Entgiftung
Der Ausdruck ist selbsterklärend. Das Gift muss aus unserem Körper entfernt werden, bevor wir in der Lage sind an einer Therapie teilzunehmen. Diesen Vorgang nennt man auch Entzug. Die Kosten dieser Behandlung werden normalerweise von den Krankenkassen übernommen.
Die Entgiftungen werden häufig auf geschlossenen Stationen in psychiatrischen Kliniken oder Abteilungen durchgeführt. "Geschlossen" da der Süchtige sonst ausbüchsen würde, denn dies ist mitunter die schwierigste Phase auf dem Weg in die Abstinenz. Das Verlangen nach den Drogen ist in dieser Phase noch vorhanden und mitunter heftig ausgeprägt, allerdings ist diese Phase der Entgiftung schnell (je nach Drogenart und Konsum) überstanden.
Entgiftungen sind auch auf offenen Stationen möglich, allerdings nicht anzuraten, da die Verlockung zum Konsum sehr hoch ist (und der Klinikaufenthalt dann dementsprechend für die Katz). Herkömmliche Kliniken bieten oft auch nicht die entspechende psycho-soziale Betreuung (Therapeuthen, Sozialarbeiter, Psychologen, Psychater und weiteres Fachpersonal).
Entgiftung:
Der körperliche Entzug (Entgiftung) dauert je nach Suchtmittel zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen. Bei Alkohol etwa 5 - 7 Tage, bei Methadon, Beruhigungsmitteln (Benzodiazepinen) sechs Wochen und länger. Der Selbstentzug zu Hause und möglicherweise sogar Alleine (d.h. ohne Aufsicht) kann sehr gefährlich sein und mitunter tödlich enden.
Ein weiterer Nachteil des Selbstentzuges ist, dass wir schnell wieder dazu neigen in alte Verhaltensweisen zurück zu fallen. Wir beginnen schon bald nach der Entgiftung an die "gute, alte Zeit" nachzudenken. Nach der Entgiftung sollte man sich einer Therapie unterziehen, damit man in ruhigere Fahrwasser gelangt. Im übrigen hört sich Therapie schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist ;-)
Krankenkassen gehen langsam dazu über, den Sinn der Entgiftung in Frage zu stellen, wenn nicht gleich im Anschluß eine Therapie, oder sonstige Maßnahme, erfolgt. Die Kosten für solche Behandlungen sind recht hoch und das Geld ist bekanntlich knapp. Der Weg in die Abstinenz sollte sorgfältig geplant sein, was wiederum die Suchtberater gerne übernehmen.
Die Therapie im Anschluss hat das Ziel, dass wir lernen, unser Verhalten von Grund auf zu überdenken und gegebenfalls umzustellen. In manchen Fällen reicht es, wenn der Patient eine ambulante Therapie macht und danach bspw. Selbsthilfegruppen besucht.
Weitere Fragen beantwortet Ihnen gerne jede Suchtberatungsstelle.
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