Sucht kommt selten allein
Liegt eine Suchterkrankung vor, sieht sich sowohl der Betreffende wie auch seine Familie in der Regel mit zahlreichen anderen Problemfeldern konfrontiert. Dabei sind mögliche Konstellationen immer individuell zu betrachten. Dabei kann sowohl die Entstehung einer Suchterkrankung von vorliegenden Rahmenbedingungen begünstigt werden, wie auch eine bereits vorliegende Suchterkrankung zahlreiche Konsequenzen im Leben nach sich zieht, die die allgemeine Lebenssituation noch zusätzlich verschärfen.
Die Abgrenzung zwischen möglichen Auslösern und Folgen rund um eine Suchterkrankung sind meist fließend, sollten jedoch trotzdem bei einer Therapie mit betrachtet werden.
Stellt sich ein Suchtkranker seiner Sucht, stehen oftmals auch andere Dinge an, die dringendst geregelt werden müssen, um einen positiven Ausblick auf die Zukunft zu ermöglichen. Werden die belastenden Lebensumstände, die zusätzlich zur Sucht vorliegen, daraus entstanden sind oder vielleicht sogar zur Suchterkrankung beigetragen haben, nicht bereinigt, lebt der Suchtkranke weiterhin in einer äußerst belastenden Lebenssituation, was einen möglichen Rückfall näher rücken lassen kann.
Zu einer Suchterkrankung gesellten sich häufig Arbeitslosigkeit, Schulden, Krankheit, Probleme in der Familie und in der Beziehung und nicht selten Probleme mit der Justiz. Es handelt sich dabei in jedem Fall um eine ganz individuelle Zusammensetzung und jeder Mensch reagiert auf vorliegende Herausforderungen anders. So kann für den einen Suchtkranken der Umstand arbeitslos zu sein und der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen, der am meisten belastende sein, für einen anderen aufgrund der vorgefallenen Dinge in seiner Suchthistorie das zerrüttete Verhältnis zu seiner Familie.
Zudem hat ein Süchtiger während seiner aktiven Phase in der Sucht, sich so mit dem Suchtmittel zugedröhnt, dass alles andere nicht wahrgenommen wurde, unterdrückt und verdrängt. Nach einem Entzug und/oder Therapie ist dies nicht mehr möglich. Der Süchtige wird mit einem Schlag von seinem Leben eingeholt.
Bei vielen Problemstellungen ist es hilfreich sich Unterstützung von außen zu holen. Bewährt haben sich hier Treffen mit Selbsthilfegruppen in den Erfahrungsaustausch und Beistehen durch die Mitglieder stattfinden. Ebenso ratsam kann es sein sich an Stellen zu wenden, die bei einzelnen Problemfeldern zur Seite stehen können. So kann einem verschuldeten Süchtigen eine Schuldnerberatung dabei helfen die finanzielle Misere in den Griff zu kriegen. Die Agentur für Arbeit bei der Stellensuche helfen und ein Anwalt bei der Bereinigung von vorliegenden Straftaten.
Die Familie und Freunde, stützen während dieser Phase, aufgrund dem bereits vorliegenden Entzug und beginnender Therapie in der Regel. Doch auch hier kann es empfehlenswert sein, sich als Angehöriger Unterstützung bei einer Suchtberatungsstelle oder Selbsthilfegruppe für Angehörige zu holen.
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Stand: 01.05.2007
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