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Frage: Drogenkonsum, Kokain
von Doreen
Ich bin 26 Jahre alt und mein Freund ist 32. Für mich bricht gerade eine ganze Welt zusammen. Wir waren bis vor 5 Tagen ca. 2 Jahre zusammen. Er hat mir damals als wir schon ein paar Tage zusammen waren gestanden, dass er ab und zu Drogen (besonders Kokain) nimmt.
Er hat mir damals aber auch versprochen mir zur Liebe damit aufzuhören und das habe ich ihm geglaubt. Vor 5 Tagen habe ich mich von ihm getrennt, weil ich einfach nicht mehr mit unserer Situation klar gekommen bin, allerdings weiß ich nicht ob eine Trennung wirklich so eine gute Lösung ist da ich sehr an ihm hänge und er bis auf dieses eine große Problem der Mann ist den ich immer gesucht habe.
Aber dann kommt das Problem mit den Drogen. Ich selbst habe absolut Null Erfahrungen mit Drogen und deshalb ist es für mich sehr schwer einzuschätzen wann er überhaupt was genommen hat. Ganz genau kann ich nicht bestimmen wie oft er Drogen nimmt, da es vor kommt, dass er drei - vier Monate gar nicht weg geht und dann würde ich es doch sicher irgendwie merken an vergrößerten oder verkleinerten Pupillen oder so und dann kommt es auch mal vor dass er zu nem Geburtstag geht, der dann zwei Tage dauert oder er fährt auf eine Goa die 5 Tage dauert auf der er dann natürlich durchmacht. Und genau damit komme ich nicht mehr klar.
Er war das letzte Mal vor ca. einem Jahr auf einem Geburtstag von einem Kumpel und ich habe zuhause gesessen und gewartet, gewartet, gewartet. Ok manchmal wird es später aber am nächsten Morgen um 8 Uhr habe ich ihn dann angerufen und gefragt wo er bleibt.
Seine Antwort darauf war: Wieso, wie spät ist es denn, ich komme bald. Irgendwie kam er mir komisch vor und ich habe ihn gefragt ob er Drogen genommen hat, darauf hin hat er gesagt: Natürlich, was hast du denn gedacht, ich hab dir doch gesagt ich geh feiern. Ja das stimmt auch, nur hat er vergessen zu sagen dass er auf seine Art feiern geht und Drogen nehmen wird, sonst wäre ich wahrscheinlich gleich weg gewesen.
Zwei Stunden später kam er dann nach Hause und hat mich um den Finger gewickelt mit seiner anhänglichen, verschmusten, liebevollen Art. Letzten Sommer war er dann für 4 Tage auf einer Goa und ich habe zuhause einen Nervenzusammenbruch bekommen, weil ich mich absolut nicht von ihm trennen wollte aber auch nicht damit klar gekommen bin, dass er auf eine Goa fährt und dort 4 Tage lang Drogen nimmt, Alkohol trinkt und so blau und breit dann auch noch wieder mit dem Auto nach Hause fährt.
Ich bin gestorben vor Angst. Aber ich liebe ihn auch über alles und das ist das Problem. Einmal hat er im Streit über dieses Thema gesagt, dass ich es ja sowieso nicht merke wenn er was nimmt und deshalb soll ich mich nicht so aufregen.
Schließlich sind Medikamente wie Schmerztabletten o.ä. auch nichts anderes als Drogen. Wer weiß ob man in 10 Jahren feststellt, dass Tee gesundheitsschädlich ist. Das sind seine Argumente und er hat mit den Drogen im allg. mit ca. 14 Jahren angefangen. Wenn wir uns umarmen, zuckt er ständig etwas. An seinen Augen konnte ich komischer Weise noch keine Auffälligkeiten feststellen.
Ich meine, kein Mensch steht richtig still aber so zucken tue ich nicht und er hat riesigen Appetit / Hunger, isst 3 Brötchen meist mit dickem Nutella Morgens, zum Mittag zwei große Portionen und zum Abend meist Pizza, Burger o.ä., er trinkt nur Kaffee und Cola und nascht zwischendurch mindestens eine große Tafel Schokolade am Tag oder eine Tüte Chips und wiegt trotdem nur ca. 72 kg bei einer Größe von ca. 1,92 m.
Eigentlich müsste er doch platzen oder er nimmt Drogen die dafür sorgen dass er nicht zunimmt. Ich weiß es eben nicht und das ist das Problem. Wir sind trotz der Trennung weiterhin in Kontakt und versuchen eine Freundschaft aufzubauen, da er mir sehr viel bedeutet und er mich über alles liebt (sagt er zumindest) Nur leider hat er mir heute erst wieder gesagt, dass er auch mit 40 oder 50 noch Drogen nehmen und auf Partys gehen wird und sogar ein eigenes Kind nichts daran ändern würde. Naja und nun weiß ich nicht was ich machen soll.
Ich merke dass er auch keine Trennung möchte, dass er mich liebt und an mir hängt. Ich möchte so gerne mit ihm zusammen sein / bleiben, komme aber damit nicht klar dass er absolut uneinsichtig ist was die Drogen betrifft und natürlich hat er für jedes Argument ein Gegenargument. Ich habe Angst, wieder schwach zu werden und ich habe Angst davor irgendwann daran kaputt zu gehen.
Antwort von Dirk
Du sagst, dass dich das Konsumverhalten deines Freundes stört. Wie du schon richtig erkannt hast, stört es in erster Linie dich. Und scheinbar scheint es deinen Freund nicht großartig zu stören das es dich stört. Das ist die Situation.
Ich entnehme deiner Frage, dass du keinen großen Einfluss auf den Konsum deines Freundes hast. Wenn er sich entscheidet Party zu machen, dann ist sein Wunsch scheinbar Gesetz. Die Frage ist, wie lange du dir diese Untreue mit der Droge in eurer Beziehung noch gefallen lassen möchtest?
Ob dein Freund süchtig ist oder nur gefährlichen Konsum betreibt, kann ich dir noch nicht einmal genau sagen. Zumindest deutet alles darauf hin, dass er sein Drogenmissbrauch mit allen Kräften verteidigt. Das ist grundsätzlich kein gutes Zeichen. Jedoch musst du doch für dich, eindeutige Grenze setzen. Wenn seine Bedürfnisbefriedigung dir ein schlechtes Gefühl gibt und du darunter leidest, ist doch grundsätzlich darüber nachzudenken, was dir die Beziehung bringt.
Am aller Wichtigsten ist natürlich immer, sich die Frage zu stellen, warum fällt mir eine Trennung von einem Menschen so schwer, der noch nicht einmal akzeptiert, was ich von ihm möchte. Oft liegen die Anteile des Unvermögens ja auch bei einem Selbst. Nicht selten sind die eigenen Bedürfnisse geliebt zu werden und die Angst vor der Einsamkeit so groß, dass es einen unmöglich erscheint, sich zu trennen. Das hat natürlich mit deiner eigenen Entwicklung zu tun.
Letztendlich solltest du dich ganz klar abgrenzen. Du bestimmst, wie es dir geht und du bestimmst, wie dein Umfeld und dein Partner mit dir umgehen. Du hast immer die Möglichkeit dich zu entscheiden. Der Konsum von Drogen entschuldigt nicht den schlechten Umgang mit einer Person und erst recht nicht, wenn ich behaupte sie zu lieben. Wie weit du dich verletzen lässt, entscheidest du ganz allein.
Leider hat dein Freund nicht den überzeugten Wunsch die Situation zu ändern. Solange das so ist, wirst du ihn auch nicht ändern.
Ein Ende ist auch immer ein Neuanfang.
Ich wünsche dir viel Weisheit bei deine Entscheidungsfindung.

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