Einblick in die Sucht

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Frage: Einblick in die Sucht

Leila schrieb: Hallo, ich würde euch gerne etwas über meinen Freund schildern. Wir sind seit 2 Jahren zusammen. Es geht um das Thema Alkohol. Ich selber trinke keinen Alkohol, wenn überhaupt mal an Silvester ein Glas Sekt. Am Anfang der Beziehung sollte er meinen Vater kennenlernen, davor hatte er Wodka Redbull getrunken da meinte er damit er was lockerer wird. Das fand ich natürlich nicht so gut. Dann kam er mich mal in der Wg besuchen und da hatte er sich eine kleine Flasche mit Wodka Redbull vollgemacht da meinte er, er brauche das, weil ich jetzt in einer neuen Umgebung bin. Dann wollten wir gemeinsam ein paar Tage wegfahren und da hatte er den Abend davor auch was getrunken gehabt. Ich war dann nicht bei ihm aber hatte es am nächsten Tag gerochen. Er hatte mir versprochen immer nur an Anlässen zu trinken, weil ich nicht wollte, dass er zu Hause und so nebenbei so trinkt. Sein Versprechen konnte er nicht halten, er sagte manchmal zu mir ich weiß du magst es nicht, wenn ich samstags was trinke aber darf ich heute ausnahmsweise was trinken? Ich war nicht sehr begeistert davon aber er hat dann getrunken, obwohl ich es gar nicht wollte das kam schon ein paar Samstage vor. Er hat das dann durchgezogen. Wenn wir beispielsweise irgendwo eingeladen waren und er dort zu wenig getrunken hatte da hatte er wo wir wieder zu Hause waren gesagt er geht zum Kiosk und holt sich dann zwei Flaschen Bier, weil er dort auch schon mit Bier trinken angefangen hatte. Er wirkt auch oft gereizt, wenn er etwas nochmal wiederholt sagen muss oder ich etwas falsch gemacht habe bei Kleinigkeiten halt. wir wohnen halt nicht zusammen und ich sehe ihn nur dienstags und am Wochenende und das war‘s auch. Doch leider hat er immer Wodka Redbull bei sich zu Hause. Er sagte für die Gäste von der Mutter und so. Ich bin echt am zweifeln. Woher weiß ich, ob er wirklich ein Alkoholproblem hat oder nicht :-( Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ihre Hilfe!

Antwort

Hallo Leila, zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass Ihr Freund sich wirklich glücklich schätzen kann eine solch fürsorgliche, bemühte und umsorgende Freundin zu haben. Da hat er einen richtigen Glücksgriff gemacht. Ich lese aus Ihrer Nachricht sehr viel Sorge und den Wunsch nach Aufklärung heraus. Ich will versuchen Ihnen einen kurzen Einblick in das wahnsinnig große Thema Sucht zu geben.

Im Grunde bedeutet Sucht im Zusammenhang mit einem substanzgebundenen Mittel (im Fall Ihres Freundes der Alkohol) den Einsatz eines Mittels das eine Wirkung hat und mir das gibt, was ich mir selbst glaube auf natürlichem Wege nicht geben zu können.

Ein wesentliches Merkmal der Sucht ist der Kontrollverlust, also das ich nicht in der Lage bin meinen Konsum noch zu kontrollieren. Im Prinzip läuft das automatisch ab als würde etwas den Süchtigen immer wieder dort hinziehen. Für einen Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung ist der Konsum des Suchtmittels der leichtere und schnellere Weg sein Bedürfnis zu befriedigen, ohne dafür großen persönlichen Aufwand betreiben zu müssen. (Der Gang zum Kiosk ist wahrscheinlich schneller und unkomplizierter als die Beantwortung der Frage, warum er das Bier jetzt eigentlich wirklich braucht.)

Es gibt bei Alkohol verschiedene Trinkertypen. Es wird unterschieden zwischen

1. Konflikttrinker dieser Trinkertyp trinkt wie es der Name verrät meist in Konfliktsituationen oder in besonders stressigen Situationen, um sich zu regulieren oder wieder runterzufahren. Häufig trinken diese Trinkertypen auch, wenn sie ein Problem haben, welches sie ihrer Meinung nach gerade nicht anders lösen können oder es durch den Alkohol einfach weniger schlimm ist als ohne. Sie trinken, um ihren persönlichen Ärger zu ertragen oder um ihn runterzuspülen. Diese Trinkertypen sind noch nicht anhängig aber sehr gefährdet. Sie nutzen den Alkohol missbräuchlich, um den gewünschten Effekt für ihre eigenen Bedürfnisse zu bekommen.

2. Gelegenheitstrinker das sind die Trinkertypen, die meist durch ihr soziales Umfeld geprägt sind. Bei geselligem Beisammensein oder auf einer Feier oder einem Fest wird ab und zu Alkohol getrunken. Dieser Trinkertyp ist nicht abhängig, weil er den Konsum kontrollieren kann und trinken oder nichttrinken steuern kann. Dennoch sind auch diese Trinkertypen gefährdet, weil auch Gelegenheiten wie das Bier zum Feierabend zur Gewohnheit werden kann.

3. Spiegeltrinker diese Trinkertypen sind abhängig. Sie brauchen immer einen bestimmten Spiegel oder Pegel, um funktionieren zu können. Wenn sie diesen Pegel nicht haben, dann leiden sie unter Entzugserscheinungen. Da die Entzugserscheinungen für ein stetiges Weitertrinken sorgen, um die schlimmen und teilweise schmerzhaften Symptome wegzubekommen sind diese Trinker allein nicht mehr in der Lage ihren Konsum zu kontrollieren und konsumfrei zu sein.

4. Quartalstrinker diese Trinkertypen sind ebenfalls in jedem Fall abhängig. Sie kennzeichnen sich durch manchmal mehrere Monate alkoholfreie Zeiten, wo sie das Trinken „nicht brauchen“ aber in regelmäßigen Abständen meldet sich sogenannter Suchtdruck und dann trinken die Personen drei, vier oder mehr Tage durch, sodass sie sich teilweise an diese Trinkerphase gar nicht mehr erinnern können. Nach dieser Zeit ist ihr Durst für die nächsten Monate erstmal gestillt, bis sich wieder der Suchtdruck meldet.

Ein weiteres wichtiges Merkmal für Sucht ist ebenfalls das Abgeben von der eigenen persönlichen Verantwortung. Das bedeutet Sie sind diejenige die entscheiden soll, ob er trinkt oder nicht. Das große Problem daran ist, dass wenn Sie NEIN sagen, dann sind Sie diejenige die sich zwischen ihren Freund und sein Suchtmittel stellt. Das heißt in seinen Augen, Sie gönnen ihm nicht, dass es ihm besser geht oder wollen es nicht. Das macht Sie automatisch zum Feind.

Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung verheimlichen auch ihren Konsum, wenn sie zum Beispiel nicht möchten, dass ihre Mitmenschen bemerken, wie hoch ihr Konsum eigentlich ist. Ebenfalls sehr typisch ist eine Verhaltens-oder Wesensveränderung. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Partner nicht mehr der ist, den Sie mal kennengelernt haben und er frustriert, ärgerlich oder wütend ist, wenn er nicht getrunken hat, dann ist das ein auffälliges Zeichen, dass ihr Partner zumindest gefährdet ist. Das schlimme an der Sucht für Angehörige ist meistens, dass sie sich eher hilflos fühlen und das Gefühl haben ihren lieben Menschen nicht mehr zu erreichen, weil er sich mehr und mehr distanziert. Leila, ich möchte Ihnen einen, wahrscheinlich den wichtigsten Hinweis für Sie geben. Wenn Ihr Freund wirklich eine Abhängigkeitserkrankung hat, dann können Sie allein ihm nicht helfen.

Ihr Freund braucht dann jemanden, der sich professionell mit ihm beschäftigt und erarbeitet, was zum übermäßigen Konsum beiträgt. Das ist nichts was Sie leisten können und mit Sicherheit auch nicht leisten sollen, denn Sie laufen Gefahr, dass Sie sich dabei selbst vergessen. Schützen Sie sich Leila! Ich empfehle Ihnen, wenn Sie wirklich mehr über Sucht und eine mögliche Suchtstruktur erfahren möchten eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen.

Dort werden auch Gruppen für Angehörige angeboten, die selbst Abhängige in ihrem Umfeld haben. Manchmal kann es gut tun, mit Menschen in Kontakt zu treten, die dieselben Ängste und Nöte haben und genau verstehen, was Sie fühlen. Diese Gruppen sind meistens anonym. Sollte Ihnen das dennoch zu viel persönlicher Kontakt sein, dann gibt es auch eine Menge Internetforen, in denen Sie Ihre Situation schildern können. Besonders wichtig empfinde ich es allerdings, mit Ihrem Freund in Kontakt zu gehen und ihn über Ihre Ängste und Sorgen zu informieren.

Und nicht als Vorwurf „Du bist süchtig und das geht nicht“, sondern als besorgte Freundin, die besorgt um den Menschen ist, den sie liebt. Sie können ihn nicht heilen aber sie können ein Teil seiner Entwicklung werden und ihn auf seinem Weg begleiten, den er am Ende allerdings vollkommen alleine gehen muss. Ich hoffe ich konnte Ihre Frage beantworten. Ich wünsche Ihnen für Ihren persönlichen Weg von ganzem Herzen viel Kraft, Ausdauer, Energie und Durchhaltevermögen. Denken Sie an sich und Ihre Bedürfnisse.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerull

 

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