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Kiffen, XTC, Speed

::: von "Wave" :::

Lektorin: Hannah

Joa, dann möcht ich auch mal meine Story erzählen.

Ich war schon immer jemand, der gerne einen Rausch erlebt. So fing es schon in der Grundschule an, Feuerzeuggas in Plastiktüten strömen zu lassen und das dann einzuatmen. Meine Kumpels und ich fanden das halt cool. Zu der Zeit hatte ich auch noch sehr viele Freunde, habe Fussball gespielt, war in der Jugendfeuerwehr, usw.

Meine (alleinerziehende) Mutter zog dann mit mir und meinen Geschwistern in eine andere Stadt, was für mich sehr sehr schlimm war. Zwar war ich unter meinen alten Freunden immer der Lustige, Wilde und Verrückte gewesen, doch in der neuen Stadt konnte ich irgendwie nicht auf die Leute zugehen. Ich saß also die meiste Zeit allein vor meinem PC und hab gespielt. Da war ich 14 Jahre alt.

Meine Mutter lernte einen Mann kennen, der selbst 2 Kinder hatte, die jedoch bei seiner Exfrau lebten. Da der Älteste Sohn, der 2 Jahre älter als ich ist, viel Scheiße gebaut hatte, zog er dann zu uns.

Er hatte im Gegensatz zu mir schnell Leute kennen gelernt, die jedoch alle auf Drogen waren, wie er auch halt. Ich war oft mit ihnen unterwegs, und so kam es das ich auch anfing zu kiffen. Mit 14 kiffte ich dann jeden Tag, sprayte in der Stadt die Wände voll und hatte oft mit der Polizei zu tun. Dann lernten wir neue Leute kennen, die dealten mit Hasch. Wir haben uns immer öfter mit denen getroffen, bis wir nur noch bei dem einen zu Hause waren. Irgendwann fingen die an Heroin zu nehmen, was mein Stiefbruder zwar nahm, ich aber ablehnte, weil ich die Folgen kannte. Meiner Mutter wurde das alles irgendwann zu bunt mit uns und schmieß meinen Stiefbruder raus. Seitdem habe ich ihn nie wieder gesehen. Er ist wieder zurück zu seiner Mutter, war zwischenzeitlich auch im Knast hatte ich gehört.

Ich lernte dann mit 17 meine damalige Freundin kennen und war sehr glücklich. Gekifft habe ich da nur noch ganz selten. Um ihr was bieten zu können hab ich dann einen Schülerjob in einem Restaurant angenommen. Ein Kollege war mir sehr sympatisch. Er war Raver, Dealer und 12 Jahre älter als ich, und erzählte immer von seinen Erlebnissen auf Technopartys und der Wirkung von XTC und Speed.

So kam es dass ich das dann auch mal ausprobieren wollte, also gab er mir etwas Speed. Ich war so begeistert davon dass ich auch XTC ausprobieren musste. Ich habe dann nach kurzer Zeit all mein Geld nur noch für Speed und XTC ausgegeben, so ca. 300 € im Monat. Meine Freundin sorgte sich sehr um mich, aber ich konnte an mir keine negative Veränderung feststellen.

Als wir beide unsere Ausbildung begannen, zogen wir auch zusammen in eine kleine Wohnung. Da wir uns aber oft stritten wegen meinem Drogenkonsum, hab ich wieder mehr Zeit mit meinen alten Freunden verbracht und auch noch angefangen wieder jeden Tag zu kiffen. NAch einem Jahr hat meine Freundin das nicht mehr ausgehalten und mich für einen 30 Jährigen Mann verlassen, was mir das Herz gebrochen hat.

Ich habe einfach keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen, hab mich jeden Tag bekifft und am Wochenende auf Technopartys mit XTC, Speed und unmengen Alkohol betäubt.

Das ging 2 Jahre so, bis zu meinem 20. Geburtstag. Ich wollte noch einmal richtig groß feiern und danach aufhören mit Drogen. Die Folge war, dass ich nach 6 Tagen wach sein, 50 XTC Tabletten, 6 Gramm Speed und 2 Gramm Koks in die Intensivstation eingeliefert wurde und beinahe gestorben wäre.

Ich machte freiwillig eine Entgiftung und danach eine Therapie in einer Tagesklinik. Aber die Einsamkeit nach den Sitzungen hielt ich einfach nicht aus und fing an mich jeden Tag zu betrinken. Ich konnte nicht zurück in mein Altes leben, habe deshalb sogar meinen Job verloren. Aber mir fehlte auch die Kraft ein neues Leben aufzubauen.

Nach der Therapie wechselte ich den Wohnort, um nochmal neu anzufangen, und habe sogar einen Betrieb gefunden in dem ich meine Ausbildung beenden konnte. Aber da ich mich trotzdem wie Dreck gefühlt habe und eigentlich lieber alleine war konnte ich das trinken einfach nicht sein lassen.

Heute habe ich einen guten Job, lebe in einer schicken Wohnung. Zwar nehme ich auf Partys selten noch Drogen und trinke auch nach Feierabend gerne mal einen nach Feierabend. Ich fühle mich jetzt aber in der Lage das unter Kontrolle zu halten und meine Grenzen abschätzen zu können. Ich trinke nicht täglich, und auf Raves liebe ich es einfach XTC zu konsumieren. Das kommt aber höchstens einmal im Monat vor, und ich nehme dann nur 2 Pillen und vorallem KEINEN Alkohol oder was anderes dazu.

Trotzdem, hätte ich die Wahl, mein Leben nochmal neu zu beginnen: Ich würde auf jeden Fall die Finger von Drogen lassen!


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