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Frage: Kiffen
von Sabine
Mein Sohn ist 18 und seit 4 Monaten mit seiner Freundin zusammen und seit dem ist er auch am kiffen! Die Schule hat er schon abgebrochen und er wird zunehmend aggressiver. Die Freundin bringt dieses Zeug mit ins Haus, als wäre es selbstverständlich.
Ich hatte mich mit meinem Sohn darauf geeinigt, dass sie es bitte nicht hier im Haus machen sollen. Sie tun´s trotzdem, der Geruch steht noch im Raum, aber alles wird abgestritten. Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Mein Mann will der Freundin Hausverbot erteilen, aber dann verliere ich auch meinen Sohn. Angeblich kifft ja nur sie! Wer kann mir rat geben?
Antwort von Friederike
Liebe Sabine,
Sie sind sehr aufgeregt, das kann ich gut verstehen. Sie machen sich Sorgen um Ihren Sohn.
Sie sollten wissen, dass viele Jugendliche Cannabis ausprobieren und es dann auch wieder lassen! Das ist bei den meisten so! Je später damit begonnen wird, desto stabiler ist die Persönlichkeit und desto weniger wahrscheinlich ist eine Suchterkrankung!
Dennoch klingt das Kiffen im Zusammenhang mit dem Schulabbruch Ihres Sohnes eher problematisch!
Die Argumentation Ihres Sohnes wirkt wie eine Schutzbehauptung! Das ist typisch für Drogenkonsumenten. Er leugnet erst einmal, dass er kifft, denn er weiß, dass Sie dies nicht gut heißen.
Er ist volljährig und trägt damit die volle Verantwortung für sein eigenes Tun und Handeln! Ihnen sind damit erst einmal die Hände gebunden.
Sie können ihm das Kiffen nicht verbieten.Versuchen Sie mit Ihrem Sohn ins Gespräch zu kommen, welche Erfahrungen er mit dem Kiffen gemacht hat und wann er damit angefangen hat! Vermutlich hat er schon eher als erst vor 4 Monaten damit begonnen.
Er scheint in einer Krise zu sein, wenn er auch die Schule abgebrochen hat. Was macht er statt dessen? Geht er arbeiten? Welche Ziele hat er?
Versuchen Sie mit ihm über diese Dinge ins Gespräch zu kommen, möglichst ohne Vorwürfe, damit der Kontakt zwischen Ihnen gestärkt wird.
Bieten Sie ihm gegebenenfalls an, mit ihm gemeinsam zur Drogenberatungsstelle zu gehen, wenn Sie den Eindruck haben, er entgleitet immer mehr!
Wenn er noch nicht so tief drin hängt, wäre eventuell eine Psychotherapie auch sinnvoll!
Ein Hausverbot der Freundin ist wahrscheinlich eher ungeeignet, um den Kontakt mit Ihrem Sohn aufrecht zu erhalten. Denn dann wird er zu ihr gehen und kifft trotzdem.
Es sollte aber auf jeden Fall klar sein, dass bei Ihnen im Haus nicht gekifft wird, egal, wer das Zeug mitbringt!! Das müssen Sie mit Ihrem Mann gemeinsam durchsetzen!
Welche Konsequenzen das Nichteinhalten dieser Regel angeht, sollten Sie auch gemeinsam mit Ihrem Mann besprechen!
Für Sie wäre es gut, wenn Sie sich Hilfe für sich selber suchen, um mit dieser zermürbenden Situation besser zurecht zu kommen. In den Drogenberatungsstellen gibt es in aller Regel auch Selbsthilfegruppen für Angehörige von Suchtmittelkonsumenten. Gehen Sie mit Ihrem Mann oder allein dorthin!
Ich wünsche Ihnen viel Kraft!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin

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