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Pillen, Trips, und Pep

::: von "S." :::

Auch ich will hier meine Geschichte veröffentlichen…

Dabei ist sie noch gar nicht zu Ende… angefangen hat sie als ich mir mit 14 Jahren in einer Disko die erste Pille reingepfiffen hab und die ersten Lines Pep. Ab da war mein Leben eine Party, ich verletzte viele Mitmenschen die sich sorgten, verdrängte aber stets schlechte Gedanken mit Pillen, Trips, und Pep war schon bald auch während der Woche mal drin. Mit ca. 20 Jahren hörte meine Disko und Pillen / Trips Zeit so langsam auf. Bis heute sind so Sachen eine Ausnahme. Nur Pep scheine ich seit dieser Zeit fast täglich zu ziehen, mal mehr mal weniger. Seit zwei Jahren bestimmt 1 gr. Tgl.!!

Heute bin ich 32 Jahre alt, führe ein eigentlich ziemlich normales unspektakuläres Leben, in einem kleinen Dorf mit meinem Hund und meinen zwei Katzen.

Um mich herum wird immer mehr gepeppt, das machen alle in allen Altersklassen, kennen tue ich fast alle und rede auch mit den meisten, nur regelmäßig sehen und viel Zeit verbringen tue ich ausschließlich mit meiner besten Freundin und ihrem Sohn und 2-3 andere.

Und diese nehmen gar keine Drogen bez./oder nur ab und zu mal.

Ich gehe einer regelmäßigen Arbeit nach, was bis Ende letzten Jahres ausschließlich Sekretariat und kaufmännische Arbeiten waren. Meine Freunde sind verwundert darüber, dass ich trotz  meines täglichen, auch sehr hohem Pepkonsum, noch so taff bin, immer gut gelaunt, sehr gesellig und überall gerne gesehen. Nicht nur wegen meiner 3 Sprachen die ich spreche, auch wegen meines allgemeinen Interesses an der Welt ist mein Horizont recht weit. Viele andere die ich kenne sind schon in der Klapse gelandet oder haben andere Schicksale erlitten. Ich nicht. Fühle mich sogar relativ motiviert und sehe positiv in die Zukunft. (oder blauäugig?) Um noch besser zu verdienen bin ich sogar innerbetrieblich in die Produktion gewechselt und nehme die Schichtarbeit in Kauf.

Ich will was erreichen im Leben, reisen, eine Familie gründen, und nicht in der Midlife Crysis mit 40 oder so mir den Rest Hirn total aus dem Kopf ziehen. Die Bedingungen für ein normales Leben ohne Drogen sind mir gegeben, ich gehe zu einem Beratungsgespräch und auch in Therapie wenn es nötig ist.

Ich will versuchen wieder morgens aufzustehen und das Leben ohne Drogen zu erfahren. Ich will wissen, ob ich die Person bin die ich denke zu sein oder vielleicht eine ganz andere? Kenne ich mich und sind die Gefühle die ich empfinde echt? Dass Drogen gefühlskalt werden lassen kann ich in meinem Falle nicht bestätigen. Ich bin voller Emotionen und klar bei Verstand, kann lachen und weinen, und lieben kann ich auch, sehr sogar. Soll das alles falsch sein?

Und ich will meinen Körper nicht länger strapazieren, habe auch große Angst vor den Spätfolgen….

Und mein Kinderwunsch, den ich nur verwirklichen kann wenn ich clean bin. Das ist mein größter Wunsch, so wie meine beste Freundin. Ich habe so die Schnauze voll und doch ist es so selbstverständlich für mich geworden wie essen und trinken. Ich bilde mir ein ohne was in der Nase nicht aus dem Haus gehen zu können, nicht mal nur Gassi mit dem Hund. Das ist so beschämend und doch ist es so. Jetzt nehme ich mir vor morgen nichts zu ziehen, morgen Früh ist der Vorsatz vergessen….

Wünscht mir Glück, wer auch immer das hier liest, ich kann es gebrauchen.
Und euch wünsche ich, dass ihr niemals von was abhängig werdet, immer frei bleibt, so soll das sein 


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