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Frage: Co-Abhängigkeit / Alkoholikerin
von Aniu
Fakt ist erst einmal, dass ich Hilfe brauche, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.
Meine Mutter trinkt, ehrlich gesagt so lange ich denken kann (also bestimmt schon 15 Jahre).
Das ganze hat sich mit den Jahren zugespitzt, zuerst war sie nur ab und an sehr betrunken, dann mal auch über ein paar Tage hinweg. Immer wieder kamen dazwischen Phasen der Abstinenz und der leeren Versprechen.
Die Trinkphasen dauerten immer länger und wurden immer häufiger, gefolgt von Schuldgefühlen und Scham und Verdrängung von Seiten der Familie (ich versuche das jetzt einfach sachlich zu schildern, immerhin hören sie das ja nicht zum ersten Mal).
Irgendwann hat sie eingewilligt einen Entzug zu machen wollte aber danach keinerlei weitere Hilfe in Anspruch nehmen. Der nächste Rückfall kam dann ein Jahr später. Weiter kam eine erfolglose Therapie bei einem Psychologen, der sie nicht wirklich behandeln wollte. Rückfall dauert? Ach kurz jedenfalls.
Vor zwei Jahren lies sie sich dann in Polen ein Implantat einsetzen, das in Zusammenhang mit Alkoholkonsum den Tod bedeutet (Tut mir leid, dass ich es an dieser Stelle nicht näher ausführen kann). Die Ursachen für ihre Krankheit wollte sie weiter nicht behandeln lassen.
Jetzt wo die "Lebensdauer" dieses Implantates abgelaufen ist, trinkt sie natürlich wieder fröhlich weiter, aber jetzt bin ich ach alt genug, dass ich das nicht mehr akzeptieren werde und ich überzeugt bin, dass man da was machen kann.
Nur wie? Was kann ich als Angehörige machen? An wen mich wenden? Wie kann ich sie überzeugen? Bitte helfen sie mir, ich könnte es nicht ertragen, wenn meine Mutter plötzlich an ihrer Sucht stirbt.
Antwort von Friederike
Liebe Anja,
ich kann Deine Verzweiflung gut nachvollziehen! Deine Mutter ist Alkoholikerin und weigert sich, ihre Sucht behandeln zu lassen! Du guckst seit Jahren hilflos zu und hast wahrscheinlich in all den Jahren auch immer wieder Verantwortung in vielerlei Hinsicht übernommen in puncto Haushaltsführung, Entschuldigen von versäumten Terminen Deiner Mutter usw.
Das traurige ist, dass Du ihr eigentlich nur richtig helfen kannst! Du kannst ihr nur helfen, indem Du sie in ihrer Sucht nicht weiter unterstützt! Das bedeutet, dass Du keine Entschuldigungen mehr für ihr Trinken oder versäumte Termine machst. Wenn sie sich nicht an Verabredungen und Vereinbarungen halten kann, muss sie die logischen Konsequenzen ihres eigenen Verhaltens und Tuns zu spüren bekommen! Lass sie die Verantwortung als erwachsene Frau selber tragen!
Es ist verdammt schwer, die eigene Mutter sich zu Grunde richten zu sehen! Es macht so hilflos und ohnmächtig!
Deshalb wäre es gut, wenn Du selber regelmäßig eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern besuchen würdest, z.B. Al Anon, Alateen oder Erwachsene Kinder von Alkoholikern. Die Adresss erhälst Du in der Suchtberatungsstelle.
In manchen Städten gibt es auch in der Tageszeitung regelmäßig einmal oder mehrfach wöchentlich eine Rubrik, in der sämtliche Selbsthilfegruppen aufgelistet sind!
Ganz, ganz viel Kraft!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin
Kommentar Anonymus
Ein Tipp von einem trockenen Alkoholiker: Distanziere Dich von Deiner Mutter, soweit wie nur möglich. Schicke ihr an Weihnachten und meinetwegen zum Geburtstag eine Ansichtskarte und fertig.
Falls Dir das schwer fällt und Du lieber weiter nachgibst, bzw. Dich um Deine Mutter zu kümmern versuchst hast Du ein großes Problem! Und dieses wird Deine Mutter für Dich mit Sicherheit nicht lösen (können).
Kommentar Admin
Wir sind dabei ein neues Info Portal über Co-Abhängigkeit zu erstellen. An alle Betroffenen: Nehmt zu uns Kontakt auf, falls Ihr am Thema arbeiten möchtet. Weiter wollen wir hier eine interaktive Selbsthilfegruppe installieren.

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