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Die Suchtbeauftragte der Bundesregierung hat Sonderglocke ein Lob für vorbildliches Engagement im Suchtbereich ausgesprochen. Der Orginalbrief als PDF: Suchtbeauftragte der Bundesregierung
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Von Gauki

Co-Abhängigkeit

Hallo, im September 2006 hatte ich meine Geschichte als Co-Abhängige geschildert und wurde um eine Fortsetzung gebeten. Hier ist sie nun:

Entgiftung & Langzeitkur

Mein Mann hat während der Entgiftung gemerkt, daß er es zu Hause noch nicht aushalten würde bis zur beantragten Langzeitkur. Er durfe im Landekrankenhaus bleiben (mit Ausnahme von kurzen Besuchen mit höchstens einer Übernachtung zu Hause) bis zum Beginn seiner Langzeitkur. Er wirkte sehr optimistisch während der psychischen Betreuung im Landeskrankenhaus und auch zu Beginn der Langzeitkur. Ich hatte dementsprechend eine sehr große Hoffnung in die Zukunft.

An Weihnachten durfte er für ein paar Tage nach Hause, um mit uns zu sein. Als er dies ankündigte, hatte ich bereits ein mulmiges Gefühl. Denn mein Mann ist sehr emotional und gerade an solch sentimentalen Tagen gab es immer große Schwierigkeiten. Ich freute mich trotzdem auf ihn (und vor allem meine Tochter) und wir holten ihn vom Bahnhof ab. Kaum zu Hause angekommen, nahm er den Hund, ging spazieren.

Rückfall

Jedoch leider zum Kiosk... Ich sah mir keine andere Wahl, als ihn zu bitten, wieder in die Klinik zurück zu gehen. Er weinte, nahm seine Tasche und ging. Nachdem wir vom Krippenspiel kamen (alle Engel strahlten mit Ausnahme meiner Tochter, die die ganze Zeit traurig von der Bühne blickte), bekam ich einen Anruf von der Polizei aus der nächsten Stadt. Mein Mann sei volltrunken am Bahnhof aufgegriffen worden mit einer sehr großen Menge Bargeld.

Nun sei er in der Ausnüchterungszelle und wenn ich will, kann ich ihn abholen. Ich wollte jedoch nicht. Ich hatte die Verantwortung gegenüber meinem Kind. Es sollte noch ein möglichst schönes Weihnachten verbringen können. Ich ließ ausrichten, daß er trotz dem Zwischenfall zur Suchtklinik zurückgehen kann, die ich inzwischen informiert hatte. Jedoch ging er nicht zurück, meldetete sich jedoch weder bei mir noch bei seinen Eltern. So wußten wir bis zum Morgen des zweiten Weihnachtstages nicht einmal, ob er noch lebt oder sich evtl. etwas angetan hat, da er ja nun auch unter Depressionen litt.

Am zweiten Weihnachtstag ging er zurück zur Klinik. Wir hatten in der Klinik ein Paargespräch, um den Vorfall aufzuarbeiten und ein richtig gutes Paarseminar über 2 Tage. Zu dem Zeitpunkt dachte ich wirklich, nun ist die Ehe gerettet. Es wurde sooo viel geklärt und sehr viele Wege aufgezeigt, wie wir in Zukunft besser zusammen leben können. Inzwischen hatten wir uns zwar auch etwas auseinandergelebt, beide verändert durch die räumliche Trennung von ca. 6 Monaten, aber wir liebten uns ja noch.

Einen Tag nach Beendigung der Langzeitkur wurde er jedoch schon wieder rückfällig und ich erfuhr, daß er während der Langzeit die Sucht aufs Spielen verlagert hatte. Meine Kraft war nun wirklich total am Ende, das allerletzte Vertrauen und die allerletzte Hoffnung aufgebraucht. Wir beschlossen, uns zu trennen, um uns nicht mehr gegenseitig leiden sehen zu müssen.

Inzwischen war mein Mann schon 4 x wieder auf Entzug. Ich war mit meiner Tochter zur Mutter-Kind-Kur, wo wir auch psychologische Betreuung erhielten. Diese Klinik kann ich wirklich empfehlen! Nun läuft ein Antrag auf weitere psychologische Behandlung für mich, damit ich nicht wieder in die Lethargie verfalle. Ich hatte ja inzwischen alles total vernachlässigt, lief nur noch planlos durchs Haus. Es sah aus wie bei den Messis. Mein Mann ist nun an Pfingsten ausgezogen.

Sobald wir das Haus verkauft oder gut vermietet haben, gehe ich in einen anderen Ort mit meiner Tochter. Hier halte ich es kaum noch aus mit den ganzen Erinnerungen. Mein Mann hat sich leider trotz der Trennung gar nicht im Griff. Ich glaub, er fehlt nun sogar unentschuldigt bei der Arbeit. Jeden Termin, den wir ansetzen, um hier weiter auszuräumen oder für Unterschriften, die er mit leisten muß, läßt er verstreichen. So bin ich letztendlich für den Hausverkauf usw. allein verantwortlich. Dazu kommt die Jobsuche. Gerade heute ich einen Brief von unserem Rechtsanwalt erhalten mit der Kopie des Scheidungsantrages.

Es steht dort natürlich nicht drin, aber eigentlich ist es keine Scheidung, weil man sich nicht mehr mag, sondern eine Scheidung aus Krankheitsgründen, damit nicht eine ganze Familie psychisch total untergeht, also das Ende einer ganz besonderen Partnerschaft, die eigentlich liebevoller nicht hätte sein können...

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