::: von Cornelia Himmerich :::
Wir erhielten von der Autorin folgende Mail:
"Mein Bruder - Udo K. - verstarb mit 38 jahren nach einer Entgiftung, 8 Stunden nach der Entlassung aus der geschlossenen Psychatrie. In dieser Zeit wurde er hochdosiert mit Benzodiazepinen behandelt. Wir können unseren Bruder nicht mehr zurückholen. Wir wollen jedoch auf den Wahnsinn der Verschreibungen mit Benzos aufmerksam machen. Wir wollen versuchen etwas zu bewegen, denn wir haben den Eindruck, daß hinter dieser ganzen "Politik" viel mehr steht, als wir uns jemals ausmalen können. Wir gehen gerichtlich gegen die Verantwortlichen vor und werden nicht eher Ruhe geben, bis sich etwas ändert." (Die Autorin ist mit der Veröffentlichung dieser Mail einverstanden, auch mit der Nennung ihres Namens)
Die Autorin ist verantwortlich für den Inhalt der nachfolgenden Texte.
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Werte BesucherInnen und Besucher, nehmen Sie sich bitte ein wenig Zeit und studieren Sie den Fall Udo K. gründlich. Dieses Schicksal betrifft uns alle. Wir würden uns über Ihr Feedback sehr freuen. Wir suchen ähnliche Fälle, um gemeinsam für unser Recht zu kämpfen! -Gemeinsam sind wir stark!-
Udo wurde am 15. Mai 1968 geboren. Er war der jüngste von uns drei Geschwistern – das Nesthäckchen der Familie. 8 Jahre jünger als Arno und 12 Jahre jünger als ich.
Udo war ein Mensch, der immer alles ausprobieren wollte. Auf unsere Erfahrenswerte hat er leider oft nur dann zurückgegriffen, wenn bereits die Kiste verfahren war. Sicherlich lag dies auch daran, daß er immer an das „Gute“ im Menschen glaubte. Leider hat er sich in diesem Glauben oft die verkehrten „Freunde“ ausgesucht.
Die letzten Menschen, die kurz vor Udo’s Tod um ihn waren hat er sich nicht selbst ausgesucht, es waren auch keine Freunde – aber es waren die größten Versager mit denen er jemals in seinem Leben Kontakt hatte.
Ansonsten war er ein junger Mensch wie viele. Er wollte leben, wollte Spaß haben und . . . . er hatte noch so viel vor. Wie gerne hätte ich ihm all’ dies noch gegönnt.
Udo soll nicht als Engel dargestellt werden. Gerade wer sich mit der Thematik Drogen auseinander gesetzt hat, weiß wie sich der Mensch durch Drogen verändern kann. All’ dies hat unsere Familie auch erlebt. Er war nun einmal das „Sorgenkind“ unserer Familie.
Unsere Eltern haben uns vorgelebt, daß jeder Mensch im Leben an für ihn wichtige Dinge glauben sollte. Unsere Familie glaubte an die Gerechtigkeit im Leben und das Gute im Menschen. Dieser Glaube ist für uns am 15. Januar 2005 mit unserem Bruder Udo gestorben.
Alles das, was Udo an diesem Tag widerfahren ist, und alles das was er während seiner 21-tägigen stationären Behandlung erleben mußte, hatte nichts mehr mit Gerechtigkeit oder das Gute im Menschen zu tun.
Wenn ein naher Mensch gänzlich unerwartet stirbt, wenn keine Zeit ist, sich von ihm zu verabschieden, und die Umstände seines Todes so schrecklich sind, bleibt sein Tod für immer unfassbar.
Wir werden vielleicht erst dann ein wenig Ruhe finden, wenn diejenigen, die Udo’s Leben so leichtfertig auf's Spiel gesetzt haben, zur Verantwortung gezogen worden sind. Wir werden seine Geschichte immer wieder erzählen, bis auch der letzte in unserer Gesellschaft begreift, daß wir Verantwortung tragen ...... Verantwortung für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, weil die Natur sie mit einer „Schwäche“ bedacht hat, von der wir nur erahnen können, welche Kraft es kostet, immer wieder auf’s Neue gegen sie zu bestehen
...............bisher haben wir unsere Versprechen immer gehalten.
Der Fall Udo K.
Am 15.01.2005 kam es gegen 19.10 Uhr, ca. 8 Stunden nach der Entlassung aus dem besagten Krankenhaus, bei unserem Bruder Udo K. zu einem Herz- u. Kreislaufstillstand. Die durchgeführten Wiederbelebungsmaßnahmen der Notärztin führten zu keinem Erfolg.
Diazepam®, Neurocil® und Paracetamol®
Dem Vorfall war eine medikamentöse Therapie und Entgiftungsbehandlung, im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes vorausgegangen, die seit dem 27.12.2004 unter anderem in der Verabreichung der Medikamente Diazepam®, Neurocil® und Paracetamol® bestand.
Mein Bruder Arno und ich sind der Ansicht, daß die Behandlung in der Zeit vom 26.12.2004 bis 15.01.2005 in keiner Weise dem Standard der psychiatrischen und neurologischen Intensivmedizin der Jahre 2004/2005 entsprochen.
Behandlungs- und Diagnosefehler
Es lagen zahlreiche Behandlungs- und Diagnosefehler vor. So wurde bereits keine bzw. nur unzureichende differential diagnostische Maßnahmen hinsichtlich der Grunderkrankung von Herrn Udo K. durchgeführt. Die gesamte Behandlung war geprägt gewesen von Konzeptlosigkeit, insbesondere im Bereich des Medikamenteneinsatzes.
unterlassene Befunderhebung und medikamentöse Therapie
Die unterlassene Befunderhebung und die medikamentöse Therapie wart insgesamt fehlerhaft gewesen. Nebenwirkungen von Medikamenten sind nicht erkannt und dementsprechend daraus keine therapeutischen Konsequenzen gezogen worden. Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Behandlung sind ebenso nicht erfolgt.
Weiterhin ist der Vorwurf zu machen, dass kein Facharzt hinzugezogen wurde, obwohl sich der Zustand unseres Bruders. im Laufe der Behandlung erkennbar verschlechtert hatte.
Bei der Aufnahme am 26.12.2004 zeigten sich bei Udo laut Aufnahme-ICD keine nennenswerten Auffälligkeiten:
- Das Zustandsbild wird als wach, sowie zur Person, Zeit, Ort und Situation voll orientiert beschrieben. Er zeigte keine Ich-Störungen, sowie keine formalen o. inhaltlichen Denkstörungen. Die Kommunikation und Kontaktaufnahme war ebenfalls gut möglich.
- Auch die körperliche Untersuchung blieb ohne Befund. Lediglich bei der neurologischen Untersuchung wurde ein leichter Verhaltenstremor festgestellt. Ebenso wurde die von Udo gemachten Aussagen in bezug auf seine vor mindestens 3 Jahren festgestellte unbehandelte Hepatitis C festgehalten, die schließlich auch durch den Befundbericht vom 27.12.2004 bestätigt wurde.
- Die Diagnose der behandelnden Ärzte nennt ein Abhängigkeits- bzw. ein Entzugssyndrom durch Opioide, sowie eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome.
Um die von Udo gewünschte Entgiftung durchführen zu können, kam er auf die geschlossene Psychiatrie dieses Hauses. Er wurde in das Einzel-Beobachtungszimmer hinter dem Schwesternzimmer untergebracht, da er unter ständiger Beobachtung sein sollte. Hier verblieb er einige Tage, um dann in das daneben liegende 3–Bettzimmer verlegt zu werden, welches ebenfalls getrennt durch eine Glasscheibe unmittelbar an das Schwesterzimmer grenzt, um auch hier eine ständige Beobachtung zu garantieren.
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Mail an Cornelia Himmerich (bitte den Namen im Betreff angeben)
Kommentar:
Liebe Cornelia!
Heute bin ich zufälligerweise auf Deinen Bericht über Deinen Bruder Udo K. gestossen.
Erstmal möchte ich Dir mein herzliches Beileid ausprechen. Es ist wirklich bewundernswert wie Du Dich für Deinen Bruder einsetzt! Er wäre sicherlich stolz auf seine Schwester! Auf dem Foto (Homepage) wirkt er wie ein sensibel netter Mensch... einfach unfassbar wie die Ärzte mit ihm umgegangen sind. Gerade Drogenabhängige sind meiner Meinung nach mit Fürsorge und Liebe zu behandeln - es sind meinstens aus der Bahn geworfene Menschen die keinesweis für ihre Sucht (Krankheit) bestraft werden dürfen!
Die Geschichte Deines Bruders hat mich nicht umsonst so bewegt. Auch ich bin das Opfer der ärztlichen Kaltherzigkeit: statt medizinischer Hilfe nach einer verpfuschten funktionellen Nasenoperation erhielt ich Benzodiazepine. Somit habe ich heute neben den Qualen einer gestörten Atemfunktion (Nase /Asthma) einen Benzoentzug der Hölle ist. Man wollte mich auch bevor ich mit dem Entzug angefangen habe für Irre erklären und in eine Psychiatrie einliefern... Es hiess ich könne nicht abhängig sein und solle meine Medikamente weiternehmen, mit der Nase wäre alles in Ordnung.
Wie die Ärzte mit Benzodiazepinen umgehen ist skandalös... und wie du richtig geschrieben hast sicherlich eine Art Politik.
Ich mache den Entzug auf eigene Faust - vertraue einfach keinem Arzt mehr... Ich hoffe sehr das die Ärzte im Fall deines Bruders zur Verantwortung gezogen werden! Ich will auch nicht wissen wie viele ähnliche Fälle es gibt...
Falls ich wieder "clean" bin werde ich vielleicht auch eine Homepage erstellen, speziell über Benzodiazepine... damit nicht noch mehr Menschen an diesem Dreck zerbrechen...
Alles liebe aus Wien,
Nastassja
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