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Mein Sohn ist rückfällig geworden und nun mache ich mir Sorgen.
Mein Sohn ist seit 6 Jahren drogensüchtig,er hat des öfteren entgiftet und eine Therapie schon hinter sich. Vor 2 Jahren, als er Heim kam, ging es nach 4 Wochen wieder los, danach mußte er seine Strafe für knapp 1 Jahr im Gefängnis absitzen - wir dachten, er würde jetzt seine Sucht im Griff haben. Aber er fing wieder an, jetzt hat er seit Weihnachten eine Freundin, die auch abhänig ist und im Januar in einer Klinik engiftet hat.
Aber sie fingen beide wieder an, obwohl wir zu ihm meinten, als er im Knast war, dass wir uns trennen müssen, wenn er seine Sucht nicht im Griff hat. So mußte er mir denn Schlüssel geben und gehen.
Jetzt wohnt er bei seiner Freundin, die aber noch bei denn Eltern wohnt - beide gehen im Moment zum Arzt wegen dem Methadon, weil beide in die Therapie wollen. Das haben sie auch schon in die Wege geleitet.
Was ich sagen möchte: es ist mir sehr schwer gefallen, so zu handeln, aber wir können nicht mehr. Ich bin mit denn Nerven am Ende: meine Sohn kommt fast täglich zu Besuch. das ist ein Trost für mich, ich habe immer zu ihm gehalten und dachte, ich bin stärker als die Drogen. Ich habe aber denn Kampf verloren, ich kann nicht mehr und trotzdem mache ich mir Sorgen.
Antwort von Delia
Die Sorgen können wir Ihnen nicht nehmen, wohl aber die Zweifel hinsichtlich Ihrer Konsequenz Ihrem Sohn gegenüber.
Sie haben ihm signalisiert, dass er keinerlei falsche Hilfe mehr von Ihnen bekommen wird, denn jede Hilfe, die ein uneinsichtiger Abhängiger gerne annimmt, ist keine!
Ihr Sohn wiederum sucht nun professionelle Hilfe auf - auch er hat begriffen, dass die Droge stärker ist als er.
Wie richtig Ihr Verhalten ist, zeigt doch die Tatsache, dass er Sie besucht.
Er weiß, dass er auf Sie bauen kann, wenn er sich wirklich helfen lässt.
So wie es bei Ihnen läuft, ist es ideal: Viele Angehörige verstehen die Aufforderung, dem Abhängigen gegenüber konsequent zu sein, falsch: Sie bleiben hart, auch wenn derjenige bereits den richtigen Weg geht.
Und das kann tragisch enden:
Wenn jemand vor der Sucht kapituliert hat und wirklich ernsthaft dabei ist, sich unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe davon zu befreien, dann meine ich, hat er auch Anspruch auf die Unterstützung durch seine Angehörigen.
Manche gehen dann aber so weit zu warten, bis der Weg ihrer Meinung nach zuende gegangen ist. Das kommt beim Betroffenen dann als lebenslängliches Mißtrauen an - er fühlt sich "fallen gelassen" und wird sich eines Tages womöglich nach dem Sinn seiner Bemühungen fragen.
Ich kenne Bezugspersonen, die "Ihrem" Betroffenen mitteilen lassen, sie werden erst nach einer Probezeit von z.B. zwei Jahren wieder einen Kontakt akzeptieren. Das kann selbst den motiviertesten Betroffenen in eine Resignation treiben, die dann im Ergebnis alle Anstrengungen sinnlos erscheinen läßt.
Deshalb sollten Angehörige immer auch in Selbsthilfegruppen gehen, um sich austauschen zu können. Die "richtige" Hilfe für einen Betroffenen ist nun mal eine Gratwanderung.

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