Ersatzmedikament für Alkoholiker

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Aktuelle Frage: Ersatzmedikament für Alkoholiker

von Simone

Mein Vater ist 67 Jahre alt und alkoholkrank seit ich denken kann. Er hatte nun vor ca. 5 Wochen einen schweren epileptischen Anfall, laut den Ärzten ausgelöst durch den jahrelangen Kosum von Alkohol. Er lag insgesamt fast 3 Wochen im Krankenhaus, und man hat dort u.a. einen körperlichen Entzug mit Ihm gemacht. Mittlerweile ist mein Vater wieder zu Hause, trinkt bis jetzt keinen Schluck Alkohol ist aber äußerst gereizt und vor allem gegenüber meiner Mutter wie ein "Kotzbrocken".

Die Ärzte sagten uns auch, dass bei meinen Vater ein deutlicher Abbau der Gehirnzellen feststellbar ist und durch den epileptischen Anfall weitere Gehirnzellen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Meine Frage ist nun, (ich weiss das er während seines Krankenhausaufenthaltes ein Medikament bekommen hat, das das Bedürfnis nach Alkohol unterdrückt hat) ob es ein Medikament gibt, dass hilft die psychische Abhängigkeit, zu "unterdrücken" da ich befürchte, das ansonsten meine Mutter diese seelische Belastung auf Dauer nicht mehr erträgt.

PS: der Hausarzt wollte sich erkundigen ob es da was gibt, hat aber gleich bedenken geäußert, dass er da sehr vorsichtig ist, weil mein Vater ja momentan sehr viele Medikamente nehmen muss und daher vosichtig geboten ist und er das Madikament, dass er in der klinik bekommen hat, nicht verschreiben kann. Mittlerweile hat er uns ganz abgesagt und gemeint, dass es da keine Möglichkeiten sieht... Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Antwort von Delia

Der Arzt hat völlig recht:
Das Medikament, mit dem in der Klinik vom Alkohol entzogen wird, hat ein extrem hohes Abhängigkeitspotential und darf ambulant nicht verordnet werden.
Die Medikamente, die den "Durst" unterdrücken sollen, Antabus® zum Beispiel, haben einen Nachteil: Sobald der Betroffene gern was trinken möchte, setzt er das Medikament einfach ab! Und säuft.
Außerdem ist es lebensgefährlich, wenn es zusammen mit Alkohol eingenommen wird.

Dein Vater sollte über einen möglichst langen Zeitraum in eine Fachklinik gehen. Das gibt es auch für Senioren, etwa nach dem Motto: Therapie statt Rente - leider kein Scherz von mir!

Wer so krank ist wie dein Vater, der sollte unbedingt auf den Arzt seines Vertrauens hören. Und Experimente mit irgendwelchen "Ersatzstoffen" gehen garantiert schief!
Ich hoffe sehr für euch, dass ihr von jedem Befragten dieselbe Antwort bekommt wie von mir.


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2. Frage

Vielen Dank für deine Antwort. Kannst du uns eine Fachklinik empfehlen? Wir würden uns dann gerne nochmals mit dem Hausarzt meines Vaters besprechen.

Zum Thema Therapie hatte man uns im Krankenhaus mitgeteilt, dass mein Vater voraussichtlich von der Krankenkasse keine Therapie "mehr" bezahlt bekommen würde, da bei Ihm eine Therapie wenig erfolgversprechend wäre...

2. Antwort von Delia

Tut mir leid, eine passende Fachklinik müßte ich auch erst im Internet suchen.
Eine Suchtberatungsstelle vor Ort weiß aber Bescheid.
Die Krankenkassen drücken sich natürlich gern um die Kosten für einen stationären Aufenthalt.
Auf der anderen Seite sollen die Menschen viel später in Rente gehen...

Ich glaube, ein Problem für die Ärzte im Krankenhaus wird die fehlende Motivation sein.
Hier müßtet ihr mit dem alten Herrn noch gründlich reden.
Das Argument: "Lohnt sich nicht mehr" darf man getrost unter der Rubrik "Menschen verachtend" anfechten.

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