Tavor absetzen

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Frage: Tavor absetzen

Hallo, nehme seit neun Monaten regelmäßig Tavor ( 1,0 mg täglich) gegen meine Angststörung. Bin z.Zt. im Vivantes Berlin Spandau stationär wegen Depressionen und der Angsterkrankung. Nun soll Tavor innerhalb von 10 Tagen ausgeschlichen werden. Davor hab ich große Angst, weil ich einen Absturz befürchte. Die Angst wird mit voller Wucht zurückkehren. Kennt ihr eine gute Berliner Klinik, die man weiterempfehlen kann ? Würde mich über Vorschläge sehr freuen. Gruß Annette

Antwort

Liebe Annette,

zunächst möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Frage bedanken. Ich kann sehr gut verstehen und auch nachvollziehen, dass es Ihnen Angst bereitet ein Mittel loszulassen, was Ihnen über eine längere Zeit dabei geholfen hat genau diese Angst nicht empfinden zu müssen. Eine wichtige Frage die sich bei mir gerade entwickelt ist: „Möchten Sie langfristig gesehen auf Ihre Zukunft orientiert, ohne Tavor leben oder soll Tavor ein Begleiter in Ihrem Leben bleiben?“. Durch die stationäre Therapie in Berlin werden Sie sicherlich bereits an Themen wie „Woher kommt meine Angst?“, „Wodurch wird meine Angst bestimmt?“, „Was hat meine Angst in der Vergangenheit aufrechterhalten und was tut es immernoch?“, „Was sind Vorteile und was sind Nachteile meiner Angst?“, „Wobei hilft mir Tavor?“, „Wie fühle ich mich, wenn ich Angst empfinde?“, „Woran merke ich, dass ich gerade angstfrei bin?“ gearbeitet haben oder werden es noch tun.

Medikamente wie Tavor oder andere angstlösende und beruhigende Medikamente sind nicht ausgelegt auf langfristigen Konsum. Diese Medikamente sollen Ihnen dann helfen, wenn Sie selbst noch nicht in der Lage sind Gefühlszustände dieser Art auszuhalten. Dass Ihr Arzt dieses Medikament ausschleichen lassen möchte ist meiner Ansicht nach großartig Annette, denn mir zeigt das, dass Ihr Arzt Ihnen in jedem Fall zutraut sich Teilen Ihrer Angst allein und selbstbestimmt stellen zu können. Kein Arzt wird Sie durch das Weglassen eines Medikaments in Zustände versetzen wollen, mit denen Sie überfordert sind oder durch die Sie in Zustände geraten durch die Sie bestätigt werden, dass Sie das Medikament immer brauchen werden. Sinn des stationären Aufenthalts ist es ja, sich selbst durch seine eigenen Fähigkeiten so sehr zu stabilisieren, dass Sie sich vollkommen clean und frei mit Ihrer Angst auseinandersetzen können.

Ich glaube in Ihnen steckt mehr Energie und mehr Kraft als Sie sich selbst zugestehen. Wenn Sie die Kraft und die Energie, die Sie aufbringen, um aus der Einrichtung wo Sie jetzt sind herauszukommen dafür nutzen würden, wie Sie es durch Ihre eigenen Fähigkeiten und Kräfte schaffen könnten, dann würden Sie Erkenntnisse erlangen, die für Sie großartige Ausmaße hätten. Allerdings erscheint mir Ihre Frage nach einer anderen Klinik in Berlin alles andere als nicht nachvollziehbar. Es erscheint mir sogar als sehr logisch aus Ihrer Sicht.

Das was Sie gerade beschreiben und tun ist hochgradig süchtiges Verhalten. Sie haben Ängste und Depressionen, die Sie nicht aushalten können bzw. in der Vergangenheit nicht aushalten konnten. Nun konsumieren Sie ein Mittel, in Ihrem Fall Tavor, welches Ihnen dabei hilft diese Ängste und Depressionen nicht so heftig erleben zu müssen, wie Sie es in der Vergangenheit erlebt haben. Jetzt kommt jemand, in Ihrem Fall Ihr Arzt, der sich übertrieben gesprochen gegen Sie und das Mittel stellt, was Ihnen lange das Überleben gesichert hat. Also ist das was Ihr Körper und Ihre Psyche tut relativ logisch nachvollziehbar.

Nämlich- ich möchte nicht, dass mir jemand genau das Mittel nimmt, was dafür sorgt, dass ich mich besser fühle also muss die Gefahr isoliert werden, damit ich meinen Zustand aufrecht erhalten kann und mein Mittel behalten kann. Die Konsequenz daraus ist der Wunsch die Klinik zu wechseln. Ich empfehle Ihnen sich mit Ihren Therapeuten und auch mit Ihrem Arzt über genau diese Problematik-nämlich über das worum es geht- Ihre Ängste. Benennen Sie was Ihre Angst auslöst. Benennen Sie so konkret wie möglich wovor Sie Angst haben.

Wovor haben Sie Angst, wenn Ihre Angst Sie mit voller Wucht treffen würde. Nur, wenn Sie sich so konkret wie möglich diesen Fragen stellen, wird sich Ihre Angst davor verkleinern und sie aushaltbar machen. Liebe Annette, Sie stehen meiner Meinung nach gerade an einem sehr entscheidenden Punkt in Ihrem Leben- nämlich genau so weitermachen wie Sie es von sich kennen und in der eigenen Spirale noch tiefer abrutschen oder etwas völlig Neues auszuprobieren, was die Gefahr birgt, dass es sehr hart wird und wahrscheinlich auch alte Verletzungen und Wunden aufreißt. Sie sind sicher in Ihrer Kindheit auch mal auf die Nase gefallen und haben sich das Knie aufgeschlagen. Das hat weh getan und sie haben geweint und es war schmerzhaft. Die Wunde an Ihrem Knie war offen.

Aber Ihr Körper hat ziemlich schnell begonnen seine eigenen Kräfte und Fähigkeiten abzurufen und Ihre Wunde mit Wundflüssigkeit zu versorgen. Dann ist Schorf entstanden und Ihre Wunde konnte abheilen. Genau das passiert auch mit Ihrer Seele. Manchmal sind Wunden sehr schmerzhaft aber Sie haben die Möglichkeit Ihre eigenen Ihnen gegebenen in Ihnen ruhenden Fähigkeiten hervorzurufen. Nutzen Sie diese Kraft. Dafür brauchen Sie keine neue Klinik, Annette. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mutig genug sind, noch einmal etwas Neues zu versuchen. Dafür wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen viel Kraft und weiterhin so viel Energie, wie Sie sie bisher gezeigt haben.

Mit freundlichen Grüßen,
Christine Gerull

 

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