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Frage: Kokain, Co-Abhängigkeit
Mein Freund nimmt Koks und das oft, ist das normal, dass er dann einen verletzt und Sachen sagt, die ihm hinterher leid tun? Wie kann ich ihm helfen? Er Hat Eine schlimme Vergangenheit und trinkt und nimmt Koks...ich komme nicht mehr an ihn ran...
Antwort von Delia
Zunächst mal knallhart was grundsätzliches zum Umgang mit abhängigen Angehörigen:
Jede Hilfe, die die Abhängigkeit nur verlängert, ist keine! Du fragst dich sicher manchmal, ob dein Freund dich liebt wie du ihn. Mag sein. Nur: Sein gesamtes Denken, Fühlen und Handeln ist in erster Linie auf eins gerichtet: Das Gift.
Solange ihm niemand die Konsequenzen klarmacht und dabei auch selber konsequent bleibt, wird er in seiner Sucht steckenbleiben. Mit anderen Worten: du hilfst ihm nur, indem du dich von ihm trennst. Das wird eine ausschließlich durch den Verstand diktierte Maßnahme sein, während deine Gefühle eine ganz andere Sprache sprechen.
Das ist leider das Tragische an einer solchen "Partnerschaft". Denn leider durchschauen die Abhängigen sofort, daß sie die Gefühle des anderen ausnutzen können bis zum Anschlag. Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber das Leben deines Freundes wird ausschließlich von den Drogen bestimmt. Indem du ihn mit der Trennung konfrontierst, zeigst du ihm, daß ein Leben mit ihm unerträglich geworden ist. Und du hilfst ihm damit!
Es kann sein, daß er aufwacht, den Verlust realisiert und als Konsequenz daraus tatsächlich eine Therapie anstrebt - ohne stationäre Therapie kommt er von seiner Sucht nicht los. Für diesen Fall kannst du ihm ja in Aussicht stellen, daß du nach der Therapie wieder für ihn da bist. Denn die Zeit nach einer stationären Therapie ist meist härter als die Maßnahme selber.
Bei Drogenabhängigen kommt noch die "Szene" hinzu, die einen bezahlenden Konsumenten nicht so gern aufgibt bzw. freigibt. Das alles macht dich jetzt hoffnungslos traurig. Aber es geht nicht anders. Eine Hilfe für dich kann sein, daß du in eine Selbsthilfegruppe gehst - alle Gruppen bieten inzwischen auch Sitzungen für die Angehörigen an. Du mußt auch den Kontakt nicht gänzlich abbrechen. Während einer stationären Therapie finden auch "Angehörigenseminare" statt. Hier kannst du dein Kommen versprechen. Wenn du noch weitere Fragen hast, melde dich wieder.
N:
Vielen Dank Für Die Antwort, aber ich komme nicht mehr weiter. Ich habe mich Getrennt und er wurde wach Für 48 Stunden. Jetzt beginnt allles wieder. Er hat mich durch die Sachen nervenkrank gemacht. Ich weiss wirklich nich mehr weiter. Er bekommt Anfälle und meinte er h ört nachts Stimmen und er h ört jemand In dem Haus bei sich die Treppen hochkommen. Obwohl dort keiner ist. IST DAS NORMAL? Ich kann nicht mehr...
Delia:
Liebe N., wenn dein Freund tatsächlich Stimmen hört und Leute, die bei ihm die Treppe rauf kommen, dann solltest du in einem solchen Moment - falls du dabei bist - unbedingt den Notarzt rufen. Ich weiß nicht, wie die Anfälle aussehen, die du erwähnst. Aber auch dann rufe bitte den Arzt. Ein Arzt wird sich das anschauen, mit deinem Freund sprechen und ihn notfalls in eine passende Klinik einweisen. Das wäre für Euch beide sowieso das Beste: Dein Freund wäre mithilfe von Medikamenten clean. Du könntest erst einmal zur Ruhe kommen. Bei weiteren Fragen melde dich wieder.

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