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Tochter hat Alkoholprobleme
von Alina
Meine Tochter ist 17 Jahre alt und hat nach eigenem Bekunden ein Problem im Umgang mit Alkohol. Das heißt sie trinkt, wenn es ihr schlecht geht oder weil es ihr gut geht. So sagt sie selbst.
Sie ist im Moment sehr unglücklich, da ihr Freund nach fast einem Jahr Schluss gemacht hat. Sie gibt sich große Mühe, sich nicht in ein "Mir-ist-alles-scheißegal-Loch" fallen zu lassen, aber es gelingt ihr oft nicht. D h das Leben mit ihr ist eine Achterbahnfahrt zwischen Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.
Sie ist das erste von meinen 3 Kindern und ich würde sagen, wir haben ein sehr enges, vertrauensvolles Verhältnis. Bis heute. Heute habe ich sie dabei erwischt, wie sie mir ins Gesicht gelogen hat, als sie sagte, sie habe nichts getrunken. Ich habe hartnäckig nachgebohrt, bis sie es zugab.
Ich bin maßlos enttäuscht und ratlos. Sie selbst sagt, dass ihr ihr Trinkverhalten Angst mache, hat aber große Angst z Bsp zum Arzt zu gehen, weil es ihr sehr peinlich ist ein solches Problem zu haben. Ich bin wütend und enttäuscht und voller Sorge und Unsicherheit, wie ich mich in dieser Situation richtig verhalte.
Soll ich sie zwingen zum Arzt zu gehen, soll ich alleine hingehen (will ich eigentlich nicht, denn sie hat das Problem, nicht ich)? Sie würde lieber zu einer anonymen Beratung, wo sie niemand kennt gehen als zu ihrer Hausärztin hier im Dorf. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ihr eine Psychotherpie als Begleitung helfen könnte, aber da führt der Weg doch nur über den Hausarzt hin, soweit ich weiß.
Nochmal konkret meine Frage: Wie verhalte ich mich als Mutter in dieser Situation richtig? Wie kann ich einen Prozess in die richtige Richtung auf den Weg bringen?
Antwort von Delia
Der Gang zum Arzt muß nicht der erste Schritt sein. Eine Beratungsstelle kann deiner Tochter die verschiedensten Möglichkeiten der Problemlösung aufzeigen. Des weiteren sind die Mitarbeiter auch dazu da, die Klienten für eine Behandlung zu motivieren.
Deine Tochter scheint ja ein Problembewußtsein bereits zu haben und die Bereitschaft, sich helfen zu lassen. Als Mutter solltest du sie diesen Weg gehen lassen. Du kannst ihr natürlich auch anbieten, sie zu begleiten, wenn sie dies möchte.
Kommenatar von Anonymus
Kein Grund wütend zu sein, meine Gute. Eine Süchtige verkauft zur Not auch die eigene Mutter, aber bitte keine Gründe nennen, warum sie trinkt. Einer alten Regel zufolge hat ein Alkoholiker 7 Gründe: Montag, Dienstag, usw.
Was die Enttäuschung angeht: hier trifft die Tochter mit Sicherheit keine Schuld, sie lebt lediglich nicht das, was von ihr erwartet wird. Im Umgang mit Menschen ist es immer ratsam die Meßlatte nicht allzuhoch zu hängen, letztendlich täuschen wir uns immer selbst und verhandeln dies auf dem Rücken anderer.

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