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Frage: Parabel vom Schmetterling

Hallo, ich bin 47 Jahre alt und die Mutter von Tino(24). Lange wusste ich nicht, warum sich mein Sohn veränderte, seine Stimmungsschwankungen, der Gewichtsverlust, ein ungeheurer Geldbedarf. Er spielt gern Computerspiele, konnte das nächtelang durchhalten. Spielsucht? Nein, er nahm Speed, um das zu können. Und sicher auch um sein hohes Arbeitspensum zu erfüllen.

Mittlerweile ist er ein Schatten von sich, er geht zwar noch arbeiten, hat aber große Probleme in seiner Beziehung. Daran wiederum hängt sein Wohnraum. Ich habe manchmal das Gefühl "durchzudrehen". Zum einen möchte ich ihm helfen, zum anderen merke ich seine Verschlossenheit. Er hat immer wieder Phasen des Selbstentzuges, in denen es ihm richtig schlecht geht.

Schwer depressiv, fahrig, nicht in der Lage klare Gedanken zu fassen. Es tut weh ihn so zu sehen. Was ist schief gelaufen? Was kann ich nur machen? Ich schrieb ihm neulich: „Wärst du ein Kind würde ich dich aus dem Scherbenhaufen ziehen in dem du steckst.“ Jetzt kann ich nur davor auf dich warten. Ich suche Hilfe, um ihm zu helfen. Ich war zur Suchtberatung, eine sehr kompetente Frau.

Ich möchte mich gern wieder zu ihr setzen aber ich habe Angst dort wieder fortzugehen in die Realität, denn der Junge über den wir sprechen ist mein Sohn. Ich habe Angst nicht zusehen zu können wie er sich ruiniert, sich etwas vormacht, sich und die Welt belügt. Wie er sein Leben zerstört, nur um irgendwo dazuzugehören? Je mehr ich lese über Schicksale, Sucht und Drogen desto ängstlicher werde ich. Aber ich kann nicht kämpfen wenn ich nicht alles über den "Feind" weiß. Er soll nicht ganz unten landen bis er aufwacht, nicht krank, ruiniert oder tot vielleicht.

Herzliche Grüße Simone

Antwort

Liebe Simone,

zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass Ihr Sohn unglaublich glücklich darüber sein kann, eine solch engagierte, interessierte, aufmerksame und liebevolle Mutter zu haben. Ich glaube Ihnen gern, dass Sie so viel wie möglich über den „Feind“ wissen möchten. Das zeigt mir, wie wichtig Ihnen Ihr Sohn und seine Gesundheit ist.

Ich möchte ehrlich zu Ihnen sein, Simone. Wenn ich Ihren Text lese, dann lese ich ein starkes Ungleichgewicht zwischen Ihnen und Ihrem Sohn heraus. Sie informieren sich, Sie sorgen sich, Sie engagieren sich, Sie gehen zu einer Suchtberatungsstelle und Sie wollen den „Feind“ kennen. Mir zeigt das ziemlich klar, dass Sie Ihren Sohn als abhängigen Menschen sehen, der Hilfe braucht. Die Frage ist: „Sieht Ihr Sohn sich selbst auch als abhängigen Menschen an, der Hilfe braucht?“ Das Ungleichgewicht besteht darin, dass Sie selbst wahrscheinlich sowohl körperlich als auch seelisch mehr Aufwand betreiben als Ihr Sohn- zumindest lese ich das so aus Ihrem Text heraus. Wenn Sie versuchen, alle negativen Konsequenzen von Ihrem Sohn fernzuhalten, dann wird Ihr Sohn keinen Grund sehen, warum das Suchtmittel überhaupt einen negativen Einfluss auf ihn haben könnte. Damit unterstützen Sie seinen Konsum unbewusst. Sie schreiben von Problemen in der Beziehung und dass sich seine Arbeitsleistung auch verändert hat. Diese Entscheidungen hat Ihr Sohn für sich selbst getroffen. Das bedeutet, dass auch er die Konsequenzen für sein Handeln selbst tragen muss. Ihr Sohn muss selbst die Erkenntnis erlangen, dass der Scherbenhaufen, den er vor sich hat durch sein Handeln entstanden ist. Das klingt sehr hart aber wenn Sie ihm helfen sein Verhalten „auszubügeln, dann wird Ihr Sohn nicht verstehen, dass er allein sein Handeln bestimmt. Vielleicht hilft Ihnen die folgende kleine Geschichte, um es ein wenig verständlicher zu machen.

Die Parabel vom Schmetterling

Eines Tages erschien in einem Kokon eine kleine Öffnung; ein Mann beobachtete den zukünftigen Schmetterling für mehrere Stunden, sah, wie dieser kämpfte, um seinen Körper durch ein winziges Loch zu zwängen. Und dann - schien er plötzlich nicht mehr weiter zu kommen. Es schien, als ob er so weit gekommen war, wie es ging, aber jetzt aus eigener Kraft nicht mehr weitermachen konnte.

So beschloss der Mann, ihm zu helfen: Er nahm eine Schere und machte den Kokon auf. Dadurch kam der Schmetterling sehr leicht aus dem Kokon heraus. Aber er hatte einen verkrüppelten Körper, er war winzig und hatte verschrumpelte Flügel. Der Mann beobachtete das Geschehen weiter, weil er erwartete, dass die Flügel sich jeden Moment öffnen und sich ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu stützen und ihm Spannkraft zu verleihen. Aber nichts davon geschah. Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens krabbelnd mit einem verkrüppelten Körper und verschrumpelten Flügeln. Niemals war er fähig zu fliegen.

Der Mann hatte in seiner Güte, seinem Wohlwollen und seiner Hilfsbereitschaft nicht gewusst, dass der begrenzende Kokon und das Ringen, das erforderlich ist, damit der Schmetterling durch die kleine Öffnung kam, der Weg der Natur ist, um Flüssigkeit vom Körper des Schmetterlings in seine Flügel zu fördern. Dadurch wird er auf den Flug vorbereitet, sobald er seine vollständige Freiheit erreicht und den Kokon hinter sich gelassen hat.

Das Ringen gegen Widerstände gehört wesentlich zum Leben dazu. Wäre Dein Leben ohne jegliche Widerstände und Hindernisse, dann würde es Dich lahm legen. Darum – begrüße die Widerstände, die Dir in Deinem Leben begegnen, sie sind eine Einladung an Dich, zu wachsen. Wenn Du Dein Leben damit verbringst, Widerstände zu meiden, wirst Du niemals so stark, wie Du sein kannst –

und Du wärst niemals fähig zu fliegen.

Wenn Sie schreiben, Sie möchten Ihrem Sohn helfen sich selbst zu helfen, dann muss er selbst zu einer Erkenntnis kommen, die Sie ihm nicht geben können. Ich möchte Ihnen den Hinweis geben, dass es für Angehörige von Suchtkranken Selbsthilfegruppen gibt. Diese Gruppen sind ähnlich aufgebaut wie beispielsweise die anonymen Alkoholiker. Diese Gruppen nennen sich AL-ANON. Das sind Gruppen, in derer alle Angehörigen von Süchtigen herzlich willkommen sind. Diese Gruppen unterstützen im Umgang mit Ihren Angehörigen. Wenn Ihr Sohn zu der Erkenntnis kommt, dass er ein Problem hat, welches er nur mit Hilfe und Unterstützung lösen kann, dann dürfen Sie genauso hilfsbereit und engagiert sein, wie Sie es bisher waren und ihn auf seinem Weg begleiten- allerdings ohne ihm dabei Aufgaben, die er selbst lösen muss zu übernehmen. Ihr Bild mit dem Scherbenhaufen ist sehr gut gewählt, denn den Weg muss ihr Sohn aktiv selbst hindurchgehen. Wenn Sie mehr tun möchten als am Ende des Haufens auf ihn zu warten, dann dürfen Sie ihn auf dem Weg neben dem Scherbenhaufen (ohne dabei selbst in die Scherben zu geraten) natürlich begleiten, wenn er das möchte. Denn das ist das, was Sie als Mutter sind. Eine Begleiterin. Ich hoffe ich konnte Ihre Frage beantworten und wünsche Ihnen viel Kraft für die kommende Zeit.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerull

 

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