Probleme mit Drogen

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Frage: Probleme mit Drogen

Regine (Nachname gelöscht) schrieb:

Wir wissen uns nicht mehr zu helfen, unser Sohn hatte schon immer Probleme mit Drogen, hatte sich aber gefangen als er eine Beziehung hatte. Leider ist das in die Brüche gegangen, warum wissen wir nicht. Seit 2 Jahren konsumiert unser Sohn Crystal Meth und es geht immer steiler bergab mit ihm. Wir mussten ihn am 26.12.14 wegen Selbstgefährdung und wegen massiver Bedrohungen gegen uns in die Psychiatrie zwangseinweisen lassen. Leider gab es einen Haftbefehl und die Zwangseinweisung wurde dadurch aufgehoben.

Der Haftbefehl wurde aufgehoben, da er eine Geldstrafe gezahlt hat. Wir haben unseren Sohn dann noch zu einem freiwilligen Entzug überreden können, den er aber nach 4 Tagen abgebrochen hat. Seit dem geht es immer mehr bergab mit ihm. Er stellt eine Gefahr für sich und andere dar, lebt in einer vermüllten und verwahrlosten Wohnung. Kann seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten und sich nicht selbst versorgen. An Körperpflege ist überhaupt nicht mehr zu denken. Die Mahnungen, Pfändungen, Briefe vom Arbeitsamt oder der Krankenkasse bleiben ungeöffnet liegen. Er hat überhaupt keinen Plan mehr von einem normalen Leben. Ich hatte seinen Hausarzt kontaktiert um vielleicht von diesem Hilfe zu bekommen.

Er hat unseren Sohn arbeitsunfähig geschrieben mit dem Vermerk für die Krankenkasse \"MDK dringend erforderlich\" bis heute ist nichts passiert. Unser Sohn ist nicht mehr in der Lage selbst zu entscheiden was gut für ihn ist. Nach langen Gesprächen ist er auch nicht bereit sich nochmal freiwillig behandeln zu lassen. Alle sind krank nur er nicht. Es muss doch eine Möglichkeit geben, so einem Menschen helfen zu können. Er hat sich schon kaputt gemacht. Aber wir gehen auch mittlerweile daran zugrunde!! Wir möchten ihm und uns so gerne helfen.

Antwort

Hallo Regine,

bevor ich Ihre Frage beantworte, möchte ich Ihnen gerne eine Rückmeldung darüber geben, was ich aus Ihrem Text herausgelesen habe. Ich habe gelesen, dass Ihr Sohn ein unglaubliches Glück hat eine Mutter wie Sie oder eine Familie wie Ihre zu haben. Es ist nicht selbstverständlich einen derartigen Aktionismus gegenüber Ihrem Sohn zu entwickeln. Ich lese ebenso heraus, wie wichtig es für Sie zu sein scheint, dass Ihrem Sohn geholfen wird und wie sehr es auch Ihnen als Mutter gut tun würde, wenn er wieder „gesund“ wird. Ich kann gut nachfühlen, dass Sie alles in Ihrer Macht stehende tun möchten, damit ihm geholfen wird. Das zeigt wie stark Ihre eigenen fürsorglichen Anteile sind.

Sie schreiben Ihr Sohn ist bereits seit mehreren Jahren abhängig und dass er sich durch seine damalige Partnerin „gefangen habe“. Wichtig für jede zufriedene Abstinenz eines jeden Menschen mit einer Suchterkrankung ist es sich viele verschiedene Säulen aufzubauen, die das eigene Leben tragen können. Ein einfaches Beispiel wäre hierfür ein Stuhl. Ein Stuhl kann auf einem Bein nicht sicher stehen. Mit zwei Beinen muss man balancieren, um irgendwie sitzen zu können. Mit drei Beinen steht er schon besser und man könnte darauf sitzen. Mit vier Beinen würde der Stuhl optimal stehen. Und mit mehr als vier Beinen würde der Stuhl viel mehr Halt bekommen. So viel Halt, dass ohne weiteres auch mal ein Bein wegbrechen könnte und der Stuhl immernoch stabil stehen könnte. Im Prinzip funktioniert zufriedene Abstinenz auf struktureller Ebene auf ähnliche Weise.

Ihr Sohn hat sich durch die Partnerschaft lediglich eine Säule in seinem Leben aufgebaut, die ihn vin der Droge weggebracht hat. Da war allerdings nichts eigenes, nichts selbst geschaffenes dabei, was eine neue Säule hätte bilden können. Das heißt, vermutlich hat er auch alle alten süchtigen Gewohnheiten und Verhaltensweisen lediglich auf Eis gelegt und nicht verändert. Durch die Trennung wurden alle alten Gewohnheiten und Verhaltensweisen wieder „reaktiviert“ und das Suchtmittel hat ihm ziemlich schnell wieder ziemlich stark gezeigt, welche Vorteile Konsum hat. Nämlich den Schmerz, der durch eine Trennung verursacht wird zu spüren und zu verarbeiten. Das bedeutet ohne den Konsum des Suchtmittels geht es ihm auf emotionaler Ebene enorm schlecht und das Suchtmittel nimmt ihm diesen Zustand. Also bewirkt es für ihn etwas positives. Solange Ihr Sohn genau diesen Effekt vom Suchtmittel hat, nämlich dass es ihn unterstützt, sodass er Gefühle nicht fühlen muss wird sein persönlicher Leidensdruck ohne Suchtmittel weiterhin größer sein als der Leidensdruck, den er empfindet, wenn er konsumiert.

Liebe Regina, Ihr Sohn wird erst dann die Notwendigkeit für eine Veränderung sehen, wenn sich dieses Gleichnis verändert. Allerdings ist dies eine Erkenntnis, an die Ihr Sohn alleine gelangen muss. Das was ich im Moment aus Ihrer Nachricht herauslese ist, dass Sie viel für Ihn tun, viel für ihn übernehmen und sich viel um ihn kümmern. Ich bin davon überzeugt, dass Sie das unter bestem Gewissen tun, weil Sie Ihrem Sohn schnell helfen möchten und als Mutter für ihn da sein wollen. Allerdings helfen Sie Ihrem Sohn durch Ihr Verhalten unbewusst seine Sucht aufrecht zu erhalten. Wenn Sie Ihrem Sohn alles abnehmen und Sie die Arbeit für ihn übernehmen und sich informieren, dann gibt es überhaupt keinen Grund sein Suchtverhalten zu hinterfragen, weil es im Hintergrund immer wieder jemanden geben wird, der für ihn sprichwörtlich die Kohlen aus dem Feuer holt. Und das sind Sie. Es ist allerdings so, dass Sucht für Angehörige eine der undankbarsten Erkrankungen ist, die es gibt. Solange Sie Ihren Sohn darin unterstützen, dass es sich für ihn lohnt seinen Konsum aufrecht zu erhalten, sind Sie sein Freund. Sobald Sie sich gegen ihn und seinen besten Freund das Suchtmittel stellen werden Sie zum Feind.

Es ist ebenfalls eine der süchtigen Verhaltensweisen seine eigene Sucht zu bagatellisieren „Ich habe es im Griff oder Ich kann es kontrollieren“ ebenso wie die Verantwortung für das eigene Handeln an Andere abzugeben mit Worten wie „Nur mit Dir kann ich es schaffen oder Du musst das tun, damit es mir besser geht“. Eine weitere süchtige Verhaltensweise haben Sie selbst in Ihrem Text ziemlich konkret beschrieben, nämlich „Es sind alle anderen krank aber nicht ich oder Du musst dich verändern nicht ich“.

Ich persönlich empfinde es als sehr wichtig für Sie sich aus dieser co-abhängigen Struktur, in derer Sie stecken zu befreien. Ihr Sohn ist ein erwachsener Mann, der selbst Entscheidungen treffen kann und muss und dann auch mit allen Konsequenzen, die seine Entscheidung mit sich bringt. Wenn Sie ihm genau diesen Schritt abnehmen, dann wird Ihr Sohn seine süchtigen Entscheidungen niemals ernsthaft hinterfragen. Allerdings muss genau das passieren. Gerade Crystal Meth sorgt beim Menschen dafür, dass Trägheit, Faulheit, Verlangsamung, Desorientierung und fehlende Struktur einen sehr großen Platz in der Alltagsstruktur einnehmen. Vielleicht kommt jetzt bei Ihnen die Frage auf „Aber heißt das jetzt, dass ich meinen Sohn fallen lassen soll und ihn geradewegs in den Abgrund laufen lasse?“ Das heißt es natürlich nicht.

Das wichtigste für einen Süchtigen sind Grenzen, denn diese haben sie in der Vergangenheit stets überschritten. Ihr Sohn braucht von Ihnen eine klare Struktur ohne Kompromisse und Augen zudrücken. Es ist wichtig, dass Sie als Mutter ihm sagen, wobei Sie ihn unterstützen können und wo nicht. Zur Unterstützung gehört dann allerdings auch nur dann zu unterstützen und zu begleiten, wenn Ihr Sohn selbst um Hilfe bittet. Bitte übernehmen Sie nichts mehr für ihn. Ebenso wichtig wäre es für Ihren Sohn Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle aufzunehmen, um mit Fachpersonal, was emotional nicht in diesen Prozess involviert ist in Gespräche zu kommen, um zu erarbeiten, warum Ihr Sohn eine Sucht entwickeln konnte. Ich denke die Trennung von seiner Partnerin hat in Ihrem Sohn etwas unverarbeitetes wieder ausgelöst. An dieser Stelle wäre es wichtig für Ihren Sohn hinzuschauen. In eine Suchtberatungsstelle können alle Hilfesuchenden kommen, auch wenn sie konsumieren. Allerdings wird auch diesen Schritt nur Ihr Sohn gehen können, wenn er es als notwendig empfindet. Das ist seine Entscheidung und sollte auch seine sein.

Ich kann gut nachfühlen, dass es Ihnen weh tut zu sehen wie Ihr Sohn immer mehr abbaut aber diese Entscheidungen trifft Ihr Sohn allein für sich und auch die Konsequenzen muss Ihr Sohn tragen. Es ist nicht Ihre Aufgabe Ihren Sohn zu retten. Das kann nur er selbst. Ich möchte Ihnen noch einen Hinweis mitgeben. Auch Sie können sich in Suchtberatungsstellen oder in Selbsthilfegruppen als Angehörige Hilfe suchen. Auch Sie müssen die Erkrankung Ihres Sohnes nicht allein durchstehen. Es gibt Selbsthilfegruppen, die sich AL-ANON nennen. Das sind Gruppen nur für Angehörige von Abhängigen.

Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg von ganzem Herzen viel Kraft und Erfolg und wünsche Ihnen, dass Sie weiterhin so kraftvoll bleiben. Ich hoffe ich konnte Ihre Fragen beantworten.

Mit freundlichen Grüßen,
Christine Gerull

 

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