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Frage: Kokainsucht & Co-Abhängigkeit
Caroline schrieb:
Habe seit 8 Monaten einen Freund der Haschisch raucht und Kokain nimmt. Kokain nahm er meines Wissens vor 8 Jahren das erste Mal. Wie viel und wie lange etc. weiß ich nicht.
Er schaffte es ohne Therapie 4 Monate davon wegzukommen, auch dank der Beziehung zu mir. Nach einer Krisensituation in seinem Leben ist er nun rückfällig geworden, sagt mir seit 4 Wochen er höre nun auf, aber nichts tut sich. Wir sind nun auch nicht mehr zusammen da ich das nicht nochmal mitmachen möchte.
Heute hat er mir angerufen und um ein Treffen gebeten, beteuert er höre jetzt wirklich auf, er möchte aber nicht in eine Therapie, er können das schon nochmal alleine schaffen, nur ist es diesmal so dass ich mit ihm erst wieder zusammen sein/mich mit ihm treffen will wenn er clean ist.
Frage: einerseits sagt man ja man sollte ihn so tief fallen lassen bis er wirklich etwas unternimmt und das auch durchzieht, anderseits hab ich gelesen wenn sich jemand entschließt aufzuhören sollte er ja auch jemanden haben der zu ihm steht.
Ich hab irgendwie das Gefühl wenn ich ihm den Kontakt zu mir verwehre gibt er schnell wieder auf, auch vielleicht weil er am Wochenende z.B. alleine ist etc. muss/soll er es alleine schaffen oder soll ich ihm die Hand reichen? Bin ziemlich im Zwiespalt und weiß auch nicht ob es bloß ein leeres Versprechen ist...das mit dem aufhören. bzw. sind sie der Meinung es geht nur über Therapie? Danke für Tipps!
Antwort von Friederike
Liebe Caroline,
Ihr Freund versucht mit allen Regeln der verbalen Kunst, Sie wieder für sich zu gewinnen. Er lockt Sie mit Versprechungen, die er nicht einhalten kann!
"Ich hab irgendwie das gefühl, wenn ich ihm den kontakt zu mir verwehre gibt er schnell wieder auf, auch
vielleicht weil er am wochenende z.b. alleine ist etc. "
Er spricht dabei Ihre Hilfsbereitschaft und Ihr Gewissen an, ihm zu helfen ... die Verlockung ist groß, hier helfen zu wollen ...
Sie geraten in die Falle der Co-Abhängigkeit, wenn Sie sich darauf einlassen! Denn dann übernehmen Sie für sein Leben und seine Abstinenz wieder die Verantwortung! Er selber will dagegen nichts für seine Gesundung tun!
Sie können davon ausgehen, dass er kokain- und cannabisabhängig ist! Süchte können nicht autodidaktisch behandelt werden!! Das liegt in der Natur der Sache. Denn bei einer Sucht liegt immer ein Kontrollverlust über die Menge, den Zeitpunkt und ob das Suchtmittel überhaupt konsumiert wird, vor!
Daher sollte Ihr Exfreund eine Drogentherapie machen. Nur so ist ein gewisser Erfolg auf dauerhafte Abstinenz bei entsprechender Einsicht gegeben!
Welche Schritte hat er bereits unternommen, um sich bei der Bewältigung seiner Sucht helfen zu lassen?
Gibt es schon Termine in der Beratungsstelle?
Sie waren der Grund, warum er für eine Zeitlang abstinent gelebt hat und Sie waren auch der Grund, warum er wieder rückfällig geworden ist! Er scheint bisher noch keine Krankheitseinsicht zu haben und auch keine Motivation für sich zu finden, um ein nüchternes Leben für erstrebenswert zu halten!
Lassen Sie sich nicht einwickeln, sondern verfolgen weiter Ihre Ziele. Wenn Sie sagen, dass Sie ihn erst wiedersehen wollen, wenn er clean ist, ist das eine Entscheidung!
Eine gewisse Gewähr über einen Cleanstatus und auch eine Glaubwürdigkeit in seinem Bestreben, mit den Drogen wirklich aufzuhören, erlangt er nur über eine Therapie! Alles andere sind leider nur Lippenbekenntnisse, an die er sich dauerhaft wegen seiner Sucht gar nicht halten kann!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin

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