Drogensucht überwunden
::: von "Anonyma" :::
Weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Meine Drogenkarriere fing an als ich ca. 13 Jahre alt war nun bin ich 21. Es fing wie bei vielen mit dem kiffen an und ging rasant weiter. Es gefiel mir alles zu vergessen und damit die Hölle in meinem Elternhaus etwas erträglicher zu machen.
Weiter ging es dann mit Speed, Koks und zu guter letzt dann auch Heroin. Mir war klar auch damals schon, dass es abhängig macht und man die Kontrolle nicht behält aber es war mir egal. Ich habe zu diesem Zeitpunkt einfach keine bessere "Lösung" gefunden. Dachte nicht, dass ich so schnell von zuhause wegkommen könnte. Schläge waren an der Tagesordnung.
Essen und duschen durfte man auch nicht. Ich wusste einfach nicht mehr weiter.
da ich nun mal nicht immer bzw. sehr selten flüssig war, habe ich geklaut und diese Sachen dann weiterverkauft um mir etwas zu besorgen. Kleinere Geschäfte konnte man in unseren kreisen auch in diesem Alter abschließen.
Meinen Körper habe ich nie verkauft. Irgendwann kam ich einfach zu dem Schluss, dass es so nicht weiter gehen kann.
Als ich mir eines Tages etwas besorgen wollte und bei meinem Ticker saß, habe ich mir die Leute genau angesehen. In relativ klarem zustand. Ich konnte es nicht fassen. Meine Gedanken rasten und ich fragte mich ob ich auch so bin wenn ich was genommen habe und ob ich irgendwann auch so aussehen werde.
Ich spreche hier von Menschen die jahrelang konsumieren und vermutlich nie in der Lage sein werden, damit aufzuhören, weil sie es auch einfach nicht wirklich wollen. Abgewrackt und absolut keine Menschlichkeit mehr vorhanden. Sie leben nur noch dafür.
Ihnen ist es egal, dass sie sich Hepatitis zugezogen haben, da ständig das Besteck anderer verwendet wird. So wollte ich nicht enden... Ich konnte das einfach nicht zulassen!
An diesem Tag habe ich bezahlt und bin gegangen. Ich bin rumgelaufen und habe auch schon gemerkt, dass ich mich fit machen muss. Ich hatte schon Affe aber ich habe mich einfach in den Park gesetzt und nachgedacht. Nach gefühlten 3 Stunden habe ich meinen Entschluss gefasst und alles was ich gekauft habe, in den Gulli geschmissen.
Zurück in der Hölle (also bei meiner Mutter) fühlte ich mich schon ziemlich beschissen. Habe ihr im Vorfeld schon gesagt, dass ich wohl krank werde (vermutlich eine Grippe) und hab mich in mein Zimmer verzogen. Die nächsten 3-4 Tage waren einfach Horror.
Das waren wirklich ein paar harte stunden, die ich alleine und ohne jegliche Hilfe durchstehen musste. Ich weiß bis heute nicht woher diese Kraft kam, aber sie war da. Ich habe diese Tage durchgestanden und der Suchtdruck hat mich nicht in die Knie gezwungen. Es ist schwer zu widerstehen, aber ich kann es echt schaffen. Egal was passierte, ich bin nie wieder so abgerutscht, selbst als mein Vater im Januar gestorben ist.
Bis heute lebe ich eigentlich clean. Es gab ganz selten mal Rückfälle aber ich glaube die kann ich an einer Hand abzählen. Ich habe meine Mittlere Reife nachgeholt und möchte dann jetzt bald auch mein Abi anfangen. Habe schon lange meine eigene Wohnung und komme wirklich gut zu recht!
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