::: von Cornelia Himmerich :::
Der Fall Udo K.
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Während andere Bettnachbarn aus diesem Zimmer nach kurzer Zeit auf die „normalen“ Zimmer verlegt wurden, verblieb Udo bis zum Tage seiner Entlassung am 15.01.2005 auf diesem Beobachtungszimmer.
Noch am selben Tag wurde Udo medikamentös eingestellt, wobei schon am 2. und 3. Tag die Medikamente tlw. umgestellt, bzw. ergänzt wurden.
Im Laufe der Behandlung zeigten sich bei Udo gravierende negative physische und psychische Veränderungen, die zum größten Teil in den Pflegeberichten, in der ärztlichen Eintragungen, bzw. dem Bericht vom 02.03.2005 an den Hausarzt festgehalten worden sind.
Ebenso wurde von uns der Zustand von Udo, bzw. der nach und nach auftretenden und sich von Tag zu Tag verstärkenden Symptome dokumentiert.
Während der 21 Tage die Udo in diesem Haus als Patient verbrachte, wurde die ursprünglich vorgesehene 16-tägige Entgiftung (feststehender Termin zur LZT am 10.01.2005) um 9 Tage verlängert, bzw. ein weiteres mal um 6 Tage verlängert.
Dies lag in erster Linie daran, dass sich der Zustand von Udo von Tag zu Tag verschlechterte, bzw. eine Reduzierung der verabreichten Medikamente sich nach Aussage der behandelnden Ärzte und des Pflegepersonals als äußerst schwierig erwies.
Reduktion der Medikamente
Fragen von mir im Zusammenhang mit dem besorgniserregenden Zustand von Udo, bzw. der Reduktion der Medikamente – wurden nur sehr unzureichend oder gar nicht beantwortet, mit dem Hinweis, dass man der Schweigepflicht unterliege. Die Einwände, dass Udo unter diesen Umständen gar nicht mehr in der Lage war, die Sachlage zu beurteilen, wurden ignoriert.
Insofern hätten die Ärzte in diesem Zusammenhang Udo und uns bei Beginn der Behandlung auf die Möglichkeit aufmerksam machen können, dass Informationen über die Behandlung in bestimmten Situationen an Dritte nur weitergegeben werden können, wenn Udo die behandelnden Ärzte gegenüber den Angehörigen von der ärztlichen Schweigepflicht bezüglich Ihrer Behandlung oder der Beendigung der Behandlung entbindet.
Erfahrungen bei Entgiftungen
So war Udo auch nicht in der Lage auf Anfragen von uns, die im einzelnen verabreichten Medikamente zu benennen. Er erklärte uns nur immer wieder, dass ihm die Behandlung, Medikation und sein Zustand Sorgen bereite – dies äußerte er auch gegenüber anderen Mitpatienten - und dass dies in keiner Weise seinen bisher gemachten Erfahrungen bei Entgiftungen entspricht.
"Pflegekräfte"
Auch die Behandlung seitens des Personals wurde immer wieder von Udo thematisiert, da der abwertende Umgangston und die wenig hilfreichen pflegerischen Maßnahmen seitens einiger Pflegekräfte ihn sehr belasteten.
Da durch mich im Rahmen täglicher Besuche sehr genaue Beobachtungen bei der Ehefrau von Udo möglich waren, die sich ebenfalls einer Entgiftungsbehandlung unterzogen hatte - allerdings in einem anderen Haus - konnten sehr gut Vergleiche gemacht werden.
Bei der Ehefrau zeigten sich nur in den ersten 2 - 3 Tagen eine leichte Sediertheit und die Entgiftung konnte wie vorgesehen auch am 10.01.2005 beendetet werden, um den feststehendenden Termin zur Langzeittherapie wahrzunehmen.
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