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Werde verrückt ohne Alkohol
von Gina
Ich lebe alleine mit meinem kleinen 9 Monat alten Hündchen aber das Leben geht an mir vorrüber weil ich sehr viel zu tun habe. Bin Finanzmaklerin und habe fast keine Freizeit. Wenn ich aber mal Zeit habe trinke ich zu viel Alkohol und möchte eigendlich keinen mehr zu mir nehmen. Ich fahre sogar nachts zur Tankstelle weil ich ohne Alkohol im Haus verrückt werde, was kann ich tun damit ich nicht mehr daran denken muß.
Bitte helfen sie mir. Danke!
Antwort von Delia
Du bekennst dich bereits zu deiner Abhängigkeit. Das ist der wichtigste Schritt in Richtung Abhilfe.
Mit deiner Einstellung solltest du zum Arzt und in eine Beratungsstelle gehen.
Wenn du schon nachts in die Tankstelle laufen mußt, halte ich es für notwendig, dass du mit diesen Ansprechpartnern über eine stationäre Therapie nachdenkst.
Werde aktiv, bevor es zu spät ist!
Kommentar von Anonymus
Ich bin selbst Alkoholiker und arbeitete eine Zeit lang in der Finanzbranche. Meiner Meinung nach ist (oder macht) diese ganze Branche krank: ständig wird versucht -auf Kosten anderer - Gewinne zu maximieren.
Aber hier geht es ja nicht um Ethik sondern um handfeste Sucht.
Wenn Du bereits nachdenkst mit dem Saufen aufzuhören, dann solltest Du Dir vielleicht auch mal Gedanken machen, das Leben von Grund auf neu zu strukturieren.
Räume auf mit einem Rund-um-Schlag:
-gehe zur Suchtberatung
-mache eine Entgiftung
-danach eine stationäre
Therapie* (ca 4 Monate)
-suche Dir danach einen neuen Lebensmittelpunkt
-neuer Wohnort
-neuer Bekanntenkreis
-kurz: beginne ein neues Leben
Warum das ganze Leben neu ordnen, wenn es doch "nur" darum geht den Alkohol bzw. die Drogen zu überwinden?
Es geht um die Suchtstrukturen, die wir überwinden müssen, wenn wir tatsächlich frei sein wollen, denn wir klammern uns ständig an irgend etwas. Dabei ist völlig gleichgültig, ob wir uns an Menschen, Dingen oder Suchtstoffen festhalten. Im Übrigen: wer aus der Finanzbranche kommt dürfte wissen, dass das ganze Wirtschaftssystem auf Sucht basiert.
Freiheit erlangen wir erst, wenn wir uns von allem lösen, was uns krank macht: hier gehört bei vielen der Job an erster Stelle und natürlich die omnipräsente und heilige Kuh: die Sicherheit.
Wir sichern unser Leben in alle möglichen Richtungen ab und das kostet soviel Kraft und Überwindung, dass die primären Ziele wie Liebe, Glück und Gesundheit auf der Strecke bleiben.
Hierüber machte ich mir Gedanken, bevor ich die Therapie begann.
Den Alkohol oder die Drogen zu überwinden ist relativ einfach, aber was nützt es clean und unglücklich zu sein? Eben! Wenn wir neue Ziele, Visionen und Wünsche haben ist der Entzug und die anschliessende Therapie eine willkommene Pause, in der wir ENDLICH durchatmen können. Es ist auch eine Wohltat, während der Therapie, Menschen um sich zu haben, vor denen man sich nicht verstellen muss und ganz befreit die Hosen runter lassen kann.
*Die Kosten der Therapie werden in der Regel übernommen.
P.S.: Besuche doch mal eine Suchtklinik und mach Dir ein Bild. Du wirst überrascht sein, wie normal die Menschen sind, die Du dort triffst :-)

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