Sucht und Selbsthilfe
Selbsthilfegruppen Lange, bevor sich Ärzte und Psychologen dem Problem der Sucht annahmen taten sich bereits Süchtige zu Gruppen zusammen. Sie unterstützen sich gegenseitig auf ihrem Weg zu einem Drogen- und rauschfreiem Leben.
anonym und effizient
Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Suchttherapie. In diesen, wie es der Name schon sagt: selbst organisierten Gruppen, treffen sich regelmässig Menschen, die füreinander da sind. Es geht meistens recht ungezwungen zu, da sich alle als suchtkrank geoutet haben und somit das Stigma des Sucht keine Belastung darstellt.
Die meisten Gruppen pflegen die Anonymität -man/frau spricht sich mit Vornamen an, wobei sich auch hier selbstverständlich Freundschaften entwickeln. Diese Kontakte sind äusserst sinnvoll, da der Süchtige während seiner Sucht permanent mit der Lüge kämpft; hier kann er offen und frei berichten oder einfach "Sein". Der Grund seine bürgerliche Identität zu verbergen beruht auf der Angst und Tatsache, dass der Süchtige in der Gesellschaft benachteiligt wird.
Süchtige unter sich
Wir Süchtige neigen dazu (im Rausch) die Welt schön zu reden und den Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Wahrheit findet im Leben eines Drogenabhängigen nur selten statt. Schon beim Konsum wird gelogen, denn wir trinken "nur ein paar Bierchen"... (und wundern uns wie der Alkoholspiegel von 3 Promille zustande kommt).
Damit können wir vieleicht den Lebenspartner, die Familie, die Arbeitskollegen oder sogar unseren Therapeuten hinters Licht führen, aber in solch einer Selbsthilfegruppe gelingt das äusserst selten, denn hier sind allesamt Experten. Die Mitglieder der Gruppe lassen sich nicht täuschen und konfrontieren den Süchtigen mit der Wahrheit. Dieser Prozess kann schmerzhaft sein, allerdings ist er gleichzeitig ein wichtiger Schritt in die Un-abhängigkeit.
Sucht und Solidarität
In der Selbsthilfegruppe sind alle gleich. Alle haben das gleiche Problem und somit entsteht Solidarität unter den Einzelnen. Man hilft sich bei täglichen Problemen und bewältigt weltliche Schwierigkeiten gemeinsam. Allerdings setzt die Teilnahme an den Gruppen stets Nüchternheit voraus. Weiter muß er bereit sein über seine Probleme offen zu reden
Selbsthilfegruppen und Gott
Die erfolgreichsten Initiativen stützen sich auf einem religiösen Fundament. Dies mag dem Einen oder Anderem suspekt vorkommen, doch die Statistiken belegen, dass Selbsthilfegruppen zum Teil erfolgreicher sind als medizinisch-therapeutische Einrichtungen. Der Grund hierfür ist recht einfach: Die Lücke, die nach dem Absetzen des Suchtmittels entsteht, will wieder geschlossen werden. Ein abstinent lebender Süchtiger braucht Lebensinhalte oder Sinn. Religion oder Gott sind dafür prädestiniert.
Staat und Selbsthilfegruppen
Der Staat hat die Effizienz von Selbsthilfegruppen längst erkannt. Deshalb unterstützt er viele Gruppen finanziell, zum Teil sogar recht grosszügig. Dennoch sind diese Kosten im relativen Vergleich nur ein Bruchteil dessen was Reha Maßnahmen kosten. Eigeninitiativen zu unterstützen lohnt sich für die ganze Gesellschaft.
sg/ap
Adressen von Selbsthilfegruppen
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