Valium
::: von "Doris" :::
Liebe Eltern, Mitglieder und Besucher,
ich wende mich heute an euch u. möchte euch meine Geschichte mit meinem Sohn Christian, den ich sehr, sehr liebe (immer noch liebe) erzählen.
Mein Sohn war Drogenabhängig. Ich war sehr unerfahren u. kannte mich mit Drogen u. Abhängigkeit nicht aus. Ich habe gestern mit Ingrid telefoniert u. so mehr über diese Krankheit erfahren können.
Obwohl Christian stark abhängig war, verschrieb sein Hausarzt u. seine Vertretung (dieser hatte u. a. Hepatitis C bei meinem Sohn festgestellt) „Valium“ teilweise gleichzeitig zunächst auf Kassenrezept, dann auf Privatrezepte. Christian spritzte sich u. a. auch das „Valium“. Durch das spritzen wurde Christian 3 Mal von beiden Ärzten zu einem Chirurgen überwiesen zum entfernen dieser Entzündungen, bekam am gleichen Tag jedoch erneut „Valium“ mit nach Hause (s. Krankenakte).
Die Spritzabszesse sind auf Bildern deutlich zu erkennen. Christian wurde als Süchtiger von den Ärzten behandelt, ohne dass Schlussfolgerungen gezogen wurden u. mein Sohn zum Entzug, Suchtklinik od. Substitutionsarzt geschickt wurde mit gleichzeitiger psychischer Betreuung. Er hat also die richtige med. Behandlung nie erfahren können u. vertraute seinem Arzt. Eine entsprechende Aufklärung in der Krankenakte über andere Drogen in Verbindung mit „Valium“, dass das mit dem Tod enden kann, ist nicht geschehen. Hat das der Arzt evtl. selbst nicht gewusst? „Valium“ hätte mein Sohn als Drogenabhängiger nie erhalten dürfen, das wird mir von der herstellenden Arzneifirma, Ministerium und der Ärztekammer bestätigt.
In den letzten Wochen im Leben meines Sohnes rief ich seinen Hausarzt 3 Mal an, da mein Sohn mit blauen Lippen auf das Bett saß. Ich bekam die Antwort, er habe Schweigepflicht u. ich könne ja in die Praxis kommen. Der Arzt selbst unterließ es, sofort mit Notkoffer zu meinem Sohn nach Hause zu kommen, da es sich hier möglicherweise schon um eine ernsthafte Vergiftung im Endstadium handelte.
Mit Aufklärung in eigener Sache halten sich Behörden bedeckt, habe ich doch nach dem Informationstätigkeitsgesetz Anspruch auf Einsicht u. Auskunft in allem was mein Sohn betrifft. Vollmacht u. Erbschein liegen vor.
Jetzt klage ich die Ärzte an 1. Verhandlung ist am 29.10.08. Ich bin alleinerziehende Mutter u. muss feststellen, wie wenig Anerkennung u. Respekt diesen Elternteilen entgegengebracht wird. Die Schuld wird nun bei mir als Mutter gesucht.
Ich klage nicht nur für meinen Sohn, für mich, für meine Tochter, auch für alle die, die kraftlos sind u. den Weg nicht gehen können, für unsere Kinder u. unsere Jugend –die unsere Zukunft sind-
Mein Leben hat sich verändert. Ich habe mein altes Leben verloren u. fühle mich fremd auf dieser Erde. Die Aufgabe u. mein Einsatz dieser Anklage sollen mich Stück für Stück wieder zurück holen.
Ich bitte euch ganz herzlich, mich dabei zu unterstützen mit euren Gedanken oder wenn möglich euere Anwesenheit bei Gericht. Wenn es ähnliche Fälle bei euch gibt, schreibt mir dofu@gmx.de eure Geschichte. Eine Unterschriftensammlung Betroffener mit gleichen Fällen wäre sehr hilfreich für mich. Gibt es jemand, der mich begleiten möchte bei meiner Verhandlung? Das wäre ganz toll. Nur gemeinsam sind wir stark u. können etwas erreichen eine bessere ärztliche Behandlung für Suchtkranke etc. etc.
Ich danke euch schon jetzt für eure Hilfe u. Anteilnahme und grüß euch ganz lieb v. Bodensee
Lesen Sie auch den folgenden Aufruf: Behandlungsfehler mit Todesfolge
Zeitungsbericht - die Schwäbische Zeitung hat kürzlich einen Artikel über Doris veröffentlicht:
"Tod auf Rezept - Mutter klagt gegen Ärzte"

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