Alkohol & Co-Abhängigkeit
::: von "Peter K." :::
Ich habe mit mir gerungen, ob ich dieses niederlegen soll. Meine Entscheidung lautet jetzt >JA<.
Es fiel mir nicht leicht, meiner Frau das Ultimatum "Alkohol oder Trennung" zu stellen. Ich habe wochenlang darüber gegrübelt, war sie doch meinen erste große Liebe.
Aber der Tag kam dann doch. Er musste sein, denn ich wusste: Jeden Tag stirbt unsere Liebe durch jedes Glas Alkohol ein wenig, bis nichts mehr als Gleichgültigkeit übrig bleiben würde oder schlimmstenfalls Verachtung. Sollte meine und ihre Liebe so enden. Nein, niemals. Es zerriss mir fast mein Herz, diese Entscheidung FÜR das Ultimatum zu fällen.
Der Abend kam. Ich sprach mit ihr, mein Herz blutete. Sie weinte, flehte mich an, nicht zu gehen. Es zerriss mich fast. Ich wusste auf einmal, was Hesse mit seinem Roman Steppenwolf meinte: Zwei Seelen wohnen in meiner Brust. Die erste schrie: Verlass sie nicht, du brauchst sie und sie dich. Die zweite Seele rief: Nein, sie braucht dich und den Alkohol.
Und ich wusste, dass die zweite Seele Unrecht hatte. Es war mein eigener Teufel, der sich wieder einschleichen wollte. Aber Zweifel blieben. Ich wollte es nicht wahrhaben. Mein Herz zerbrach. Ich wollte keine Entscheidung mehr, wollte nur lieben und geliebt werden. Ihre Tränen brannten tiefe Löcher in meine Seelze, ich winselte innerlich vor Schmerz wie ein Tier.
Sie ging raus und holte ihre "versteckte" Flasche und goss sich ein Glas ein. Und, so ironisch oder zynisch das auch klingt, es war mein Anker.
Ich sah sie trinken, die Flasche nur eine Armlänge von mir entfernt. Oh, wie einfach wäre es doch gewesen, einfach mitzumachen. Den Schmerz in meiner Brust zu betäuben. Frieden zu finden. Und Vergessen.
Und dann sprach auf einmal mein Herz ganz leise, denn es war sehr, sehr krank: Trinke nicht. Liebe sie mit ihren Fehlern und Schwächen. Hilf ihr.
Und ich fragte: Herz, was kann ich denn machen? Und es antwortete: Lass sie los. Gehe deinen schweren Weg in das Tal der Tränen. Wenn du sie wirklich liebst, dann gehe ihn.
Ich antwortete: Aber ich kann und will ohne sie nicht leben. Und das Herz antwortete: Wenn du sie liebst, dann kannst du es. Liebe heißt auch Demut und Verzicht.
Ich wollte flüchten, wie ein Boxer den Hieben ausweichen. Aber es ging nicht. Herz hatte Recht.
Und so stellte ich Kristina das Ultimatum. Zeigte ihr meinen neuen Mietvertrag, den Termin mit der Möbelspedition. Sie weinte, meinte: "Du verlässt mich, hast mich nie geliebt" Ich zerbrach. In 1000 Stücke. Und setzte mich wieder zusammen. Herz half mir. Ich ging aus dem Wohnzimmer, weinte wie ein Schlosshund, kam mit nassem Gesicht zurück, nahm meine über alles geliebte Frau in die Arme und küsste sie. "Nein", sagte ich, "du irrst dich. Du bist die erste und einzige Liebe meines Lebens."
Und sprach ganz leise und stockend über den Alkohol, darüber, dass unsere Liebe immer ein Stückchen weiter sterben würde und über vieles anderes. Herz half mir dabei. Es legte mir Worte in den Mund, an die ich vorher nie geglaubt hatte. Und ich lernte. Ich wollte nicht lernen, es war so schmerzhaft für mich. Und doch tat ich es.
Und auch meine Liebe, meine Frau, lernte. Auch ihr Herz begann zu sprechen. Es sprach viel, von der Vergangenheit, dem ungeliebten Kind, der Ehe, die nur Mittel zum Zweck war und über vieles mehr.
Und nach Stunden schlugen UNSERE HERZEN auf einmal im Gleichschritt. Fragt mich bitte nicht, wie es passierte. Es war wie ein Wunder. Wir hätten das Licht ausmachen können, so sehr strahlten unsere Augen. Wir wussten ohne Worte, dass wir uns lieben und dass niemand dieses zerstören würde.
Sie küsste mich und sagte: "Ich gehe zur Entgiftung. Ich mache es für mich, aber auch, weil ich dich liebe, mein Mann."
Auch jetzt, wo ich diese schreibe, stehen mir die Tränen in den Augen. Sie laufen die Wangen herunter, ich schäme mich nicht dafür.
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Schlagworte: Alkohol, Tod
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