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Beziehung zu einem Dealer

::: von "Honeymoon" :::

Ja, ok, wie fang ich am besten an?

Das erste Mal hab ich Drogen probiert als ich 14 war. Ich hatte meine erste große Liebe gefunden und zog voller Euphorie bei ihm ein. Seine Mutter ist schwer krank gewesen und brauchte Pflege rund um die Uhr. Also ging ich ab den Zeitpunkt nicht mehr zur Schule, brach den Kontakt zu meiner Familie ab und fühlte mich mit meinen 14 Jahren wie eine junge selbstständige Frau... aber nicht lange.

Nach circa einem halben Jahr, entpuppte sich meine erste große Liebe als Dealer und ich war nicht etwa sauer oder verletzt, nein ich war neugierig und gefährlich offen für das Zeug was er mir auf die Fliese legte. Und das war einiges...

Wir fingen früh mit Koks, Christal, Speed, Pillen an und versuchten uns am Abend wieder runter zu kiffen, was uns nicht immer gelungen ist. Also machten wir Party, manchmal 2 Wochen am Stück. Ich nahm in der Zeit 15 Kilo ab, von 55 auf 40 Kilo, obwohl ich mit 170 cm nicht die kleinste bin.

Die Schule wurde mit der Zeit immer aufmerksamer auf mich, denn wenn ich schon mal da war, schaffte ich nicht mal die ersten zwei Stunden... ich schaffte es nicht einmal die Treppen hoch zu gehen. In dieser Zeit, fing die Hölle an. Mein Freund war nur noch aggressiv, verlogen und drückte sich irgendwelche Filme.

Es war keine Seltenheit das er mitten in der Nacht vorm Haus stand, ne Knarre in der Hand und dachte ich hätte die Bullen geholt... er fing an mich zu schlagen. Seine schwer kranke Mutter war schon in ein Heim gegangen, also hörte mich niemand um Hilfe schreien. Die Nachbarn wussten zwar alle was abgeht, aber die lebten lieber nach dem Motto, nichts gehört und nichts gesehen.

Die Wende kam zum Fasching vor 2 Jahren.

Wir kamen früh um 7 von der Party wieder, waren beide super gut drauf und wollten es noch ein bisschen gemütlich ausklingen lassen. Alles war auch ganz ok, bis mein Freund mich auf eine ganz komische Art und Weise anschaute. Ich fragte was los sei und auf einmal schlug er auf mich ein, stundenlang. Ich schaffte es nach einer gefühlten Ewigkeit auf allen vieren zum Telefon zu kriechen und meine Mutter anzurufen... bei der ich dann auch einen Tag bleiben dürfte.

Zwei Tage später fand ich mich in einer Entzugsklinik wieder, wo ich nach einer Woche ausriss um mir das Leben zu nehmen. Ich auch nicht nur einmal dort, nein 2 mal lies ich dieses Suchtprogramm über mich ergehen, immer ohne Erfolg.

Heute bin ich 20 Jahre alt, Mach eine Lehre in einer großen Versicherung, habe eine gemütliche Wohnung und sehr guten Kontakt zu meiner Familie. Drogen nehme ich immer noch, zwar nicht mehr jeden Tag, auch nicht mehr jede Woche, aber ich hab es noch nicht geschafft ganz los zu lassen.

Meinen Ex von damals sehe ich jetzt noch gelegentlich und ich schaffe es sogar ihn zu grüßen. Bei der Gerichtsverhandlung bekam er keine Strafe für die vielen blauen Flecken, aufgeplatzte Lippen und meine kaputte Seele, weil er unter so vielen verschiedenen Drogen stand.

Ich habe das akzeptiert, aber vergessen kann ich es nicht. Wir sind sicher beide Schuld daran wie es gelaufen ist, aber er hat sich nicht verändert... es ist nur noch ein Stück schlimmer geworden und es werden immer mehr, die an Drogen kaputt gehen, leider werden sie auch immer jünger. Ich hoffe ich konnte ein paar mit meinem bisherigen Leben berühren und davor bewahren, sich das alles selber anzutun.


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