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Frage: Schwester nimmt Kokain
von Stefanie
Ich selbst habe kein Problem mit Drogen, Sucht oder ähnlichem. Diesen Sonntag musste ich jedoch mit großem Erschrecken feststellen, dass meine Schwester Kokain nimmt.
Zur Vorgeschichte: Meine Mutter, meine kleine Schwester (20) und ich (24) haben ein paar sehr schwere Jahre hinter uns. Meine Mutter hat es erst vor knapp zwei Jahren geschafft sich von ihrem gewalttätigen und psychisch stark angeschlagenem Ehemann (also unserem Vater) zu trennen. Mein Schwester hat zu dieser Zeit absichtlich eine Überdosis Antidepressiva geschluckt und kam in eine Klinik, um dort entgiftet zu werden.
Anschließend in eine Psychiatrie für ca. 6 Wochen. In dieser Zeit schaffte sie es mit meiner Hilfe in der Firma, wo ich arbeite einen Ausbildungsplatz zu bekommen. In der Psychiatrie lernte sie auch ihren Freund kennen und einen guten Kumpel (aber bereits 42 Jahre alt, kokst selbst). Die Beziehung zu ihrem Freund war auch nicht gerade schön. Sie haben sich gegenseitig runtergezogen.
Anfang des Jahres hat er nun Schluss mit ihr gemacht. Sie trifft sich regelmäßig mit ihrem guten, älteren Kumpel und von ihm bekommt sie wohl auch das Kokain. Am Wochenende hat meine Schwester bei mir übernachtet und morgens hab ich auf dem Waschbeckenrand Reste von Kokain gefunden. Ich habe ihre Tasche durchsucht, das hat sie weniger erfreut, aber sie hat sofort zugegeben, dass sie schon seit 2 Monaten jedes Wochenende und Feiertage Kokain nimmt (durch die Nase). Sie findet das alles sehr unbedenklich.
Ich habe versucht ruhig zu bleiben und Verständnis für sie aufzubringen, um auch nicht ihr Vertrauen in mich zu verlieren. Ich muss dazu sagen, dass sie kurz vor ihrer schriftlichen Abschlussprüfung steht (noch eine Woche) und ihr das auch sehr zusetzt. Aber das kann doch keine Lösung sein? Ich kann mich noch nicht mal an meine Mutter wenden, da sie selbst ein nervliches Wrack ist und sie so schon sehr oft bei mir ausweint vor lauter Sorgen. Was kann ich tun, um meine Schwester nicht an die Drogen zu verlieren? Ich bin für jeden Rat dankbar.
Antwort von Friederike
Liebe Stefanie,
ich kann Ihre Verzweiflung gut verstehen und nachvollziehen. Sie scheinen zur Zeit die Einzige von Ihnen drei zu sein, die sowohl die Fassung als auch den Überblick behalten hat!
Ihre Schwester scheint gar kein Problembewußtsein zu haben und gleichzeitig mit ausweichendem Verhalten auf ihre eigenen Probleme zu reagieren, die sie scheinbar in die Opferrolle bringen: Antidepressiva,Überdosis, Psychiatrie, Kokain!
Das Verhalten Ihrer Schwester lädt dazu ein, sie "retten" zu wollen. Sie können jedoch nur jemanden "retten", der sich auch retten lassen will. Dies scheint bei Ihrer Schwester im Moment nicht der Fall zu sein.
Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht in den Sog der Co-Abhängigkeit gezogen werden und daran nervlich Zugrunde zu gehen.
Sie können Ihrer Schwester anbieten, mit ihr gemeinsam zur Drogenberatungsstelle zu gehen. Sie können ihr auch die Risiken von Kokainkonsum erläutern.
So bitter es ist, Ihre Schwester wird sich erst helfen lassen, wenn sie selber zu der Einsicht gelangt ist, dass Kokain nicht die Lösung ihrer Probleme ist und sie dadurch noch weitere bekommt.
Suchen Sie sich Unterstützung in dieser belastenden Situation! Fragen Sie in der Drogenberatungsstelle nach einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtmittelkonsumenten und/ oder suchen Sie sich eine Psychologin oder einen Psychologen zur eigenen Entlastung.
Ich wünscheIhnen ganz viel Kraft!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin
Kommentar Sonnenuntergang
Ich hab auch einen Freund, der Kokain nimmt.
Ich kenne ihn schon vier Jahre lang - wir haben uns nach über zwei Jahren getrennt - vor einem Jahr dann stand er wieder vor meiner Türe - total fertig - jetzt nimmt er Drogen - ich dachte, dass ich ihn davon wegbekomme, denn ich liebe ihn sehr, doch alles scheint sinnlos zu sein, denn er verschließt sich vollkommen vor mir.
Er kommt immer nur zu mir, wenn er total fertig ist - keiner kennt ihn so gut wie ich - das weiß er, doch ich kann ihm nicht helfen, denn er lässt sich nicht von mir helfen, weil er Angst hat, dass die Leute nicht verstehen, dass uns etwas Besonderes verbindet (er ist 14 Jahre jünger als ich).
Jetzt nach einem Jahr bin ich total am Ende, denn er hat mich dazu gebracht auch Kokain zu probieren. Ich werd das nie mehr tun - aber ich habe erkannt, dass ich ihm nicht helfen kann - deshalb hab ich mich vor 10 Tagen von ihm getrennt wie schon 100 Male zuvor - doch dieses Mal halt ich es durch.
Ich hab mein Handy fast nur noch ausgeschalten und geh nicht mehr an die Türe, wenn es klingelt. Ich hab solche Angst wieder schwach zu werden - denn ich liebe ihn so sehr - doch ich helf ihm nicht - im Gegenteil - ich geh daran auch zugrunde. Drogen - das ist die Hölle - er verändert die Menschen - er war so herzlilch - doch jetzt rutscht er total ab und hat kein Herz mehr für keinen anderen Menschen.

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