenweise Betreuung) auch hier hatte ich wieder angefangen PEP und Cannabis zu nehmen und auch hier sollte ich gekündigt werden, aber hier die WG das ist alles für mich!

Wenn ich hier rausmüsste wäre alles vorbei! Ich habe nochmal Kontakt mit einer Suchtberatungsstelle aufgenommen und meine Betreuerin zum Gespräch mitgenommen. Ich kann hier wohnen bleiben und werde weiter betreut aber mein Antrag auf Langzeittherapie läuft bereits und ich kann innerhalb der nächsten 6-8 Wochen mit einer Zusage rechnen. Dann gehe ich für 16-26 wochen dorthin. Ich habe Angst davor aber ich will nicht mehr vor der Wahrheit flüchten ich will clean werden, ich will wieder leben!

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