Schlafstörungen nach Tranquilizer-Entzug

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Frage: Schlafstörungen nach Tranquilizer-Entzug

von Helga

Ich habe Nachts Entzugssymptome! Obwohl ich eine Therapie mache und psychisch kein Problem damit habe das ich keine Tranquilizer mehr nehme und prima damit klar komme haben sich bei mir jetzt nach Monaten Nachts Entzugssymptome eingestellt indem ich innere Unruhe habe was nicht angenehm ist logischerweise.

Ich habe keine anderen Süchte. Ich bin auch nicht Rückfallgefährdet.  Aber jetzt jede Nacht wach werden wegen Entzug ist auch blöd! Ich kam durch Aufregung zu den Tranquilizern und habe keine Erkrankungen! Ob ich mir ein chemisches Medikament gegen Schlafstörungen besorgen soll, welches nicht abhängig macht? Oder was könnte man gegen nächtliche Entzugs-Symptome machen? Es handelt sich jetzt ausschließlich um innere Unruhe, wobei ich aus dem Schlaf aufwache. Mein Problem weshalb ich die Tranquilizer nahm ist auch gelöst! Habe keine Probleme momentan!

Antwort von Friederike

Liebe Helga,

ich kann über die Entfernung hinweg mit den wenigen Informationen über Sie nicht beurteilen, ob die innere Unruhe und die Durchschlafprobleme mit Entzugssymptomen oder anderen Ursachen zusammenhängen.

Am besten lassen Sie dies ärztlich abklären und sich dort auch beraten, welche Alternativen zu Tranquilizern Sie sonst noch haben, z.B. Autogenes Training oder ein anderes Entspannungsverfahren, homöopathische Medikamente, Johanniskraut o.ä.

Mit freundlichen Grüßen

Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin

Kommentar von Bernd

Ich lese bei Helga besonders häufig den Ausdruck "kein Problem". Hellhörig werde ich jedoch bei: "ich bin nicht Rückfall gefährdet"?! Meines Wissens gibt es keinen Süchtigen, der jemals soweit geheilt ist, dass ein Rückfall ausgeschlossen werden kann.

Wer jede Nacht "wegen Entzugs-Syptomen wach wird" bewegt sich, meines Erachtens, auf sehr dünnem Eis. Denn, weswegen wird ein Mensch rückfällig? Ich denke, in erster Linie möchten wir gerade diesen nervigen Enzugs-Symptomen aus dem Weg gehen?!

Ich finde den Ratschlag von Friederike gut, würde vielleicht noch hinzufügen: ein ausgefüllter Tag, Spass am Leben und eine intakte Beziehung sind heilender als sämtliche Mittelchen dieser Welt, gleich ob diese nun im Labor hergestellt wurden oder auf unseren seltenen Wiesen blühen.

Schade finde ich, wenn wir ein Übel gegen ein anderes austauschen, nur um der Ursache aus dem Weg zu gehen. Die Konsumgesellschaft suggeriert uns, dass wir Krankheiten, oder Schreien des Körpers, aus dem Weg gehen, bzw. mit Medikamenten behandeln können.

Jeder Süchtige weiß, oder sollte wissen, dass dies ein Trugschluss ist.

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Kommentar von Friederike

Ich möchte Ihrem Kommentar, Bernd, noch etwas hinzufügen:

Die eigene Bewertung und Definition des Geschehens, hier also Durchschlafstörungen und innere Unruhe mit Entzugssymptomen gleichzusetzen, können zum Rückfall beiragen.
Anders herum könnte man die Symptome auch einfach als Symptome einer Störung des inneren Gleichgewichts betrachten.

Dieses Gleichgewicht mit Spaß und Freude am Leben, am So-Sein usw. wieder zu finden, ist sicher der gesündeste Weg, weiterhin rückfallfrei zu bleiben und das Leben zu leben und nicht zu erleiden.

Antwort von Helga

Klar bin ich noch entfernt davon perfekt zu sein, z.B bin ich im Moment schon empfindlicher und verwundbarer! Das sind halt Phasen durch die jeder Süchtige geht denke ich mal! Ich kann nur sagen das ich nicht vor habe mir neue Tranquilizer zu holen beim Arzt, ich habe auch keine daheim und habe auch keine Gedanken an Tranquilizer.

Was passieren könnte, dass ich wieder auf Antidepressiva Tabletten zurück falle weil diese ja auch gegen Unruhe, Schlafstörungen, etc. wirken. Klar sind die Phasen die jeder Süchtige durchmacht nicht schön und es wird immer mal Hochs und Tiefs geben! Aber ich sage, mir selbst merkt man doch am besten ob man Rückfallgefärdet ist! Aber man darf auch nicht alles in einem Topf werfen und gleichsetzen, Schlafstörungen heißt nicht gleich das man nun los rennt und sich Tranquilizer holt!

Irgendwo lernt man auch mit den Dingen umzugehen! Es ist wirklich nicht schön empfindlich und verwundbarer zu sein, das ist eigentlich noch schlimmer als die Schlafstörungen!

Aber ich sag mir halt auch das ich stark sein muß und das es vorrüber gehen wird. Solange ICH das nicht möchte hole ich mir KEINE Tranquilizer! Mag für manche angeberisch klingen, was nicht beabsichtigt war, aber ich finde es doch positiv, dass ich stark sein möchte und .... na,ja ich bin es auch irgendwo!

Das man auch mal eine empfindlichere Phase hat (die wohl ja auch wieder vorbei gehen wird) ist mir doch im Entzug erlaubt?! Unterstützend greift man halt auch mal zu einem hamöopatischen Mittel. Aber man kann nicht sagen Schlafstörung bedeutet gleich Rückfall!

Was passieren könnte wie gesagt das ich evtl. zu Antidepressiva rüber tendiere. Aber meine jetztige Phase mit dem empfindlich sein kann in paar Tagen oder nächste Woche schon wieder weg sein. Hinzu fügen muß ich noch das ich keine Depressionen habe aber von einem Forum weiß das Antidepressiva bei einigen Dingen mehr eingesetzt wird.

Natürlich erweckt das wieder den Eindruck Lust auf Antidepressiva also auch Lust auf andere Tabletten. Nö, so sehe ich das nicht! Aber viele Ärzte oder / und Süchtige sagen sich auch lieber unterstützend mal kurz ein nicht süchtigmachendes Medikament eingesetzt statt Rückfällig werden. Das mein Eis so dünn ist würde ich nicht sagen, denn der Wille und die Kraft es schaffen zu wollen zählt auch. Wenn ich soooo labil wäre und bei jedem Windstoß umfallen würde, wäre ich schon längst Rückfällig! Aber ich will nicht Angeberisch wirken! Wie zu Anfang erwähnt keiner ist perfekt und ich lerne ständig dazu!

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