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Frage: Ultimatum für Alkoholiker?
von Carola
Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Mein Mann (28) ist Alkoholiker.
Vor wenigen Tagen ist es ihm bewusst geworden. Seine Geschichte: Er hat bereits mit 15 Jahren angefangen zu trinken. Erst nur aus Spaß und weil es in der Clique so gemacht wurde. Damals haben sie ab und an mal am Wochenende "Gefeiert". Später wurde das im Verein weitergeführt. Als er dann zur Berufsschule ging wurde tagtäglich gesoffen. Aus Langeweile und Trotz.
Es ging soweit, dass er begann ein Doppelleben zu führen. Zu Hause immer schön morgens aus dem Haus, damit es nicht auffällt und in der Schule abgemeldet, traf sich nur mit seinen Kumpels um abzuhängen und Bier zu trinken. Dann wurde der Konsum durch die Lehre weniger. Inzwischen trinkt er Bier auch wenn er morgens wieder arbeiten muss.
Wenn er einen Tag nichts alkoholisches getrunken hat, dann bekommt er den Tag drauf mittags Händeflattern, dass nach ein, zwei Bier weg ist. Wir streiten uns immer öfter deswegen, aber er will sich nicht helfen lassen. Er sagt immer, wenn er wieder arbeiten ist, dann wird es weniger (momentan gehen in der Woche rund zwei bis drei Kisten Bier drauf, also ca. 10 Flaschen am Tag).
Ich hab ihm sogar ein Gespräch in einer Beratungsstelle vorgeschlagen, davon will er aber nichts hören. Er will es selber schaffen. Ich weiß aber, dass er es selber nicht schaffen wird, da er psychisch sehr labil ist (Minderwertigkeitsgefühle und fehlendes Selbstbewusstsein und -vertrauen).
Der Alkohol hat sein Wesen so sehr verändert, dass er im angeheiterten Zustand nur noch stunk sucht (meist mit mir). Er wird nicht körperlich aggressiv, aber auch Worte können weh tun. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich will ihm helfen, aber ich weiß nicht wie? Wenn sich nichts ändert, dann sehe ich schwarz für unsere Ehe (Sind seit zwei Jahren verheiratet).
Am meisten tut mir unser Kind leid (8 Monate). Er bekommt zwar kaum was mit von den Streitigkeiten aber die Spannungen spürt er trotzdem. Ich bin schon wieder kurz davor mich zu trennen, aber ich kann ihn nicht alleine lassen mit diesem Problem, ich weiß genau, dass er sich zu tode saufen würde. Aber wenn ich hier bleibe zerbreche ich irgendwann. Noch habe ich Kraft, aber ich weiß nicht wie lange. Ich liebe meinen Mann und will ihm kein Ultimatum stellen "Entweder oder". Das kann ich nicht!
Bitte sagt mir wie ich ihm helfen kann. Wie ich mit der Situation umgehen kann. Ich weiß nicht was ich machen soll.
Antwort von Gudrun
Ersteinmal möchte ich Dir sagen: Du kannst Deinem Mann nur dadurch helfen- indem Du Dir helfen lässt.
Ja-: Du brauchst dringend Hilfe - das sagst Du ja eigentlich auch aus, in Deiner Anfage- aber die kann eben leidere nicht so ausehen, dass Du Ihm helfen könntest...
Als Erstes würde ich Dir raten Dir eine Selbsthilfegruppe www.selbsthilfenetz.de vor Ort zu suchen- dort findest du Menschen, die Ähnliches durchmachen oder durchgemacht haben. Dort findest Du Verständnis und dort kannst du alle Fragen stellen. Dort wirst Du dann Informationen bekommen und auch Erfahrungsberichte hören und erkennen, was Du für Dich und Dein Kind tun kannst!
Leider muss ich Dir auch sagen: das , was Du auf keinen Fall tun willst-: Ihn vor die Entscheidung stellen: Entweder - Oder:::!Genau das ist aber das wirksame "Mittel" oder besser, das> was Bewegung in Eure Beziehung und in sein Handeln bringen kann und wird...
Denn nur , wenn Du Dich veränderst und Dein Handeln, dann wird er irgenwie handeln müssen.
So -weiss er: Du bist da und er bekommt zwar hin und wieder Druck -aber den wird er schnell wieder im Alkohol ertränken und in seine Gleichgültigkeit verdrängen- und wenn er wieder klar ist-: bist Du trotzdem da...
Zum Zweiten möchte ich dringend an Dein Verantwortungsbewusstsein appelieren: Du hast ein Kind, für das momentan nur Du ensthaft Verantwortung trägst und auch wenn Du meinst: es ist noch so klein und bekommt kaum was mit!?
So täuschst du Dich gewaltig- :Alles wird Auswirkungen auf dieses kleine Leben haben und sich zwar erst viel später zeigen- aber jetzt kann und muss es davor geschützt werden und das kannst nur Du!!
Wenn Du ,wie Du schreibst nicht zerbrechen willst- dann stelle Deinen Mann vor die Wahl: entweder nimmt er Hilfe an und du stehst ihm bei oder Du wirst ihn mit seiner Abhängigkeit alleine lassen müssen.
Wenn ihm an Euch liegt und das glaube ich sicher, wird er nun wissen-jetzt ist sein Handeln gefragt. Du kannst ihm ja jetzt schon Adressen und Ansprechpartner (Beratungsstellen oder Sucht-Klinik) raussuchen und ihm diese Infos vorlegen- so hast du schon eine Menge Hilfestellung gegeben und den Rest muss er alleine in Angriff nehmen, denn nur wenn er wirklich will, macht auch eine Behandlung wirklich Sinn und führt zum Erfolg.
Ich wünsche Dir Kraft und Mut zum Handeln!

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