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Frage: heimlicher Drogenkonsum
von Katrin
Ich habe vor ein paar Tagen erfahren, dass mein Freund Drogen nimmt und das seit über einem Jahr.
Ich bin seit 2 Jahren mit ihm zusammen.
Er wird immer aggressiver und sein Körper verändert sich (Wangenknochen kommen raus). Ein Freund von ihm hat mitbekommen, wie er es das erste mal gemacht hat, zum ausprobieren, wollte damit aber nichts zu tun haben und sich raushalten, ich habe mit ihm gesprochen und er hat mir gesagt, dass er denkt dass mein freund da nicht mehr alleine rauskommt.
Mein Freund weiß nicht das ich es weiß! Was kann ich tun? Ich habe 3 Tütchen mit Pulver, 5 leere und ein Metall Röhrchen bei ihm gefunden und es ihm weggenommen, er weiß es nicht und wird mich nicht darauf ansprechen, ich bin aber davon überzeugt, dass er noch mehr hat, sein Kollege meint, dass er das Zeug mehrmals am Tag nimmt.
Er sieht auch nicht ein, dass es Scheiße ist, seine Kollegen haben auf ihn eingeredet und sich von ihm abgewandt, als er nicht aufgehört hat. Er weiß nicht das ich das alles weiß. Er ist 19 und wohnt noch bei seinen Eltern, hat aber eine eigene Etage um genug zu verstecken. Seine Eltern sind streng, als sie erfahren haben dass er gekifft hat, nicht nur 10 mal, haben sie ihm gedroht, dass wenn er das nochmal macht, sie ihn rausschmeißen, ich will zu seinen Eltern gehen und ihnen das erzählen, aber ich will meinen freund nicht obdachlos machen sondern ihn von dem Zeug wegbringen, wenn er bei mir wohnen würde müsste er 20km zur Arbeit fahren, den wir wohnen so weit auseinander.
Von seinem Kollegen habe ich Unterstützung, den der sieht das genauso wie ich, er muss von seiner Sucht wegkommen. Ich weiß dass er als erstes selber verstehen muss, dass es Scheiße ist, das er sich alles kaputt macht und dass er in einer Sackgasse ist. Wie kann ich ihm das verständlich machen? Muss er erst im Krankenhaus liegen oder sogar tot sein?
Was kann ich jetzt tun? Ich weiß es nicht! Bei einer Suchtberatungsstelle würde er so oder so einfach weglaufen.
Antwort von Friederike
Liebe Katrin,
Ihr Freund scheint schon ziemlich tief in der Sucht zu stecken. Ihre Befürchtung, dass er nicht zu der Drogenberatungsstelle gehen wird oder dort einfach weglaufen würde, könnte im Moment möglicherweise realistisch sein, muss aber nicht!
Er ist noch nicht so lange dabei! Das bedeutet, dass er jetzt noch bei entsprechender Krankheitseinsicht gute Aussicht darauf hat, ein geregltes Leben führen zu können!
Sie können ihm zwar die Utensilien alle wegnehmen, verändern wird das aber nichts!
Er wird sie sich neu beschaffen!
Versuchen Sie daher mit ihm ins Gespräch zu kommen und schildern Sie ihm Ihre wahrgenommenen Veränderungen an ihm! Machen Sie ihm klar, dass Sie merken, wie er sich äußerlich und auch innerhalb der Beziehung verändert hat!
Bieten Sie ihm an, mit ihm gemeinsam in die Drogenberatungsstelle zu gehen, wenn er dies wünscht. Vielleicht einfach NUR erst einmal zur Beratung, um sich über die Folgen des Konsums aufklären zu lassen! Er kann sich danach immer noch dazu entscheiden, so weiter zu machen!
Alleine wird er seine Sucht nicht heilen können!
Sie werden es aber auch nicht schaffen, dass er von seiner Sucht wegkommt, so lange er selber nicht krankheitseinsichtig ist und Schritte in Richtung Genesung geht. Er braucht eine professionelle Behandlung! Er sollte in die Drogenberatungsstelle gehen und sich dort in eine Therapie vermitteln lassen!
So bitter es ist, Sie können nur ganz wenig tun! Das was Sie tun können und auch sollten, ist, alles in Richtung Suchtverlängerung zu vermeiden! Das bedeutet konkret, schützen Sie ihn und sein Geheimnis nicht, sondern sprechen Sie ihn gezielt auf Ihre "Entdeckung" an! Überlegen Sie sich, was Sie bereit sind, ihm an Unterstützung für ein suchtmittelfreies Leben zu geben und überlegen Sie sich aber auch im Voraus, was Sie machen werden, wenn er sich an Vereinbarungen nicht hält.
Wie lange sind Sie bereit, sich seine Sucht bzw. das Ausleben seiner Sucht mitansehen?
Was wollen Sie vom Leben?
Was erwarten Sie von einem Partner an Ihrer Seite?
Können Sie das, was Sie vom Leben und von einer Partnerschaft erwarten und brauchen, mit Ihrem Partner leben?
Es ist wichtig, dass Sie sich schützen und jetzt gut für sich selber sorgen, um nicht in die Co-Abhängigkeit zu geraten! Suchen Sie sich (unabhängig, ob er sich in Behandlung begibt oder nicht) Unterstützung für diese belastende Situation in einer Selbsthilfegruppe. Die Adresse erfahren Sie in der Drogenberatungsstelle!
Denken Sie an sich und machen sich zu Ihrem Lebensmittelpunkt, sonst werden Sie auch zu Grunde gehen!!!
Ganz, ganz viel Kraft!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin

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