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Frage: Wie helfe ich meinem Freund?
Lyra schrieb:
Also ich habe seit drei Jahren einen Freund, den ich sehr liebe und der für mich mit vielen Drogen aufgehört hat. Doch nun erzählt er mir, dass er wieder Heroin nehmen möchte... zudem trinkt er wahnsinnig viel Bier. Ich weiß nicht mehr weiter, wie ich ihn von dem ganzen Zeug weg bekommen soll. Es tut mir so wahnsinnig weh zu sehen, wie er sich selbst kaputt macht. Wie bekomm ich ihn von dem ganzen Zeug (Drogen) weg?
Antwort von Friederike
Liebe Lyra,
das, was Ihr Freund zu Ihnen gesagt hat, klingt ein bißchen nach Erpressung. Er hat Ihnen zuliebe mit den Drogen scheinbar aufgehört und legt die Verantwortung für seinen Neubeginn des Konsums wieder einmal in Ihre Hände, als seien Sie Schuld oder verantwortlich dafür, ob er konsumiert oder nicht!
Scheinbar liegt ihm nichts daran, sein Leben nüchtern zu gestalten und er hat es offenbar auch gar nicht vor!
Ich kann mir gut vorstellen, wie belastend die Situation für Sie ist, zudem Sie schon drei Jahre mit ihm zusammen sind.
Ihr Freund ist erwachsen und weiß, was er tut! Er trinkt der Zeit jeden Tag viel Alkohol und hat vor, seine Sucht auf Heroin wieder zu verlagern. Er hat offenbar große Probleme mit seinem Leben. Er lebt ganz offen seine Sucht aus und tut so,als ginge ihn das alles nichts an!
Welche Ziele hat er?
Arbeitet er noch?
Welche Ziele haben Sie?
Was haben Sie für gemeinsame Ziele mit einander?
Paßt das zusammen?
Können Sie sich vorstellen, mit einem Süchtigen, der aktiv seine Sucht lebt, Ihr Leben und Ihre Zeit zu verbringen?
Wollen Sie für seine Gesundheit bzw. Krankheit die Verantwortung übernehmen?
Sie sollten ihn vor die Entscheidung stellen, entweder eine Therapie zu machen oder seinen weiteren Weg alleine gehen zu müssen, wenn Sie selber nicht kaputt gehen wollen!
Sie können ihn zur Suchtberatungsstelle begleiten, wenn er dies möchte! Ihr Freund sollte eine Therapie machen!
Retten werden Sie ihn aber nicht! Sie sind für sein Leben weder zuständig noch verantwortlich!
Suchen Sie sich Unterstützung, um mit dieser Situation besser zurecht zu kommen. Die Suchtberatungsstellen bieten Selbsthilfegruppen für Angehörige von Suchtmittelkranken an. Fragen Sie danach und gehen Sie dorthin!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin

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